14:50 10 August 2020
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    Donald Trump wird US-Präsident (182)
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    Donald Trumps Sieg ist nach Meinung der russischen Politologin Veronika Krascheninnikowa, die das Wahlergebnis mit großer Besorgnis betrachtet, ein gewaltiger Anreiz für die ultrarechten Kräfte in der Welt.

    Marine Le Pen war die Erste, die ihm zum Wahlsieg gratuliert hat“, sagte Krascheninnikowa, Mitglied des Ausschusses der Gesellschaftskammer für Entwicklung der Öffentlichkeitsdiplomatie,  in einer von Sputnik organisierten Diskussionsrunde. Der erste Erfolgstest für die Ultrarechten in Europa wird dann laut der Expertin die wiederholte Bundespräsidenten-Stichwahl in Österreich am 4. Dezember sein, bei der Norbert Hofer von der Freiheitlichen Partei Österreichs mit dem Sieg rechnet. „Durch Trumps Wahlsieg haben sich seine Chancen erheblich verbessert. Also kann sich Donald Trump durchaus als eine Art Büchse der Pandora entpuppen. Es kann eine völlig neue Epoche anbrechen.“

    Bei Amerika sollte man sich lieber auf das Schlimmste gefasst machen, dann werde das Beste zum Geschenk, ist sich die Expertin sicher. „Bisher haben sich eben die schlimmeren Prognosen am häufigsten verwirklicht.“

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    Das Wahlergebnis gebe der Zukunft ein hohes Maß an Ungewissheit. „Selbst wenn von dem, was Trump während des Wahlkampfes gesagt hat, nur ein kleiner Teil in seiner Politik als Präsident übrigbleibt, wird die Welt viel gefährlicher. Trump hat versprochen, die internationale Politik wie ein Business zu behandeln, dass er nur Geschäfte abschließen wird, die für Amerika von Vorteil sein werden.“ 

    Krascheninnikowa mahnt: „Im Hinblick darauf, wie er im Business Abschlüsse getätigt hat, lässt sich sagen, dass er ein äußerst aggressiver Geschäftsmann ist, dem man weitgehend misstrauen muss. Nicht zufällig hat New York gegen ihn gestimmt, da man dort gut weiß, wer Trump ist. Sollte er auch politische Geschäfte mit derselben Aggression abschließen, würde die Zahl der Kampfhandlungen nur zunehmen.“

    Der andere Diskussionsteilnehmer, Sergei Ordschonikidse, ein angesehener Diplomat und ehemaliger Vize-Außenminister Russlands, heute Vize-Sekretär der Gesellschaftskammer, bleibt optimistisch, während er Trumps Worte zitiert: „Wozu mit diesen Terroristen viel Umstände machen? Man muss sich mit Russland zusammentun und sie zerschlagen.“ Es gehe um das rationalistische Element, das bei jedem Geschäftsmann vorhanden sei, ist der Ex-Diplomat überzeugt. „Wo es für ihn vorteilhaft und bequem sein wird, geht er eine Zusammenarbeit mit Russland ein.“

    Riesige Staatsschulden der USA

    Einen Zugang zu billigen Naturschätzen und Arbeitskräften um jeden Preis bekommen, neue Wirtschaftsmärkte erschließen — darin liege eben die Lösung des Verschuldungsproblems Amerikas, ist sich Krascheninnikowa sicher. Dies habe auch die aggressive Militärpolitik der USA bedingt.

    Ordschonikidse gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass die USA bei ihren fünf Prozent der Erdbevölkerung ca. 50 Prozent aller Erdressourcen verbrauchen. „Bei einer solchen,,Fresslust‘ werden die den Vereinigten Staaten zugänglichen Ressourcen ziemlich schnell zu Ende gehen. So werden sie danach dort suchen, wo noch Ressourcen vorhanden sind. Sehen Sie sich die Regionen an und schätzen Sie die potentielle Möglichkeit des aggressiven Verhaltens der USA ab.“

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    Russland aber werde dennoch eine positive Agenda für die neue US-Administration erarbeiten und die Bereiche festlegen, in denen die beiden Länder künftig zusammenarbeiten könnten, so die Experten abschließend.

    Nikolaj Jolkin

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