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06:48 18 Oktober 2019
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    Nicolas Sarkozy und Muammar Gaddafi (Archivbild)

    Nach acht Jahren: Geschäftsmann gesteht Übergabe von Gaddafi-Geld an Sarkozy

    © AP Photo / Francois Mori
    Politik
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    Der französisch-libanesische Geschäftsmann Ziad Takieddine hat gestanden, persönlich Geld übergeben zu haben, mit dem der ehemalige Staatschef Muammar al-Gaddafi den Wahlkampf des damaligen Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkozy finanziert haben soll. Ein entsprechendes Video veröffentlichte das französische Online-Magazin „Mediapart“.

    Das Video zeigt Takieddine, der behauptet, er habe  Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro Bargeld an den einstigen Präsidentschaftskandidaten und an den Leiter seines  Wahlkampfbüros, Claude Guéant, im Zeitraum von November 2006 bis Mai 2007 übergeben. Das Geld habe Takieddine in drei Tranchen zum Sitz des französischen Innenministeriums am Place Beauvau in Paris, das Sarkozy damals leitete, gebracht.

    „Ich will den Mafia-Zustand anprangern, in dem wir leben", sagte Takieddine.

    Wie der französische TV-Sender BFM TV berichtete, war das Geld  für Sarkozys Wahlkampagne bestimmt.

    Für Sarkozy wird Takieddines Aussage in einem äußerst unpassenden Moment veröffentlicht, weil am kommenden Sonntag die Vorwahlen in der rechts-zentristischen Republikaner-Partei stattfinden sollen, wo er den Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé, bezwingen will.

    Sarkozys Umgebung äußerte sich nicht zu dem Thema. 

    Ein Rechtsanwalt von Claude Guéant sagte, sein Mandant sei immer ein grundehrlicher Mensch gewesen. „Er hat  niemals von Gaddafis Geld gehört, mit dem der Wahlkampf von Sarkozy unterstützt worden sein soll", äußerte er.  

    Im März 2015 war Guéant der illegalen Finanzierung der Wahlkampagne  von Sarkozy beschuldigt worden.

    Der Skandal um die mögliche finanzielle Unterstützung Sarkozys durch Gaddafi war im Frühjahr 2012 ausgebrochen, als „Mediapart" Dokumente veröffentlichte, die nachweisen sollten, dass die libysche Staatsführung den Wahlkampf Sarkozys angeblich mit 50 Millionen Euro finanziert haben sollte. Sarkozy bezeichnete diese Nachricht als eine „grandiose Fälschung".

    Ende Januar 2014 hatte der TV-Sender France 3 TV eines der letzten Interviews von Gaddafi ausgestrahlt, in dem dieser behauptete, Sarkozy habe  ihn um Hilfe gebeten, als er den Posten des Innenministers bekleidete. Dabei  nannte er keine Summe, die er dem französischen Politiker übergeben haben soll.

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    Tags:
    Übergabe, Geld, Wahlkampf, Präsidentenwahl, Muammar al-Gaddafi, Nicolas Sarkozy, Libanon, Libyen, Frankreich