20:16 27 November 2020
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    Die Missionen russischer Tankschiffe im Mittelmeer sorgen weiter für Aufregung. Angesichts der Kritik aus EU-Kreisen und Washington erläutern Experten in Moskau, dass Russland seine Flieger in Syrien ganz legitim mit Treibstoff versorgt. Aktiv erörtert werden auch die Pläne für einen ständigen Stützpunkt in Tartus.

    Bei seinen Treibstoff-Lieferungen hätte Russland etwa ein UN-Embargo einhalten müssen, aber nicht jene Restriktionen gegen Syrien, die die EU für sich selbst eingeführt hatte, sagte Igor Konowalow, Experte des Russischen Instituts für strategische Studien, in einem Kommentar für die Onlinezeitung vz.ru.

    Damit reagierte er auf die jüngste Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, wonach russische Tankschiffe unterwegs nach Syrien Häfen in Zypern und Griechenland angelaufen hätten. Dies sei ein Verstoß gegen die geltenden EU-Sanktionen, hieß es in der Meldung unter Berufung auf EU-Kreise.

    Auch der russische Militärsprecher Igor Konaschenkow betonte, die innerhalb der EU wirkenden Restriktionen für Treibstoff-Lieferungen nach Syrien gälten nicht der russischen Luftwaffe. Diese habe keinen Mangel an Treibstoff.

    Die Spekulationen, wonach die russischen Treibstoff-Lieferungen für die syrischen Regierungstruppen gedacht wären, stoßen in Russland ebenfalls auf Skepsis. „Nicht alle Ölanlagen in Syrien werden ja von der Opposition oder vom ‚Islamischen Staat‘ kontrolliert“, erläuterte der russische Nahost-Experte Anton Mardassow.

    Zu Wort meldete sich unterdessen auch das US-Außenministerium. Dessen Sprecher Mark Toner sagte laut vz.ru: „Zwar sind es die Behörden vor Ort, die darüber entscheiden, ob Schiffe ihre Häfen anlaufen dürfen. Doch aus unserer Sicht sollten die Länder der Region keine Unterstützung jenen russischen Tankschiffen leisten, die Treibstoff transportieren, der dann für weitere Luftangriffe genutzt werden kann.“

    In letzter Zeit machen Schiffe aus Russland mit ihren Mittelmeer-Missionen regelmäßig Schlagzeilen. Der Schiffsverband mit dem Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ an der Spitze hatte etwa darauf verzichtet, den spanischen Hafen Ceuta unterwegs nach Syrien anzulaufen. Militärsprecher Konaschenkow sagte damals: „Vertreter der spanischen Führung haben mitgeteilt, dass wegen des US- und Nato-Drucks auf sie ein Einlaufen russischer Schiffe in Ceuta unzweckmäßig sei.“

    Im Hinblick auf jenen Vorfall sagte Wladimir Komojedow, Ex-Chef der russischen Schwarzmeerflotte: „Es wird keine Probleme damit geben, den Verband durch Tankschiffe zu betanken, die wiederum ihre Vorräte in russischen Schwarzmeerhäfen ergänzen können.“

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    © Foto : Verteidignugsministerium Russlands
    Iwan Wassiljew, einst Vizechef der russischen Kriegsmarine, sagte der Agentur RIA Nowosti im Hinblick auf aktuelle Missionen: „Es wäre zweckmäßig, die Kapazitäten der Versorgungs- und Wartungsstationen in den Einsatzgebieten aufzustocken – vor allem im syrischen Tartus.“

    Viktor Oserow, Chef des Verteidigungsausschusses im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), kündigte an: „Wir haben nicht vor, die Modernisierung in Tartus auf die lange Bank zu schieben. Die Modernisierung soll allerdings erst nach der Unterzeichnung eines Abkommens zu Tartus und nach seiner Ratifizierung beginnen.“ Dass Russland eine ständige Marinebasis in Tartus einrichten will, hatte das Verteidigungsministerium im Oktober mitgeteilt.

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    Tags:
    Sanktionen, Marinebasis in Tartus, EU, Igor Konowalow, Mittelmeer, Russland, Griechenland, Zypern, Syrien