12:43 08 Dezember 2019
SNA Radio
    Syriens Präsident Baschar al-Assad

    Anti-Terror-Kampf: Assad sieht in Trump potenziellen Verbündeten

    © Sputnik / Pressedienst des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad
    Politik
    Zum Kurzlink
    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
    7540
    Abonnieren

    Der neu gewählte US-Präsident Donald Trump kann ein „natürlicher Verbündeter“ Syriens sein, sollte er aktiv gegen den Terrorismus kämpfen, wie der syrische Präsident Baschar al-Assad laut der Agentur Sana in einem Interview gegenüber Portugals staatlicher Rundfunkanstalt sagte.

    „Derweil kann ich nichts dazu sagen, was Trump als Präsident tun wird. Wenn er aber gegen die Terroristen kämpfen wird, wird Syrien zusammen mit Russland, dem Iran und vielen anderen Ländern, die dem Terrorismus ein Ende setzen wollen, für Trump ein ‚natürlicher Verbündeter‘, ein Partner sein“, so Assad.     

    „Man muss abwarten, bis er sein Amt als Präsident offiziell antritt. Wir wollen immer, dass die USA keine voreingenommene Position einnehmen, das Völkerrecht einhalten und sich nicht in Angelegenheiten anderer Staaten einmischen“, so Syriens Präsident.

    „Natürlich müssen die USA aufhören, die Terroristen in Syrien zu unterstützen“, betonte Assad in seiner ersten Reaktion auf die Ergebnisse der US-Präsidentenwahl vergangene Woche.

    Antwort an Pence

    Assad kritisierte allerdings auch den bisherigen außenpolitischen Kurs der USA: Hauptproblem sei, dass „sich die Amerikaner als Weltrichter verstehen“. Damit reagierte er auch auf die jüngste Erklärung des künftigen US-Vizepräsidenten Mike Pence, der zuvor davor gewarnt hatte, eine militärische Operation in Aleppo könne zu einer neuen humanitären Katastrophe führen.

    Assad betonte: „Die USA sind ein unabhängiger Staat, der sich nicht in innere Angelegenheiten anderer Länder einmischen muss. Da sie dies aber die vergangenen 50 Jahre taten, rechnen wir nicht mit einer besonderen Veränderung in dieser Politik.“

    Rüge an Erdogan

    Auch am türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan übte Assad starke Kritik, nachdem die türkische Armee ohne Zustimmung von Damaskus einen Einsatz in Nordsyrien eingeleitet hatte. „Dieser Mann hat Größenwahn“, so der syrische Staatschef. „Er lebt im Osmanischen Reich und nicht in der jetzigen Welt. Er ist sehr weit von der Realität entfernt“.

    Lob für Moskau

    Russlands Rolle im Anti-Terror-Kampf schätzte Assad derweil positiv ein. Er wies dabei auch daraufhin, dass dieses Bündnis nicht neu sei, sondern Moskau Damaskus vielmehr bereits seit Jahrhunderten mit Waffen aushelfe.

    Am 8. November war der republikanische Präsidentschaftskandidat und US-Milliardär Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden. Am 20. Januar soll er offiziell sein Amt antreten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)

    Zum Thema:

    Türkischer Politikexperte: „Trump kann Dialog mit syrischen Behörden anbahnen“
    Trump legt seine Pläne zu Syrien offen
    Moskau: Überhaupt keine Daten über Terroristen in Syrien von USA erhalten
    Putin: USA sollen für Trennung von Opposition und Terroristen in Syrien sorgen
    Tags:
    Anti-Terror-Kampf, Verbündete, Recep Tayyip Erdogan, Mike Pence, Baschar al-Assad, Donald Trump, Osmanisches Reich, USA, Russland, Syrien