09:07 17 Dezember 2017
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    Rodrigo Duterte und Wladimir Putin bei APEC

    US-Heroes sind out: Duterte trifft bei APEC seinen russischen „Lieblingshelden“

    © Sputnik/ Mihail Klimentjew
    Politik
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    Bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am Rande des Gipfeltreffens des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) hat sich der philippinische Präsident Rodrigo Duterte über die „Schikane“ der „scheinheiligen“ USA und westlicher Länder beklagt.

    Putin begann seine gemeinsame Rede mit Duterte mit lobenden Worten: In den 40-jährigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern  sei „vieles für die Entwicklung einer umfassenden Partnerschaft und eines erhöhten Vertrauens“ getan worden, heißt es im Protokoll zu der Begegnung auf der Kreml-Webseite.

    Darüber hinaus gratulierte Putin dem philippinischen Machthaber anlässlich dessen Wahl-Sieges am 9. Mai, einem Tag, der als "Tag des Sieges" über Hitlerdeutschland im Zweiten Weltkrieg in Russland traditionell eine sehr wichtige Rolle spielt.

    Duterte bedankte sich und gab seinerseits zu, schon lange darauf gewartet zu haben, den russischen Staatschef einmal persönlich kennenzulernen: „Nicht nur, weil Sie der Vertreter eines großen Landes sind, sondern auch wegen Ihrer persönlichen Führungsstärke.“ Sein Land habe sich stets dem Westen zugewandt, in letzter Zeit würden westlichen Staaten jedoch eine destruktive Politik verfolgen.

    „Heute sehen wir immer öfter, wie die westlichen Länder die kleinen Nationen anzufallen versuchen und schikanieren — und das ist ein Anzeichen ihrer Scheinheiligkeit“, so Duterte. Die USA zettelten "gern Kriege an, kämpften aber nicht gern".

    Zuvor hatte Duterte den russischen Präsidenten als seinen „Lieblingsheld“ bezeichnet. Vor seiner Reise nach Lima hatte der philippinische Machthaber einen Rückzug seines Landes vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Erwägung gezogen. „Russland trat zurück. Ich werde vielleicht dasselbe tun“, betonte er. Sollten außerdem China und Russland eine „neue Ordnung“ herstellen, würde er diese sofort unterstützen: „(…) dann werde ich der erste sein, der sich dieser anschließt“, so Duterte.

    Vor Dutertes Amtsantritt galten die Philippinen mehrere Jahrzehnte lang als einer der wichtigsten US-Verbündeten im asiatischen Raum. Seit geraumer Zeit sind die Beziehungen Washingtons und Manilas aber deutlich abgekühlt. So hatte Duterte den US-Präsidente Barack Obama mehrmals  als "Hurensohn" bezeichnet. Im Oktober hatte Duterte bei einem China-Besuch sogar eine „Trennung“ von den USA verkündet.

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    Tags:
    APEC-Gipfel, Wladimir Putin, Rodrigo Duterte, Russland, Philippinen, USA, Lima, Peru