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22:36 15 Juli 2019
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    Kampfflugzeug MiG-29

    Moskau übergibt sechs MiG-29 an Serbien – Belgrad spart 80 Millionen US-Dollar ein

    © Sputnik / Sergey Pivovarov
    Politik
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    Der Militärredakteur der serbischen Zeitung „Politika“ Miroslav Lazanski hat die Vereinbarung über die Übergabe von Militärtechnik an das Balkanland als durchaus vorteilhaft bewertet und darauf verwiesen, dass die serbische Luftwaffe dringend modernisiert werden müsse.

    Am Freitag hatte die serbische Tageszeitung „Večernje novosti" unter Berufung auf eine eigene Quelle in der serbischen Staatsführung berichtet, Moskau habe sich bereit erklärt, sechs Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29 und einige Panzer vom Typ T-72B3 an Serbien zu übergeben. Belgrad müsse lediglich die Instandsetzung der Kampfflugzeuge übernehmen. Die mögliche Überlassung des militärischen Materials sei bei der 15. Sitzung des Interregierungs-Ausschusses für handelswirtschaftliche und technisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit am 2. und 3. November im russischen Susdal hinter verschlossenen Türen erörtert worden.

    Die Vereinbarung sei ein Zeichen der vertrauensvollen Zusammenarbeit und der Freundschaft, äußerte der serbische Präsident Tomislav Nikolić in einem Interview mit Sputnik Serbien. „Wir werden niemanden angreifen, die Verteidigung unseres Landes sowie unseres Volkes jedoch sichern", sagte er.

    Die Kritiker der militärtechnischen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Belgrad bezweifeln, ob Serbien überhaupt imstande sei, die Kosten der Instandsetzung der Kampfflugzeuge zu tragen, und ob die Höhe der Kosten tatsächlich gerechtfertigt sei. 

    Dagegen behaupten die Befürworter der Vereinbarung, so würde es Serbien nach langjährigen Versuchen endlich schaffen, seine Luftwaffe  gründlich zu erneuern. Die verfügbaren serbischen Kampfflugzeuge würden veralten, ihre Betriebsdauer laufe 2018 bis 2019 aus.

    Darüber müsse man nicht diskutieren, die Vereinbarung sei angesichts der Bedingungen durchaus lukrativ, so der Militärredakteur Lazanski.

    „Die Flugzeuge können noch lange Zeit genutzt werden, und sie hätten mehr als 100 Millionen US-Dollar kosten können. Wir aber werden sie, inklusive der von Russland angegebenen Kosten für die Instandsetzung, für ungefähr 20 Millionen bekommen. Das bedeutet, Russland wird Serbien etwa 80 Millionen US-Dollar schenken, vielleicht auch mehr", betonte er in einem Interview mit Sputnik.

    Besonders vorteilhaft sei die Vereinbarung angesichts der starken Modernisierungsnot der serbischen Streitkräfte, sagte Lazanski:

    „Angesichts des Zustandes, in dem sich die serbische Armee befindet, wäre es sogar von großer Bedeutung, wenn uns jemand zwei Gewehre und eine halbe Kanone geschenkt hätte."

    Die serbischen Piloten könnten so ihre Trainings mit Flugzeugen derselben Generation fortsetzen. „Auf diese Weise werden wir die erfahrenen Flieger nicht verlieren. Das wäre sonst sehr schwierig aufzufangen", so Lazanski. 

    Zwar würden die vier verfügbaren Kampfflugzeuge zusammen mit den sechs neuen nicht einmal eine Staffel ausmachen, das sei dennoch besser, als die aktuelle Situation.

    „Für einen Krieg wäre eine solche Zahl von Kampfflugzeugen natürlich nicht ausreichend. Für die Kontrolle des Luftraumes und für die Sicherung des Gleichgewichts mit den Nachbarstaaten genügt das aber vollkommen", sagte er.

    In der kürzlichen Sitzung in Susdal war auch der eventuelle Kauf von Flugabwehrraketensystemen vom Typ „Buk" besprochen worden. Allerdings äußerten die serbischen Vertreter, Serbien verfüge nicht über die erforderliche Kaufsumme, die von einigen Experten auf rund 60 Millionen US-Dollar geschätzt wird.

    Die „Buk"-Raketensysteme seien ziemlich teuer, trotzdem aber günstiger, als die S300-Raketensysteme, sagte Lazanski. Sie könnten den verfügbaren Fliegerabwehr-Raketensystemen „Kub" und „Newa" gut angepasst werden und es Serbien ermöglichen, ein umfassendes Flugabwehrsystem aufzubauen.

    „Allerdings bin ich mir nicht sicher, dass wir so viel Geld haben und dass die Russen uns ein Buk-System schenken wollen. Eigentlich läuft die Geschicht mit dem Kauf russischer Waffen schon seit drei Jahren.  Eine Zeitlang konnten wir uns nicht entscheiden. Dann fürchteten wir, die Russen darum zu bitten, uns etwas zu verkaufen. Und dann, als diese Angst vorbei war, kamen diese Hindernisse durch den IWF. Daher würde ich einfach glücklich sein, wenn wir auch nur die Hälfte von dem erhalten, wovon gesprochen wird", sagte Lazanski abschließend.

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    Tags:
    Modernisierung, Luftwaffe, Reparatur, Übergabe, Flugabwehr-System Buk, T-72-Panzer, MiG-29, Miroslav Lazanski, Tomislav Nikolić, Russland, Serbien