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    Kämpfer in Aleppo verfolgt US-Wahl

    Anti-Terror-Kampf in Syrien: Gibt‘s unter Trump gemeinsame Luftschläge mit Russland?

    © REUTERS / Abdalrhman Ismail
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    Der designierte US-Präsident Donald Trump kommt nach seinem Amtsantritt möglicherweise auf die im September mit Russland erzielte Absprache über gemeinsame Luftangriffe gegen Terroristen in Syrien sowie die Einrichtung eines gemeinsamen Exekutivzentrums zurück, wie die Zeitung „The Washington Times“ am Dienstag schreibt.

    US-Flagge in Nordsyrien (Archivbild)
    © AFP 2019 / Delil Souleiman
    Militärs aus dem Pentagon und Diplomaten des US-Außenministeriums sagten demnach gegenüber der Zeitung, sie seien bereit, dem politischen Kurs des Geschäftsmannes zu folgen. Ein wahrscheinlicher nächster Schritt in der Zusammenarbeit mit Moskau in Syrien könnte die Rückkehr zu den Vereinbarungen über gemeinsame Schläge gegen Kämpfer-Positionen sein. „Wir waren zur Erfüllung der gestellten Aufgabe bereit, und wir können auch wieder dazu bereit sein“, hieß es laut der „Washington Times“ aus dem Pentagon.

    Im US-Außenamt habe es derweil geheißen, die früheren Vereinbarungen zu Syrien würden unter der neuen Regierung offenbar wieder auf den Tisch kommen. Noch allerdings sei ungewiss, ob Trump sich letztlich wirklich zu einer Rückkehr zu dieser Vereinbarung entscheiden werde.

    Der ehemalige Direktor der Defense Intelligence Agency (DIA), Mike Flynn, welcher als möglicher Sicherheitsberater des neuen Staatschefs in Betracht gezogen wird, tritt derweil bereits für eine neue Ära in der amerikanisch-russischen militärischen Zusammenarbeit ein.

    Russlands Präsident Putin und sein künftiger US-Amtskollege Trump seien zuvor, wie der Pressedienst des Kremls mitteilte, in ihrem Telefonat übereingekommen, dass „es notwendig ist, die Bemühungen im Kampf gegen den gemeinsamen Feind Nr. 1 – den internationalen Terrorismus und Extremismus – zu vereinigen“.

    Vorgeschichte: Die russisch-amerikanischen Vereinbarungen zu Syrien

    Syriens Präsident Baschar al-Assad
    © Sputnik / Pressedienst des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad

    Um Mitternacht des 12. September, zum muslimischen Opferfest „Eid al-Adha“, war in Syrien eine 48-stündige Waffenruhe in Kraft getreten, die am 14. September um weitere 48-Stunden verlängert worden war. Die diesbezügliche Vereinbarung trafen die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, am 9. September nach ihren Verhandlungen in Genf. Beide Außenminister vereinbarten damals die Einrichtung eines gemeinsamen russisch-amerikanischen Zentrums zur Trennung der Opposition von den terroristischen Gruppierungen, die Koordinierung der Schläge der russischen und amerikanischen Luftwaffe gegen die Extremisten sowie die Gewährleistung eines humanitären Zugangs nach Aleppo. Diese Vereinbarungen wurden in fünf Dokumenten verankert.

    Am 3. Oktober erklärte dann jedoch der Pressesprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, die Vereinigten Staaten würden das bilaterale diplomatische Zusammenwirken mit Russland – auch zur Erzielung einer Waffenruhe und  Anbahnung der militärischen und geheimdienstlichen Zusammenarbeit in Syrien – einstellen. Das russische Außenministerium äußerte daraufhin sein Bedauern über diese Entscheidung.

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