18:38 18 November 2019
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    Die Insel Kunaschir des Kurilen-Archipels

    Wie sich Japans Verteidigungschefin die russischen Raketen auf den Kurilen erklärt

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    Russland soll die Seezielflugkörper vom Typ Bal für den Gefechtsdienst seiner Atom-U-Boote im Ochotskischen Meer auf den Südkurilen stationiert haben, wie die japanische Verteidigungsministerin Tomomi Inada meint.

    „Es ist anzunehmen, dass dies (die Stationierung der Raketenkomplexe – Anm. d. Red.) für den Gefechtsdienst der russischen Atom-U-Boote im Ochotskischen Meer gemacht worden ist“, so die Verteidigungsministerin.

    Zuvor hatte der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga die Stationierung der russischen Raketen auf den südlichen Kurilen-Inseln als „unakzeptabel“ bezeichnet, wobei er betont hatte, dass „wir einen scharfen Protest bekunden“ würden. Der Außenminister des Landes, Fumio Kishida, und der japanische Premierminister Shinzo Abe hatten dies bestätigt.

    Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte am Vortag erklärt, die Stationierung der Seezielflugkörper vom Typ Bal und Bastion auf den Kurilen-Inseln sei im Rahmen planmäßiger Vorkehrungen zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit erfolgt.

    Am Dienstag hatte die offizielle Zeitung der Pazifikflotte „Bojewaja Wachta“ berichtet, dass die Startvorrichtungen des Typs Bastion auf der Insel Iturup bereits in Dienst seien. Vorrichtungen des Typs Bal würden unterdessen auf der benachbarten Insel Kunaschir stationiert. Die beiden Militäreinheiten gehören der 72. Küsten-Raketenbrigade an. Noch vor Jahresende sollen Schießübungen stattfinden.

    Die Beziehungen zwischen Russland und Japan waren jahrelang vom Fehlen eines Friedensabkommens belastet. Tokio beansprucht einige Kurilen-Inseln, die nach dem Zweiten Weltkrieg gemäß den Beschlüssen der Konferenz von Jalta (Februar 1945) an die Sowjetunion gefallen waren. Im Oktober dieses Jahres schlug der japanische Regierungschef Shinzō Abe Wladimir Putin vor, die Verhandlungen zu einem Friedensvertrag voranzutreiben. Putin reist am 15. Dezember zu einem zweitägigen Besuch nach Japan.

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    Stationierung, Tomomi Inada, Ochotskisches Meer, Kurilen, Japan, Russland