08:51 13 Dezember 2019
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    Monster-Kandidaten: Clinton, Sanders und TrumpBernie Sanders

    Sanders‘ Wahlmanager: Unfaire Hilfe für Clinton war Ursache für Fiasko der Demokraten

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    Bernie Sanders hätte die Wahl zum U.S.-Präsidenten gegen Donald Trump gewonnen - diese Meinung vertreten viele Experten und Beobachter. Vitali Shkliarov war Wahlkampfmanager für Sanders und erläutert im Sputnik-Interview, warum Bernie die bessere Wahl gewesen wäre.

    Shkliarov hat die letzte Woche in Washington D.C. verbracht und dort an der U.S. Election Conference teilgenommen. Bei der Konferenz trafen sich Profis aus der ganzen Welt, um sich über das Phänomen Trump, über Sanders sowie über Strategien und Pläne für die Zukunft auszutauschen. Dieses Jahr waren mehr Europäer als sonst anwesend. Die Konferenz war sehr spannend, erzählt Shkliarov, aber das spannendste war natürlich der Sieg von Donald Trump: 

    „Wir reden von Profis, also von Menschen die mit Politik Geld verdienen, die Regierungen weltweit beraten,  aber die meisten waren sehr schockiert über den Wahlausgang. Die Stimmung war gemischt: zwischen sehr verwundert, erstaunt, verwirrt, aber auch begeistert. Man kann natürlich vieles über Trump sagen, aber eins muss man ihm lassen — er hat schon ein bisschen die Welt auf den Kopf gestellt. Nicht nur mit seiner Rhetorik, aber auch mit seiner Kampagne und der Art, wie er seine Kampagne geführt hat.“ 

    US-Wahl 2016
    © REUTERS / Rick Wilking

    Zum ersten Mal in der Geschichte der US-Wahlen habe jemand so wenig Geld für die Werbung ausgegeben wie Trump. Shkliarov bezeichnet die Wahl Trumps als ein ganz neues Kapitel in der Geschichte der US-Politik.

    Viele Analysen sagen, dass Bernie Sanders als eventueller Kandidat der Demokraten gegen Donald Trump gewonnen hätte. Auch Vitali Shkliarov ist der Meinung. Er betont, dass es sich da nicht um seine eigene Meinung handelt, sondern um eine Analyse der Fakten. Er nennt drei Gründe warum Sanders das Rennen gegen Trump eher als Clinton gemacht hätte:

     

    Zum ersten habe Bernie im Gegensatz zu Hillary vom ersten bis zum letzten Tag in den Meinungsumfragen immer vorne gelegen. Laut Shkliarov ganze 15 bis 17 Punkte.

    Zum zweiten müsse man auch sagen, dass Trump nur so einen Erfolg wegen Hillarys Persönlichkeit und der ganzen Skandale, die mit ihr zusammenhängen, hatte. Sie sei aufgrund der Geschichten schon verwundbar gewesen. Bei Sanders wäre das nicht der Fall gewesen. Er hätte nie einen großen Skandal gehabt. Gegen ihn sei nie ermittelt worden.

    Der dritte Faktor sei die Schwäche von Clintons Kampagne in Bezug auf die jungen Wähler gewesen. Sie habe keine Message gefunden, um die Jugendlichen anzusprechen. Das sei ihr großes Problem gewesen. Sie habe es da zwar etwas leichter gehabt, weil diese Zielgruppe auch für Trump sehr schwierig zugänglich war, das sei zugleich die größte Nische von Sanders gewesen.

     

    Die WikiLeaks-Enthüllungen über die unfaire Behandlung der demokratischen Parteispitze haben Shkliarov und das Wahlkampfteam von Bernie Sanders nicht überrascht.

    Sie hätten das im Team damals fast jeden Tag gespürt. Man hätte das an vielen Sachen ablesen können. Zum einen  an den Daten, Zahlen und Statistiken, die sie geführt hätten. An den Analysen und Modellen die sie geführt hätten. Und an den Veranstaltungen die sie jeden ausgerichtet haben. Shkliarov erzählt:

    „Jeden Tag haben wir drei große Events für Sanders aufgebaut. Das war mit Rockkonzerten von der Größe bis zu  20.000 Leuten vergleichbar. Währenddessen hat Hillary nur noch einmal in der Woche einen kleinen Event für 500 oder 1000 Leute ausgerichtet.“ 

    Damals sei das noch nur seine eigene Einschätzung gewesen. Mittlerweile weiß das durch die WikiLeaks- Enthüllungen aber jeder. Shkliarov betont:
    „Wir wussten das schon damals und wir haben das tagtäglich gefühlt. Bevor der Wahlkampf begonnen hat, hat sich Hillary schon fast 400 Superdelegierte eingeschnappt, wobei wir das Rennen gerade mal mit 37 beendet haben. Das kann ja nicht sein, dass ein Kandidat, für den 46 Prozent der ganzen Bevölkerung stimmen, trotzdem eine so disproportional kleine Anzahl an Super-Delegierten bekommt.“

     

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    Wahlkampagne, Kandidat, Präsidentenwahl, Demokratische Partei, Republikanische Partei der USA, Bernie Sanders, Donald Trump, Hillary Clinton, USA