20:35 30 März 2017
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    FPÖ-Präsidentschaftskndidat Norbert Hofer

    “Flüchtlinge menschenwürdig in Afrika unterbringen” - FPÖ-Kandidat Hofer exklusiv

    © REUTERS/ Leonhard Foeger
    Politik
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    Laut den Prognosen hat Norbert Hofer weiterhin gute Chancen, in die Hofburg einzuziehen. Aber was kann man vom FPÖ-Politiker als österreichischen Bundespräsidenten erwarten? Auf jeden Fall mehr Nähe zu Russland, so Hofer.

    Sputnik-Korrespondentin Ilona Pfeffer sprach mit dem Präsidentschaftskandidaten der Freiheitlichen Partei.

    Herr Hofer, am 4. Dezember macht Österreich einen neuen Anlauf, einen Bundespräsidenten zu wählen. Und wenn man sich den bisherigen Verlauf ansieht, dann haben Sie sehr gute Chancen, das Rennen zu machen. Wenn Sie jetzt tatsächlich Präsident werden, was werden ihre ersten Schritte sein? Was möchten Sie anpacken?

    Zunächst gebe ich Ihnen Recht, es gibt eine sehr gute Stimmung und wenn ich mir die Wettquoten ansehe, ist es interessant, wie sie sich entwickeln. Die erste Maßnahme wird natürlich sein, dass ich die Regierung zu mir einlade, um mit ihr abzuklären welche Maßnahmen in den nächsten Monaten geplant sind, und dann werde ich eine Bundesländertour machen und in jedem Bundesland Sprechtage machen. Das wird auch etwas sein, was mir sehr am Herzen liegt.

    Welche Themen werden Sie dabei ansprechen, was liegt Ihnen da genau am Herzen?

    Die Bundestaatsreformen. Der Rechnungshof hat sehr viele Vorschläge vorgelegt, wie wir den Staat besser organisieren können, damit letztendlich die Steuerlast sinken kann, die Kaufkraft steigt und die Betriebe wieder die Möglichkeit haben, Mitarbeiter einzustellen. Ich höre immer wieder aus der Wirtschaft: "Lasst uns doch bitte einfach arbeiten!" Es gibt sehr große bürokratische Hürden, das ist das größte Problem. Und das zweitgrößte Problem ist die hohe Steuerlast und da müssen wir schauen, dass wir die senken. Das ist mein Hauptanliegen.

    In Europa und darüber hinaus beobachtet man zurzeit eine starke Tendenz, dass sich die Menschen wieder konservativen Parteien zuwenden. Was glauben Sie sind die Ursachen dafür und was haben die regierenden Parteien bisher falsch gemacht?

    Ich glaube, dass der alte Mainstream, der über Jahre hinweg gegolten hat, jetzt nicht mehr gilt. Es ist so, dass sich die Menschen auch auf Grund der Veränderungen in der Gesellschaft sehr stark auf ihre Werte rückbesinnen, also auf das, was auch uns in Europa eigentlich ausmacht. Und für mich sind das die Wurzeln des Judentums und des Christentums, geadelt durch Humanismus und Aufklärung. Und das ist ein Grund, warum man sich auch wieder stärker konservativen Werten zuwendet.

    Bei seinem Abschiedsbesuch hat Obama die deutsche Bundeskanzlerin Merkel als letzte Verfechterin der demokratischen Werte in Europa bezeichnet. Zugleich machen sie aber viele für die Flüchtlingskrise verantwortlich. Wie bewerten Sie Merkels Rolle für Europa und wie würden Sie die Beziehungen zwischen Österreich und Deutschland beschreiben?

    Also zunächst halte ich die Aussage für eine unglückliche Formulierung, weil wir in Europa natürlich demokratisch geprägt sind, es in allen Ländern Demokratien gibt und die gewählten Politiker natürlich demokratischen Werten verpflichtet sind. Ich glaube, dass Frau Merkel gute Arbeit für Europa geleistet hat, nicht aber im Bereich der Flüchtlingspolitik. Dieses "Wir schaffen das" hat uns letztendlich erheblichen Schaden zugefügt und ich glaube auch nicht, dass es zu schaffen ist, eine weitere Flüchtlingswelle vom Ausmaß des Vorjahres zu verkraften. Das müssen wir auch ganz offen und ehrlich sagen.

    Was wäre Ihr Kurs in Sachen Flüchtlingspolitik?

    Die Beste und vernünftigste Lösung wäre, in Nordafrika eine sichere Zone zu schaffen, wo die Menschen einen sicheren Hafen finden, wohin man flüchten kann. Dort sollen diese Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht sein, dort sollen die Asylverfahren stattfinden, dort soll getrennt werden zwischen echten Asylberechtigten und denjenigen, die nur aus wirtschaftlichen Gründen nach Europa kommen wollen. Und dann sollen die wirklich Asylberechtigten auch eine sichere Überfahrt nach Europa erhalten. Denn es sind viele Menschen im Meer gestorben, weil sie sich Schleppern anvertraut haben und diesen Schleppern müssen wir das Handwerk legen.

    Man sagt Ihnen nach, durchaus offen gegenüber Russland zu sein. Wenn die FPÖ künftig Österreichs Geschicke maßgeblich mitbestimmt, was dürfen wir dann in puncto Russlandbeziehungen erwarten?

    Ich werde mich sehr stark für das Ende der Russlandsanktionen einsetzen, weil ich fest davon überzeugt bin, dass Sanktionen eine Gesprächsbasis verhindern, dass sie der Wirtschaft und der Landwirtschaft schaden und dass sie Arbeitsplätze vernichten. Die Europäische Union wurde mit der Idee gegründet, dass Staaten wirtschaftlich zusammenarbeiten sollen und diese enge Zusammenarbeit auch Frieden schafft. Und daher ist umgekehrt der Weg der Sanktionen keine Maßnahme, den Frieden zu sichern.

    Gut, dann andersherum gefragt: Wie stellen Sie sich die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Österreich und Russland vor?

    Wir haben Gott sei Dank sehr gute Kontakte nach Russland und ich freue mich sehr auf einen Besuch in Russland. Ich möchte das relativ rasch angehen, um Gespräche zu führen, und ich glaube, dass hier eine neue wirtschaftliche Stärke entstehen kann. Dass wenn Österreich mit Russland zusammenarbeitet, wir auch gemeinsame wirtschaftliche Projekte zum Beispiel im Energiesektor umsetzen können.

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    Tags:
    Migranten, Norbert Hofer, Afrika, Österreich
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    Alle Kommentare

    • avatar
      arettig_m62
      So einfach klingt vernüftige Politik im Sinne Europas. Ich wünsche Herrn Hofer alles Gute und einen deutlichen Sieg bei der Wahl zum Bundespräsidenten der Republik Österreich!
    • zimbo
      Mein Präsident,

      nicht sein Kontrahent:
      kein Treffen und kein Handschütteln mit Trump
      derstandard.at/1267743626060/Ohne-Gaggerl-Flaggerl-aber-mit-Kritik-am-System
      Waffen sind böse, läßt sich aber von der Cobra beschützen und sein Jagdgewehr ist eigentlich keine Waffe, wie er sagte
      verbohrt, dement und voller Haß gegen andersdenkende
    • zimboAntwort anarettig_m62(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      arettig_m62, Onlineunfragen, sehen ihn 60:40 vor VdB

      Da nützt die ganze Rotgrüne Propagandawalze nichts.
    • avatar
      ewdw
      In Afrika menschenwürdige Behausungen schaffen, das ist der Witz des Tages.
      Die Pigmentierten würden die Behausungen binnen kurzer Zeit in ******** umgestalten.

      Hier in Rumpfdeutschland müssen wirs anpacken, so wie dieser
      Woolworth-Filiale räumt Weihnachtsartikel
      Nachrichten des Grauens

      BP Gauck hat während einer Ansprache vor bedeutenden moralischen Instanzen des Landes, darunter die erfahrene Stasimitarbeiterin Kahane, die fleischgewordene moralische Instanz Ralf Stegner, dem verdienstvollen Crack-Spezialisten V. Beck, sowie dem Vorsitzenden der Initiative" Dumm gucken gegen Rechts", daran erinnert, dass Weihnachten vor der Tür steht.
      Er forderte seine helldeutschen Untertanen auf, sich verstärkt um die Friedensbotschafter aus dem Orient zu kümmern, Gauck wörtlich: " Ladet sie zu euch nach Haus ein, spielt mit ihnen Mühle und Halma und beschenkt sie mit Äpfel, Nüssen
      und Smartphones. Denkt an die bärtigen Männer unter ihnen, die bar jeder Barschaft durch den Balkan gezogen sind, um uns zu bereichern und unsere Frauen zu beglücken. Lasst sie teilhaben an eurer viel zu üppigen Rente, erzählt ihnen vom Wunder Bethlehems. Ihr werdet sehen, danach werdet ihr euch bereichert und gleichzeitig erleichtert fühlen, von was auch immer. Das Leben wird danach voller Wonne und Freude sein, wie schon jetzt in beschaulichen Städtchen
      wie Hameln, aber auch in Dortmund, der Stadt in der Woolworth für weihnachtliche Erleuchtung sorgt".
      Dem ist nichts hinzuzufügen, frohe Weihnachten,äh Inschallah…
    • avatar
      hihardt
      Das ist ja alles schön und gut und ich wünsche Herrn Hofer auch viel Erfolg!!
      ABER er sollte auch das Thema der unwürdigen Handelsabkommen ansprechen, das der Menschen in Afrika die Existenzgrundlage (Landwirtschaft etc.) entzieht, indem aus den europäischen Ländern Billigware (Beispiel: Dosentomaten) nach Afrika exportiert werden und damit die dort einheimisch angebaute Ware nicht mehr verkaufbar ist. Auch Unterweisung in Wechselanbau mittels Fördermitteln ist zwingend notwendig, jedoch zweckgebunden angelegt und nicht über die dortigen Regierungen per Gießkannenprinzip zu verteilen, das ein Wirtschaften in die eigene Tasche nur unterstützt.
    • sanpodonAntwort anarettig_m62(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      arettig_m62,

      Geschätzte Sputnik-Moderation,

      es gibt keinen sachlichen Grund, meine Entgegnung nicht zu veröffentlichen:

      Ja, GENAU das ist es! Einfache, klare Worte!

      Wer noch den Vergleich benötigt, der sehe sich auf "YouTube" das Video "Andre Heller über Alexander van der Bellen" an!

      Hier findet er das unerträgliche Gegenteil von klaren, sauberen und zukunftsorientierten Worten.


      Hier erlebt er ein Pathos, das ihm das Blut in den Adern auskristallisieren lässt. Eine Predigt, die kitschiger und schwülstiger und inhaltsleerer gar nicht ausfallen kann. Im Rückblick ist es kaum zu glauben, dass der von Heller zum alternativlosen Messias gekürte van der Bellen nicht vor peinlicher Berührung über die Balustrade gestürzt ist. Ein derart fürchterlicher Auftritt der Superlative kann nur ein Ziel verfolgen: Ablenken von Defiziten, Füllen von Vakuum, Konstruieren von Ersatz ...
    • sanpodonAntwort anhihardt(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      hihardt, ja! Das würde auch ich mir wünschen und erwarten.

      Es geht halt nicht alles auf einmal. Wer allerdings bei den Wortmeldungen österreichischer (und deutscher) Politiker darauf achtet, kann feststellen, dass das weltwichtigste Wort so gut wie niemals fällt. Heinz Christian Strache hat es kürzlich in einer Rede verwendet:

      GEOSTRATEGIE
    • zimboAntwort ansanpodon(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      sanpodon, habs keine Minute ausgehalten.

      Ziehe den Hut, wenn Sies ganz gesehen habe.
    • sanpodonAntwort anzimbo(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      zimbo, ja, das kann ich nachvollziehen ...
    • avatar
      Humboldt
      In letzter Zeit sehe ich viele ältere deutsche Mütterchen nach Pfandflaschen suchen und in den Mülltonnen herumwühlen. Ist es nicht unsere verdammte Pflicht, dass man diese Menschen hilft. Das man ihnen eine gute Wohnung gibt, Kleider, Geld und Menschlichkeit!
    • avatar
      HumboldtAntwort anhihardt(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      hihardt, Als erstes müssen alle Kleidersammelcontainer von der Straße verschwinden und keine Altkleider mehr nach Afrika. Bei Zuwiderhandlung gibt es 5 Jahre Arbeitslager bei Frau Merkel.
    • Pippm
      Hier klapperts schon im Karton,..Infrastrukturelle Kommunikation durch Hacking von knapp 1 Million Routern gekappt und zeitnah ein (zum Glück ) verfehlter Angriff aufs BfV. Hallo??
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