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02:33 18 August 2019
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    Igor Dodon, neuer Präsident der Ex-Sowjetrepublik MoldauDer gewählte bulgarische Präsident Rumen Radev

    Schlag zu unpassender Zeit– NYT bewertet Wahlergebnisse in Bulgarien und Moldau

    © AP Photo / Vadim Ghirda © REUTERS / Marko Djurica
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    Der Sieg prorussischer Kandidaten bei den jüngsten Präsidentenwahlen in Bulgarien und Moldau ist das Ergebnis gewisser antiglobalistischer und nationalorientierter Stimmungen, die in Europa und den USA immer deutlicher zu spüren sind. Das berichtete die „New York Times“ (NYT) am Mittwoch.

    „Die Abkehr von prowestlichen Kandidaten resultiert aus der Unzufriedenheit der Wähler mit den korrupten Behörden und dem Zurückbleiben vom Lebensniveau westlicher Länder, das nach dem Zerfall des sozialistischen Systems in Osteuropa immer deutlicher zu spüren ist. Zudem wird die Enttäuschung über westliche Werte vor dem Hintergrund eines massiv zugenommenen Flüchtlingsstromes aus dem Nahen Osten stärker“, schrieb das Blatt.

    „Man kann auch die Bedeutung der historischen Verbindungen der beiden Länder mit Russland nicht bestreiten. Die Verhängung von Sanktionen gegen Russland schlug auf die Wirtschaften beider Länder ernsthaft zurück. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Bürger ihre Stimmen für Kandidaten abgegeben haben, die eine Verbesserung der Beziehungen zu Moskau versprochen hatten“, hieß es in dem Beitrag.

    Bislang sei noch nicht klar, wie weit Moldau und Bulgarien bei der Annäherung zu Russland gehen würden. Aber bereits jetzt liege klar auf der Hand, dass die Unzufriedenheit des Volkes mit dem prowestlichen Kurs der früheren Regierungen Folgen habe, mit denen kaum jemand im Westen gerechnet habe. Das lasse einen Vergleich mit der jüngsten Präsidentenwahl in den USA zu.

    „Egal aus welchen Gründen die Bürger beider Länder die prorussischen Kandidaten unterstützt haben: Dem Westen wurde zu absolut unpassender Zeit ein neuer Schlag versetzt“, schrieb der Autor.

    Im November hatten Bulgarien und Moldau ihre neuen Präsidenten gewählt. Der frühere bulgarische Luftwaffenchef Rumen Radev, der gegen die EU- und NATO-Mitgliedschaft seines Landes ist, erhielt 59,35 Prozent der Stimmen. Der moldauische Sozialist Igor Dodon konnte bei der Stichwahl 52,18 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Während der Wahlkampagnen hatten sich die beiden Kandidaten für die Verbesserung der Beziehungen zu Russland ausgesprochen.

     

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    Bewertung, Wahlergebnisse, New York Times, Rumen Radev, Igor Dodon, Moldau, Bulgarien