07:57 23 Oktober 2018
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    Festung Groß Friedrichsburg in Kaliningrad

    Raketen in Kaliningrad und Nato-Kräfte in Osteuropa: „Strategische Parität sichern“

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    Politik
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    Die jüngste Stationierung von Iskander-Kurzstreckenraketen in der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad sorgt weiter für Diskussionsstoff. Russische Politiker und Experten betrachten die Maßnahme als logische Reaktion auf die Aktivitäten der Nato in Osteuropa und weisen Einwände aus dem Ausland zurück.

    „Die Stationierung der Iskander-Raketensysteme in Kaliningrad ist eine russische Gegenmaßnahme, die darauf abzielt, eine strategische Parität zu sichern – im Zusammenhang mit der Stationierung von Raketensystemen und neuen Nato-Einheiten an unserer Grenze“, sagte Sergej Schelesnjak, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss der russischen Staatsduma, in der laufenden Worte vor Journalisten¬.

    „Vor diesem Hintergrund ist die Raketen-Verlegung ins Gebiet Kaliningrad eine notgedrungene Entscheidung. Es ist deshalb seltsam, Einwände von Mitgliedsländern des Nordatlantischen Bündnisses zu hören“, so Schelesnjak.

    John Kirby, Sprecher des US-Außenministeriums, hatte kürzlich gesagt: „Die Stationierung von Iskander- und S-400-Systemen in Kaliningrad destabilisiert die europäische Sicherheit (…) Wir fordern Russland auf, keine Aktivitäten zu betreiben, die der Gewährleistung von Stabilität und Sicherheit im euroatlantischen Raum nicht entsprechen.“

    Der russische Auslandsexperte Alexej Arbatow sagte im Radiosender Kommersant FM: „Die Nato-Erweiterung seit 25 Jahren ist ein sehr negativer Trend, der die Lage in Europa drastisch verschlechterte und letztendlich die Krise um die Ukraine verursachte.“

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    „Allerdings dehnte sich die Nato in Richtung Osten aus, ohne ihre Streitkräfte aufzustocken. Zahlenmäßig haben die 28 Nato-Mitglieder derzeit deutlich schwächere Streitkräfte in Europa als die 16 Mitglieder der Allianz zum Schluss des Kalten Krieges gehabt hatten. Sie reduzierten ihre Truppen, die Amerikaner zogen sogar alle Panzer zurück. Doch die neue Krise zwischen Russland und dem Westen droht nun mit einer Wende dieser Tendenz“, so Arbatow.

    Er erläuterte: „Das Nato-Potenzial, das von uns sehr weit entfernt gewesen war, beginnt nun, an unsere Grenze zu strömen. Wir treffen Gegenmaßnahmen. Diese Frage lässt sich nicht einseitig klären. Da wären Verhandlungen zu einem ganzen Komplex von Fragen nötig.“

    Der russische Militärexperte Michail Chodarenok kommentierte für Kommersant FM, in den letzten 20 Jahren habe Russland seine Westgrenze nicht befestigt und keine modernen Waffen dort gehabt: „Was jetzt getan wird, ist ein nötiges Mindestniveau im Hinblick auf alle aktuellen Ressource- und Finanz-Einschränkungen.“

    „Das ist unser nationales Territorium. Die Stationierung dieser Raketensysteme dort widerspricht keinem internationalen Abkommen, das von Russland unterzeichnet wurde“, betonte der Experte.

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    Tags:
    S-400, Iskander, NATO, Michail Chodarenok, Alexej Arbatow, Russland, Kaliningrad