00:59 30 März 2017
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    Französische Soldaten neben einem Leclerc-Panzer - Archivbild

    Baltikum: Frankreich schickt fünf Panzer und Hunderte Soldaten an Russlands Grenzen

    © AFP 2017/ THOMAS COEX / AFP
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    Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hat seinem estnischen Amtskollegen Hannes Hanso persönlich versichert, dass Paris im kommenden Jahr 300 Militärse und fünf Panzer in Estland stationieren wird.

    „Das Treffen der Minister fand im Rahmen des Internationalen Sicherheitsforums im kanadischen Halifax statt. Jean-Yves Le Drian versicherte Hannes Hanso, dass Paris 2017 300 Soldaten, fünf Leclerc-Kampfpanzer und Schützenpanzer nach Estland schicken wird“, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums.

    „Wir sind überzeugt, dass die europäische Verteidigung durch eine Steigerung der Nato-Militärpräsenz in der Ostseeregion gestärkt werden muss, insbesondere in Ländern an der östlichen Grenze des Bündnisses“, betonte Hanso.

    Zuvor hatte der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz mitgeteilt, dass die USA und die Nato rund 6.000 Soldaten auf polnischem Gebiet stationieren würden.

    Der Beschluss, die Nato-Ostflanke zu stärken, war Ende 2014 als Reaktion auf die Ereignisse auf der Krim und in der Ukraine getroffen worden und im Juli dieses Jahres beim Nato-Gipfel in Warschau endgültig gebilligt worden.

    Die Nato will schon 2017 gleich vier multinationale Bataillone in den baltischen Staaten und in Polen stationieren. Zur Bildung der Truppen sind bereits die verantwortlichen Staaten bestimmt worden: In Lettland wird Deutschland die Federführung übernehmen, in Litauen Kanada, in Estland Großbritannien und in Polen die USA.

    Russlands ständiger Vertreter bei der Nato, Alexander Gruschko, hatte erklärt, dass diese Beschlüsse die Länder Osteuropas zu einem Brückenkopf für den weiteren militärischen Ausbau verwandeln und so eine kriegerische Dimension in die Beziehungen zu Russland eingeführt werde.

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor geäußert, dass Moskau auf die ihm aufgezwungene Konfrontation mit den USA, der Nato und der EU nicht eingehen wolle, aber unter allen Bedingungen die Sicherheit für das Land als auch für seine Bürger gewährleisten werde.

    Das Nato-Bataillon in Estland wird aus 1.100 Soldaten bestehen – 800 davon aus Großbritannien und 300 aus Frankreich. Später sollen die Franzosen von den Dänen ersetzt werden. Außerdem sollen Schützenpanzer des Typs Warrior, Panzer des Typs Challenger 2 und Aufklärungsdrohnen aus Großbritannien in den Baltenstaat verlegt werden. Aus Frankreich soll schwere Militärausrüstung geliefert werden.

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    Tags:
    NATO, Hannes Hanso, Jean-Yves Le Drian, Baltikum, Estland, USA