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    USA, China und Russland als neue „Große Drei“: „Schlüsselfrage der Weltpolitik“

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    Politik
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    Die Annäherung zwischen Russland und China beunruhigt die USA – deren Strategen suchen neue Konzepte. Erst recht nach dem Wahlsieg von Donald Trump gewinnen die Beziehungen unter den drei Ländern an Bedeutung. Darauf weist die russische Onlinezeitung vz.ru in einem Kommentar hin.

    Der Versuch, Russland zu isolieren, sei gescheitert, deshalb müsse die atlantische Elite ihre Politik gegenüber Moskau revidieren, schreibt vz.ru: „Jene Krise innerhalb der westlichen Eliten, die sich in Trumps Sieg manifestiert hat, macht nun eine drastische Umgestaltung der ganzen geopolitischen Strategie der USA möglich.“

    Die Onlinezeitung zitiert den einstigen US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski, der kürzlich in einem Interview mit dem TV-Sender MSNBC sagte: „Russland ist kein kommunistischer Staat mehr. Es ist sehr wichtig, das zu begreifen. Doch eigentlich hat sich Russland noch nicht für den Weg der Demokratie entschieden. Nach wie vor herrscht dort Ungewissheit. Es gibt dort auch viel Verdruss, auch über uns. Das ist also ein Land in einer Übergangsphase. Wenn wir klug vorgehen, könnten wir ihnen vielleicht dabei helfen, diesen Übergang zu vollziehen und ein konstruktives wichtiges Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu werden; unter den drei Spitzenreitern zu landen – das wären dann die USA, China und Russland.“ 

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    Vz.ru kommentiert: „Brzezinski schlägt also eine neue Version der ‚Großen Drei‘ vor – unter dem Vorbehalt allerdings, dass Russland einen Übergang ‚Richtung der Demokratie‘ vollziehen müsste (…) Im Dreieck Washington-Moskau-Peking wäre solch eine ‚demokratische‘ Status-Änderung für Russland erforderlich, damit dieses den USA näher wird als den Chinesen.“

    Die Idee der neuen „Großen Drei“ ist laut vz.ru eine Reaktion der USA auf die strategische Annäherung zwischen Moskau und Peking: „Als die Amerikaner versuchten, Russland zu blockieren, verstanden sie erstaunlicherweise nicht das Offensichtliche: Der Druck des Westens wird Moskaus Wende nach Osten verursachen, aber auch eine Festigung der russisch-chinesischen Allianz.“

    „Trump verspricht ohne Umschweife, einen Handelskrieg gegen China zu beginnen und eine gemeinsame Sprache mit Russland zu finden. Sein Wahlsieg macht die Beziehungen im Dreieck Washington-Peking-Moskau zu einer Schlüsselfrage der Weltpolitik“, postuliert die russische Onlinezeitung.

    Ihre Prognose: „Moskau und Peking werden ihren Kurs auf eine festere strategische Partnerschaft nicht aufgeben. Zwar könnte Russland seine Beziehungen mit Amerika verbessern, doch diese Beziehungen werden selbst im günstigsten Fall nicht enger sein als die zwischen Russland und China.“

    „Mit Russland wird Trump vor allem in Sachen Krieg und Frieden im Nahen Osten eine Verständigung suchen, aber auch in Bezug auf Einflussbereiche in Europa und im postsowjetischen Raum. Mit China wird er über eine Änderung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sprechen. Doch im Format der ‚Großen Drei‘ könnten auch wirklich globale Angelegenheiten besprochen werden – wie etwa ein neues Weltfinanzsystem, Regeln des Welthandels, die globale Sicherheitsarchitektur (einschließlich der Nato und der Militärbündnisse der USA und Japan und Südkorea). Die Weltordnung also. Das ist ein sehr großes Spiel. Die Frage ist, ob Trump genug Kraft hat, um es damit aufzunehmen. Wladimir Putin und Xi Jinping sind zu einem Gespräch auf diesem Niveau längst bereit“, so der Kommentar.

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    Tags:
    Weltpolitik, Zbigniew Brzezinski, Russland, China, USA