SNA Radio
    EU-Parlament

    „Paranoiker-Werk“ – EU-Abgeordneter zu „Propaganda“-Resolution

    © Flickr/ John & Mel Kots
    Politik
    Zum Kurzlink
    6972
    Abonnieren

    Der Europaparlamentarier Javier Couso hat in einem Interview mit Sputnik die Resolution des EU-Parlaments, die sich explizit auch gegen russische Medien richtet, scharf kritisiert und angesichts der bedrohten Pressefreiheit in Europa seine Besorgnis geäußert.

    Couso verwies darauf, dass die Resolution die russischen internationalen Medien als eines der Instrumente eines „Hybridkrieges" bezeichnet, den Moskau angeblich gegen die EU führe. „Das bedeutet aber, dass diese Medien und ihre Journalisten ein Kriegsziel für den Westen sind. Als ehemaliger Journalist bin ich ernsthaft um meine Kollegen besorgt, weil es nicht nur um einen Angriff auf die Meinungsfreiheit, sondern auch um eine physische Bedrohung geht. Diese Resolution erinnert mich an die Zeiten des Kalten Krieges, was einen sehr deprimieren kann", sagte er.

    Am meisten betroffen von der fragwürdigen Resolution seien jedoch die EU-Bürger, die mehr Informationen über das Weltgeschehen bekommen wollen, so Cuoso. Schließlich würden diese der Möglichkeit beraubt, Informationen zu bekommen, die sich von den Brüssel „genehmen" unterschieden.

    „Diese Resolution ist ein Ergebnis der Arbeit richtiger Paranoiker, auf die schon das Wort ‚Russland‘ wie ein rotes Tuch wirkt. Ein krasses Beispiel dafür ist die Verfasserin (der Resolution —Anm. d. Red.) Anna Fotyga, die nicht den Eindruck eines gesunden Menschen abgibt. Sie hasst Russland ganz unverhohlen und spielt dabei innerhalb des Europäischen Parlaments eine bedeutende Rolle", so Couso.

    Fotyga verfolge unter anderem rein pragmatische Ziele, betonte Couso. Sie wolle die Finanzierung zur Bekämpfung der „russischen Propaganda" erwirken. Tatsächlich werde dieses Geld für die Entwicklung von Propagandamedien verwendet werden, deren hauptsächliche Zielscheibe Russland sein werde.

    Die „Propaganda"-Resolution sei für die EU-Mitgliedstaaten zwar nicht bindend, dennoch würde sie negative Auswirkungen für Russland haben. Ihre Verabschiedung bilde ein weiteres Argument für diejenigen, die nach wie vor die EU-Bürger von der Gefährlichkeit Russlands — in der Resolution in eine Reihe mit dem „Islamischen Staat" gestellt — überzeugen wollen. „All das untergräbt das gegenseitige Vertrauen zwischen Moskau und Brüssel weiter", sagte Cuoso abschließend.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Dämonisierung“: Journalistenverbände unterstützen Sputnik nach EU-Resolution
    Nicht alle schweigen: Kritik an Resolution des EU-Parlaments zu russischen Medien
    Yildirim: „Propaganda“- Resolution des Europaparlaments Armutszeugnis für Demokratie
    „EU unterdrückt Stimmen der Wahrheit“: Syrien empört über antirussische Resolution
    Tags:
    Resolution, EU-Parlament, Russland, Europäische Union