04:28 26 Juli 2017
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    Präsident der EU- Kommission Jean-Claude Juncker,und der russische Präsident Wladimir Putin (Archivbild)

    Juncker: Obama hat Russland schwer unterschätzt

    © Sputnik/ Michail Klimenteev
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    Jean-Claude Juncker hält dem scheidenden US-Präsidenten Barack Obama vor, eine schwere Fehleinschätzung in Bezug auf Russland gemacht zu haben. Obamas Definition, Russland sei lediglich eine Regionalmacht, bezeichnet der EU-Kommissionspräsident als falsch.

    Diese Einschätzung des amerikanischen Präsidenten sei ein großer Fehler gewesen, äußerte Junker in einem Interview mit dem TV-Sender Euronews. „Ich möchte mit Russland auf gleicher Augenhöhe diskutieren.“ Europa könne seine eigene Sicherheit nicht ohne Russland gewährleisten, betonte Junker. Deshalb sollte die EU Russland als einen gleichberechtigten Partner und eine „stolze Nation“ behandeln.

    Obama hatte im März 2014, kurz nach dem von den westlichen Staaten unterstützten Umsturz in der Ukraine, Russland als eine Regionalmacht verspottet. Zwei Monate vor dem Ablauf seiner Amtszeit als US-Staatschef würdigte Obama Russland jedoch als einen wichtigen Partner und eine militärische Supermacht mit weltweitem Einfluss.

    Der nationalistische Umsturz in der Ukraine hatte die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen schwer belastet. Westliche Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung anerkannt, jedoch nicht das darauffolgende Referendum auf der von Russischstämmigen dominierten Schwarzmeerhalbinsel Krim, wo eindeutig für eine Wiedervereinigung mit Russland gestimmt worden war. 

    Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und auf ihr Drängen hin auch die Europäische Union in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Moskau konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln. Darüber hinaus stockten die USA und deren Nato-Partner ihr Militäraufgebot vor Russlands Grenzen wesentlich auf.

     

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    Tags:
    Jean-Claude Juncker, Barack Obama, Europäische Union, Russland
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