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23:25 19 Juli 2019
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    Küstenschutz-Raketenkomplex Bastion

    Russland stationiert Überschall-Raketen auf Kurilen-Inseln

    © Sputnik / Vitaliy Ankov
    Politik
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    Russland hat einem Zeitungsbericht zufolge moderne Seezielflugkörper auf den Kurilen-Inseln stationiert. Experten betrachten dies als Signal an Japan, das einen Teil der Inselgruppe beansprucht. Ein Skandal zwischen Moskau und Tokio bleibt laut Prognosen allerdings eher aus.

    Wie die russische Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag berichtet, sind Startvorrichtungen des Typs Bastion auf der Insel Iturup bereits in Dienst. Vorrichtungen des Typs Bal würden unterdessen auf der benachbarten Insel Kunaschir stationiert. Die beiden Militäreinheiten gehören der 72. Küsten-Raketenbrigade an. Noch vor Jahresende sollen Schießübungen stattfinden.

    Die Bastion-Startanlagen seien mit Überschall-Seezielflugkörpern Onyx/Jachont ausgestattet. Diese können aber auch landgestützte Ziele ins Visier nehmen, wie ihr jüngster Einsatz in Syrien bestätigte. Ihre Reichweite beträgt bis zu 500 Kilometer. Startvorrichtungen des Typs Bal sind dafür geeignet, Kh-35-Raketen abzufeuern, um Ziele in rund 300 Kilometer Entfernung zu treffen. 

    Russische Marine und Küstenschutz feuern Raketen auf Schrottschiff ab (VIDEO)

    Der russische Militärhistoriker Dmitri Boltenkow sagte dem Blatt: „In den 1980er Jahren waren Einheiten mit Startvorrichtungen Redut und Rubesch auf den Kurilen-Inseln stationiert gewesen, und zwar auf Simuschir und Iturup. In der ersten Hälfe der 1990er Jahren wurden sie allerdings zurückgezogen und aufgelöst.“

    Alexander Panow, einst Russlands Botschafter in Japan, kommentierte, es liege die Vermutung nahe, dass Russland nun seine Entschlossenheit betonen wolle, den von Japan beanspruchten Kurilen-Teil zu behalten.

    Stein des Anstoßes seien die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Chabomai, die Japan nach dem Zweiten Weltkrieg verloren hatte. Wegen des Streites bleibe ein Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern bislang aus.

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    Im Hinblick auf die Raketen-Stationierung durch Russland sagte Panow jedoch: „Wahrscheinlich werden die Japaner darüber hinwegschauen, denn im Dezember ist ein Gipfeltreffen geplant und im russisch-japanischen Verhältnis zeichnet sich eine positive Dynamik ab.“

    „Einen Skandal braucht niemand. Über diplomatische Kanäle werden die Japaner allerdings möglicherweise um eine Erläuterung zur Aufstockung der russischen Militärpräsenz bitten“, prognostizierte der Ex-Botschafter.  

    „Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat einen guten strategischen Durchblick und begreift, dass Japan selbständiger werden soll. Für diese Zwecke wären feste partnerschaftliche Beziehungen mit Russland wichtig. Das soll ermöglichen, den zunehmenden Einfluss Chinas auszugleichen, aber auch die Wirtschaft zu stimulieren – durch einen Ausbau der Beziehungen mit dem russischen Fernen Osten“, so Panow.

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    Tags:
    3K-60 Bal, Bastion-System, Shinzo Abe, Russland, Kurilen