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08:36 22 Juli 2019
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    „Anti-Propaganda“-Beschluss des EU-Parlaments: „Folgen richtig abgeschätzt?“

    © Sputnik / Evgeniya Novozhenina
    Politik
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    Mit seinem „Anti-Propaganda“-Beschluss am Mittwoch riskiert das EU-Parlament, das Gegenteil zu erreichen, so der russische Politikwissenschaftler Leonid Gussew.

    Das Fehlen eines alternativen Standpunktes könne ihnen einen bösen Streich spielen und eine entgegengesetzte Reaktion auslösen, sagte Gussew gegenüber Sputnik.

    „Heute haben sich in den USA und auch in Europa  mit der Entwicklung des Internets alternative Kanäle zum Erhalt von Informationen herausgebildet“, betonte er. „Die Leute nehmen die einseitige Informationsschwemme in den westlichen Medien nicht mehr wahr. Die Reaktion der Bevölkerung auf ihre aggressive, sogenannte ‚tolerante‘ Propaganda könnte derartig mächtig ausfallen, wie sie es sich nicht vorstellen können.“

    Das alles erinnert an die Sowjetunion zu Zeiten des „Eisernen Vorhangs“, als man weder die Stimme Amerikas noch Radio Liberty oder andere westliche Sender hören durfte. Dennoch habe man diese Sendungen gehört, betonte Wladimir Dschabarow, Mitglied des Föderationsrates (Parlamentsoberhaus).

    „Die Maßnahmen, die das Europaparlament ergreifen will, werden  den europäischen Ländern außer Schaden nichts bringen. Früher oder später wollen die Leute die Wahrheit erfahren, und wenn man ihnen diese ‚aufdrängt‘, so ist das eine völlige Degradierung von Demokratie. Die Leute werden das hören, was für sie interessant ist – inklusive RT und Sputnik. Wenn man im Europaparlament unsere Medien verbieten will, so heißt das, dass man sie fürchtet.“

    Bei der Verabschiedung der Resolution im Europaparlament habe man einen wichtigen Aspekt außer Acht gelassen – die Berufssolidarität der Journalisten-Gemeinschaft, vermutet der Direktor des Moskauer Büros der Consulting-Firma Urus Advisory, Alexej Panin.

    „Die Journalisten sind eine sehr enge Berufsgemeinschaft, die die berufliche Solidarität zuweilen höher schätzt als die Ländersolidarität oder irgendeine andere. Die Einschränkung der Arbeit der Journalisten wird in der Medien-Industrie eine negative Reaktion auslösen.“

    In der Resolution des Europaparlaments wird behauptet, Moskau betreibe hinsichtlich der Europäischen Union  eine „feindselige Propaganda“. Dabei vergleichen die Autoren der Resolution das Entgegenwirken der russischen Propaganda mit dem Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ und rufen die EU-Kommission und die EU-Mitgliedsländer auf, die Gegenpropaganda-Projekte zusätzlich zu finanzieren.

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    Tags:
    Propaganda, RT, Sputnik, Leonid Gussew, Russland