14:48 21 November 2017
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    Athen lässt sich nicht in „Kalten Krieg“ verwickeln - Tsipras-Berater

    © REUTERS/ Michalis Karagiannis
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    Griechenland will keinen „Kalten Krieg“ gegen Russland führen, wie Dimitrios Velanis, der für die Zusammenarbeit mit Russland zuständige Sonderberater des griechischen Premiers Alexis Tsipras, am Montag sagte.

    „Ich denke, dass es ein großer Fehler ist, Griechenland etwas zu verbieten. Es hat keinen Druck und auch kein Verbot gegeben und es wird keines geben. Jeder kann seine Position gegenüber Russland äußern. Das ist ja eure Sache“, sagte Velanis. Athen stütze sich stets auf die unlängst mit Russland unterzeichneten Abkommen und freundschaftlichen Beziehungen.   

    „Wir werden offen sein und zugeben, dass Russlands Politik keinem einzigen Land, absolut niemandem geschadet hat. Russland hat im Gegenteil vielen Völkern der Region geholfen, hilft und wird weiter helfen“, so der Berater. „Wir denken, dass Russlands Präsenz in Syrien die Ausweitung der Terrorpest in der Region gestoppt hat. Das Leben hat gezeigt, dass gerade die fehlende Teilnahme Russlands an den Geschehnissen einen Ausbruch von Willkür und Terror förderte, wie es bereits in Libyen, im Irak und anderen Ländern der Region gewesen ist.“

    „Wir werden weiter mit Russland zusammenarbeiten und wollen nicht auf jemandes Verlangen die Beziehungen zu Russland unterbrechen. Wir vertrauen dem außenpolitischen Kurs Russlands und sind dankbar für eine freundschaftliche und partnerschaftliche Politik (des Präsidenten Wladimir Putin – Anm. d. R.)“, sagte Velanis weiter.

    Athen sei auch nicht gewillt, russischen Tankern das Passieren griechischer Territorialgewässer oder Treibstofflieferungen für die russische Luftwaffe in Syrien zu verbieten.

    „Wir sind uns im Klaren darüber, dass Russland nach der Stationierung seiner Flotte und Fliegerkräfte in Syrien diese auch betanken muss. Ohne Kerosin steigen Kampfjets nicht in die Luft“, betonte Velanis.

    Athen wisse sehr wohl, dass die russischen Kampfjets auf Terroristen-Stellungen und nicht auf das syrische Volk gerichtet seien, wie einige westliche Medien berichteten. Die Äußerungen, wonach Russland zivile Objekte bombardiere, entsprächen nicht der Wirklichkeit. Und das griechische Volk verstehe das.

    Zuvor hatte Reuters berichtet, dass die russischen Tankschiffe „Jas“ und „Muchalatka“ über EU-Territorialgewässer und Häfen der EU-Länder Griechenland und Zypern Treibstoff nach Syrien transportiert haben sollen. „Jas“ und „Muchalatka“ sind zivile Schiffe mit Heimathafen in St. Petersburg. Laut dem internationalen Schifffahrtsgesetzbuch dürfen zivile Schiffe, darunter auch russische, unbeschränkt in Häfen fremder Staaten einlaufen, auch in EU-Ländern.

    Zuvor hatten die EU-Staaten angesichts der Eskalation der Gewalt in Syrien die Sanktionen gegen Unterstützer der Regierung in Damaskus verschärft. Die EU-Außenminister beschlossen in Brüssel, weitere Personen und Unternehmen auf die Sanktionsliste zu setzen. Zudem sollen das Waffenembargo und Waren-Exportverbote strenger kontrolliert werden. Nach der neuen Regel sind die EU-Staaten verpflichtet, Schiffe und Flugzeuge in ihrem Hoheitsgebiet bei begründetem Verdacht auf Waffen und andere verbotene Waren zu durchsuchen.

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    Tags:
    Territorialgewässer, Kalter Krieg, Sanktionen, EU, Alexis Tsipras, Dimitrios Velanis, Syrien, Russland, Griechenland
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