20:06 20 Oktober 2018
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    Entgegen Nato-Erwartung: Türkei wählt selbst Kooperationspartner im Militärbereich

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    Die Türkei ist interessiert am Kauf von russischen Waffen, und zwar nicht, weil diese mit Nato-Waffen vereinbar sind, sondern aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und hohen Präzision. Dies sagte Generalleutnant a. D. Erdogan Karakus, Ex-Befehlshaber einer Luftwaffenbasis und der Türkischen Luftfahrtagentur, in einem Interview für Sputnik Türkiye.

    Dem Militär zufolge sind einige Nato-Mitglieder mit der Entwicklung der russisch-türkischen Beziehungen äußerst unzufrieden. „Nachdem die Krise in den russisch-türkischen Beziehungen überwunden wurde, haben etliche Nato-Staaten die Türkei einen ‚unfolgsamen Bündnispartner‘ genannt und gedroht, alle militärpolitischen Kontakte zu diesem Land abzubrechen“, so Karakus.

    Was den Kauf von zuverlässigen und hochpräzisen russischen Waffen betreffe, so sei die Türkei daran interessiert und verhandle derzeit über den Erwerb von russischen Fla-Raketenkomplexen der Typen S-300- und S-400, so der Generalleutnant. „Die Türkei will russische Waffen für eigenes Geld kaufen und dabei den eigenen nationalen Interessen nachgehen. Die Einmischung der Nato in die Handlungen der Türkei, die sich von ihren eigenen Interessen leiten lässt, ist unzulässig“, betonte der Militär.

    Wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg geäußert hatte, werde die Türkei keinesfalls Schritte zur Untergrabung ihrer Einheit mit der Nato unternehmen. Doch nach Meinung türkischer Militärexperten ist die Türkei ein souveräner und unabhängiger Staat und in der Lage, selbst zu entscheiden, mit wem sie zusammenarbeiten will.

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    Tags:
    Kauf, Waffen, NATO, Türkei