10:47 26 Juli 2017
SNA Radio
    Polizisten beim Großeinsatz nach der Schießerei im Olympia Einkaufszentrum im Nordwesten Münchens

    EU-Experte: Die Terrorgefahr in Deutschland ist real

    © AP Photo/ Wael Ladki
    Politik
    Zum Kurzlink
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
    3593123

    Zwar hat sich die Kooperation unter Sicherheitsdiensten zwischen den Staaten ein Jahr nach Paris verstärkt, konnte nach Ansicht von Josef Janning, EU-Experte für Internationale Beziehungen, international kein Mittel gefunden werden, wie der Radikalisierung und der Gewalt zu begegnen ist.

    „Die Terrorgefahr in Deutschland oder in Ländern wie Deutschland, ist relativ hoch einzuschätzen, auch wenn man den Eindruck gewinnen muss, dass die Vorbeugung und Sensibilität der Sicherheitsbehörden in entsprechendem Maße mitgewachsen ist. Diese Gefährdungslage wird nicht so schnell abnehmen“, so der Experte in einem Sputnik-Interview.

    Janning wies darauf hin, dass in Berlin vor einigen Tagen ein Terrorverdächtiger festgenommen worden sei. In der Auswertung der Information, die über Überwachungskameras gesammelt wurde, stellte sich heraus, dass er bestimmte Ziele in Berlin besucht hätte, und dass es sich dabei um mögliche Tatorte gehandelt haben könnte. „Die Fähigkeit von Sicherheitsbehörden, auf Verdachtsmomente zu reagieren, ist substantiell, was natürlich keine absolute Sicherheit schafft“, sagte er.

    Der Terrorismus hat sich geändert – von geplanten und gut koordinierten Angriffen, wie in Paris und Brüssel, bis hin zu den Angriffen der Einzeltäter in Nizza und Würzburg.

    „Es ist zwar klar, dass man gegen solche Taten Einzelner weniger machen kann als durch Überwachungs- und Aufklärungsmaßnahmen gegenüber den organisierten Anschlägen, denn dort muss mehr Kommunikation und Interaktion stattfinden. Dem organisierten Terror fällt es schwerer, Anschläge auszuführen. Das Wirken von Einzeltätern ist schwieriger vorherzusehen, aufzudecken und zu verhindern“, betonte Janning.

    Seiner Meinung nach wären die Handlungen der USA, Russlands und der EU gegen den IS-Terrorismus in Syrien und im Irak nur dann sinnvoll, wenn es gelinge, im Nahen Osten mehr an Stabilität und Ordnung zu schaffen. „Der Kern ist die politische Lösung. Das, was man mit militärischen Instrumenten und mit Sicherheitsmaßnahmen machen kann, dient nur der Eindämmung der Gefahr, löst aber das Problem nicht.“

    Themen:
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)

    Zum Thema:

    Verfassungsschutz: IS-Niederlage in Mossul kann Terrorgefahr in Deutschland erhöhen
    Deutschlandweite Anti-Terror-Razzien: Substanzen zur Sprengstoffherstellung gefunden
    Terrorverdacht: SEK führt deutschlandweit Razzien gegen Islamisten-Szene durch
    Niger hofft auf deutschen „Versorgungsstützpunkt“ für Anti-Terror-Kampf
    Tags:
    Terrorismus, Deutschland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren