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    Sarkozy zu Gaddafi-Geldaffäre: „Ich verachte meine Verleumder“

    © AP Photo / Thibault Camus
    Politik
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    Der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat die erneuten Vorwürfe wegen der angeblichen Finanzierung seines Wahlkampfes 2007 durch Muammar Gaddafi in Zusammenhang mit den anstehenden Präsidentschafts-Vorwahlen gebracht, an denen er als Bewerber um die Präsidentenkandidatur teilnehmen wird. Darüber berichtet die Zeitung „Le Figaro“.

    Am Dienstag hatte das Online-Portal Mediapart ein Interview mit dem französisch-libanesischen Geschäftsmann Ziad Takieddine veröffentlicht, in dem er behauptete, in der Zeit von November 2006 bis Mai 2007 persönlich Gelder vom ehemaligen libyschen Staatschef Muammar Gaddafi an den damaligen französischen Innenminister Nicolas Sarkozy übergeben zu haben. Takieddine wollte insgesamt fünf Millionen Euro in bar für Sarkozys Präsidentschaftswahlkampagne ausgehändigt haben. Einmal habe er das Geld dem Innenminister selbst und zweimal seinem Wahlstabschef Claude Guéant anvertraut.

    „Ich empfinde nur Verachtung für diesen Saftladen, der jahrelang erfolglos versucht, mich zu verleumden — von der Bettencourt-Affäre bis zum Fall Gaddafi während des Wahlkampfes 2012. Jedes Mal sind diese Informationen unbegründet und widersprechen den Tatsachen. Herr Takieddin hatte gesagt, er habe mich seit 2003 nicht gesehen, und jetzt erfindet er eine neue Version", sagte Sarkozy in einem Interview mit der Zeitung „Le Figaro". Dieses „ekelhafte Manöver" solle die Vorwahl der Republikaner beeinflussen.

    Nachdem Takeddines Interview veröffentlicht worden war, verhörten ihn Ermittler der französischen Kriminalpolizei und äußerten, sie schlössen eine erneute Vernehmung nicht aus.

    Die Vorwahlen zur Wahl des Präsidentschaftskandidaten der Republikaner-Partei finden in zwei Wahlgängen am 20. und 27. November statt. „Die Republikaner" gelten als die größte Oppositionskraft, die den regierenden Sozialisten entgegensteht.

    Sarkozys Rechtsanwalt Thierry Herzog verurteilte die „grobe Manipulation" und drohte mit einer Klage wegen der Veröffentlichung des Interviews von Takeddine. Herzog sagte ebenfalls, das Internet-Portal versuche, seinen Mandanten einige Tage vor der Vorwahl zu verleumden.

    Im Frühjahr 2012, nachdem Sarkozy seine Wiederwahl zum Präsidenten verpasst hatte, veröffentlichte Mediapart Dokumente, die nachweisen sollten, dass die libysche Staatsführung den Wahlkampf Sarkozys 2007 angeblich mit 50 Millionen Euro finanziert haben sollte.

    Neben Sarkozy kämpfen weitere sechs Mitbewerberinnen und Mitbewerber um die Möglichkeit, im April 2017 für den Präsidentschaftsposten zu kandidieren. Darunter sind die beiden ehemaligen Premierminister Alain Juppé und François Fillon sowie die Abgeordneten Bruno Le Maire, Jean-François Copé, Nathalie Kosciusko-Morizet und Jean-Frédéric Poisson.

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