11:21 26 September 2017
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    Atatürk-Masouleum in Ankara

    Türkischer Vizepremier kommentiert möglichen SOZ-Beitritt Ankaras

    © Sputnik/ Grigori Sysojev
    Politik
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    Ankara kann der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) beitreten, ohne dabei die Beziehungen zu anderen Organisationen zu unterbrechen, wie der türkische Vizeministerpräsident Numan Kurtulmus am Montag sagte.

    „Die Türkei ist eines der wenigen Länder, das die Beziehungen gleichzeitig zu verschiedenen Bündnissen unterhalten kann. Gerade darin besteht unsere Stärke. Jetzt haben wir einen Beobachterstatus bei der SOZ. Unser Präsident hat aber die Absicht bekundet, der SOZ beizutreten, wie er bereits mitgeteilt hatte. Wir werden sehen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Dennoch bedeutet dies nicht, dass wir die Beziehungen zu anderen Organisationen unterbrechen werden“, so Kurtulmus.          

    Zuvor hatte Erdogan mitgeteilt, dass die EU für die Türkei nicht mehr der einzige mögliche Partner sei. Ankara erwäge zurzeit auch einen möglichen Anschluss an die SOZ.

    „Der Brexit kann sich ausweiten, derartige Stimmen kommen auch aus Frankreich und Italien. In dieser Situation muss sich die Türkei absichern. Warum kann denn die Türkei kein SOZ-Mitglied werden? Ich habe darüber bereits mit den Präsidenten Russlands und Kasachstans, Wladimir Putin und Nursultan Nasarbajew, gesprochen“, so Erdogan.

    Der SOZ-Beitritt würde Ankara eine größere Handlungsfreiheit gewährleisten.

    Ein SOZ-Regierungstreffen. Archivbild
    © Sputnik/ Alexander Astafiev
    Der im Jahre 2001 gegründeten SOZ gehören Russland, China, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan an.  Im Jahre 2015 hatten Indien und Pakistan das Verfahren zur Aufnahme in diese Organisation eingeleitet. SOZ-Partnerländer sind Armenien, Aserbaidschan, Kambodscha, Nepal, die Türkei und Sri Lanka.

    Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wurden 2005 aufgenommen, aber mehrmals durch Streitigkeiten erschwert. Derzeit sind 16 der 35 Verhandlungskapitel des EU-Beitrittsdossiers offen. Im März erklärten die Staats- und Regierungschefs der EU sich bereit, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu aktivieren — im Gegenzug für deren Zustimmung, den Zustrom der Migranten, die über ihr Staatsgebiet in die EU gelangen wollen, zu verringern.

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    Tags:
    Kirgistan, Beitritt, SOZ, Recep Tayyip Erdogan, Nursultan Nasarbajew, Wladimir Putin, Numan Kurtulmus, Sri Lanka, Nepal, Kambodscha, Aserbaidschan, Armenien, Usbekistan, Tadschikistan, Kasachstan, China, Türkei
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