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    Warum Exhumierung der Opfer des Flugzeugabsturzes bei Smolensk notwendig wurde

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    Das Ziel der Exhumierung der sterblichen Überreste der Opfer der Flugzeugkatastrophe bei Smolensk im Jahr 2010 ist nicht die Suche nach Sprengstoffspuren an den Trümmern der Maschine, wie der stellvertretende Generalstaatsanwalt Polens, Marek Pasionek, erklärte.

    Zuvor hatten polnische Medien unter Verweis auf die Zeitung „Gazeta Polska“ berichtet, der Geheimdienst des Landes habe von Sprengstoffspuren an den Trümmern der Regierungsmaschine von Lech Kaczyński gewusst.

     „Ich bitte darum, nicht zu schreiben, das Ziel der Exhumierung sei die Suche nach Trotyl an den Körpern der Opfer … Ich bin nicht damit einverstanden, dass darüber geschrieben wird, das Ziel der Exhumierung sei die Suche nach Trotyl, der Tanz auf den Gräbern … Sollte jemand vermuten, dass wir in diesen Körpern Trotyl suchen, um einen Angriff zu beweisen, so ist ebenfalls die Vermutung wichtig, dass wir nach möglichen Sprengstoffspuren suchen werden. Und sollten wir keine finden, so werden wir einen Angriff ausschließen“, sagte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

    Wie der Leiter der Ermittlungsgruppe der polnischen Staatsanwaltschaft, Marek Pasionek, erläuterte, ist die Exhumierung wegen „einer Vielzahl von Verstößen“, die in den Dokumenten festgestellt wurden, notwendig geworden. 

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    Ihm zufolge enthalten die von Moskau der polnischen Seite übergebenen Dokumente keine Fotos der sterblichen Überreste, und die polnischen Experten haben an den in Russland gemachten Obduktionen, mit Ausnahme der sterblichen Hülle von Kaczyński, nicht teilgenommen.

    Der Staatsanwalt erklärte, man habe bereits neun Exhumierungen vorgenommen, und in sechs Fällen ist ihm zufolge bewiesen worden, dass die Körper verwechselt wurden. Die durchgeführten Exhumierungen machten auf mehrere Verstöße aufmerksam, darunter bei der Beschreibung der Beschädigungen an den Körpern, welche die polnischen Experten nicht bestätigt hätten.

    Im Jahr 2011 veröffentlichte das Zwischenstaatliche Luftfahrtkomitee (MAK) seinen endgültigen technischen Untersuchungsbericht, laut dem als unmittelbare Absturzursache die Entscheidung der Crew genannt wurde, keinen Ausweichflugplatz anzufliegen, und als weitere Ursachen – Mängel bei der Organisation des Flugbetriebs und bei der Flugvorbereitung der Crew.

    Die neue polnische Kommission, die jetzt die Umstände des Flugzeugabsturzes bei Smolensk untersucht, stellte am 15. September erste Untersuchungsergebnisse vor. Wie die Experten erklärten, hat die Zerstörung der Maschine schon 900 Meter vor der Absturzstelle noch in der Luft eingesetzt, und von den Flugschreibern seien die letzten Sekunden der Aufzeichnungen verschwunden.

    Der Kommission soll es nun gelungen sein, Zugang zu den vollständigen Versionen der Aufzeichnungen zu bekommen, die bezeugen würden, dass in den letzten Flugsekunden bei dem Flugzeug der Generator, ein Triebwerk und der Höhenmesser ausgefallen waren. Der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz hatte entschieden, die mit dem Flugzeugabsturz verbundenen Dokumente freizugeben.

    Die Regierungsmaschine Tu-154 mit Lech Kaczynski und anderen ranghohen Vertretern der polnischen Führung an Bord war am 10. April 2010 beim Landeanflug auf den Militärflugplatz Smolensk-Nord im russischen Gebiet Smolensk verunglückt. Alle 96 Insassen – 88 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder — kamen dabei ums Leben.

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    Exhumierung, Tu-154, Lech Kaczynski, Polen, Smolensk