21:23 28 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    12394
    Abonnieren

    Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos hat Medienberichten zufolge bei einem Treffen mit dem neuen türkischen Botschafter Yaşar Halit Çevik davor gewarnt, den Vertrag von Lausanne von 1923 und die bestehenden Grenzen zu revidieren. Das griechische Verteidigungsministerium hat diese Information weder bestätigt, noch wiederlegt.

    Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Wunsch geäußert, den Vertrag von Lausanne zu revidieren. Dieser Vertrag, den im Juli 1923 Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Griechenland, Rumänien sowie das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen einerseits und die Türkei andererseits unterschrieben, legte damals die neuen Grenzen der Türkei fest und verliehen somit dem Zerfall des Osmanischen Reichs einen rechtlichen Rahmen.

    Aus Griechenland hieß es daraufhin, dass Ankara erstmals in der Geschichte den Vertrag von Lausanne öffentlich in Frage stellt. Aus dem Pressedienst von Minister Kammenos verlautete es nur, dass der neue türkischen Botschafter auf dessen zum Begrüßungsbesuch Bitte empfangen worden war. Weitere Details des Treffen gibt es nicht.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
    © AP Photo / Murat Cetinmuhurdar/Presidential Press Service
    Mit dem Verlauf des Treffens vertrauten Experten bewerteten das Treffen im Nachhinein sehr unterschiedlich. Aus Sicht eines Experten trat Kammenos „faktisch mit einer Demarche“ wegen der jüngsten Erklärung Erdogans über die gewünschte Revision des Vertrags von Lausanne auf. 
    Der andere Experte sagte jedoch, dass der Minister zwar ziemlich „hart“ seine Unzufriedenheit geäußert hätte, dass man dies jedoch nicht als Demarche bezeichnen könne, da es inoffiziell geschah.

    Beide Experten bestätigten aber, dass Minister Kammenos den türkischen Botschafter tatsächlich vor einem „unverzeihbaren Fehler“ warnte. „Der Minister war kategorisch eingestellt. Wir wollen keinen Krieg. Griechenland ist ein friedliches Land, aber wir werden unsere souveräne Rechte auch nicht im Geringsten abtreten“, hieß es.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Nach gescheitertem Putsch: Athen verweigert drei flüchtigen türkischen Militärs Asyl
    Athen gefährdet Flüchtlingspakt - Migranten erreichen wieder EU-Festland
    EU-Kommissar bremst Türkei: Kein EU-Beitritt unter Erdogan
    Kein Geld aus Brüssel: EU lässt Erdogan hängen
    Tags:
    Warnung, Revision, Vertrag, Grenze, Recep Tayyip Erdogan, Panos Kammenos, Griechenland, Türkei