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07:28 19 August 2019
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    Zeitung mit Donald Trump auf der Titelseite

    Wegen Tweet gegen Clinton: US-Medien fallen über Trump her

    © AFP 2019 / Bryan R. Smith
    Politik
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    US-Medien haben Donald Trumps Vorwurf des Wahlbetrugs als „unbegründet“, „ausgeklügelt“ und „lügnerisch“ bezeichnet.

    „Der gewählte US-Präsident Donald Trump ist über die Aufrufe zur Neuauszählung der Stimmen in drei Bundesstaaten, in denen er gewonnen hat, empört und postete einen zwar arroganten, jedoch nicht unbegründeten Tweet – dass Millionen Menschen bei der Wahl illegal abgestimmt haben“, schrieb „Washington Post“.

    Nach diesem Tweet postete Trump zudem, dass es bei den Abstimmungen in Virginia, New Hampshire und Kalifornien zu ernsthaften Verstößen gekommen sei.

    Die Zeitung „Politico“ bezeichnete Trumps Äußerungen als „marginale Verschwörungstheorie“. Experten der Zeitung zufolge sind sie „verblüffend“.

    „Angesichts der Tatsache, dass es keine Belege gibt, die seine Behauptung bekräftigen könnten, verblüffen sie und lösen Besorgnisse aus – was wird er tun, wenn er Präsident wird?“, schreibt der Historiker Julian E. Zelizer in der Zeitung „Politico“.

    Der Zeitung zufolge deutet Trump auf die angeblich von Anhängern der rechtsextremen Bewegungen verbreiteten Theorien hin, dass an der Abstimmung illegale Einwanderer teilgenommen haben.

    „Es bestehen keine Gründe dafür, dass dies die Wahrheit ist“, sagte Rick Hasen, Professor an der University of California, Irvine. „Das Niveau der Manipulationen bei der Wahl in den USA ist sehr niedrig“.

    Die Zahl der Wähler, die keine US-Staatsbürger sind, liegt bei Dutzenden und nicht bei Millionen, Tausenden oder Hunderten.

    David Becker, Exekutivdirektor vom Center for Election Innovation & Research, stimmte Hasen zu. „Sie werden eher von einem Hai gefressen, der gleichzeitig von einem Blitz getroffen wird, als dass sie einen Nichtbürger finden, der abgestimmt hat“.

    Einer Quelle aus dem Umfeld Trumps zufolge setzt der designierte US-Präsident die Demokraten unter Druck, weil er befürchtet, dass sie versuchen werden, ihm den Sieg zu stehlen.

    Der TV-Sender CNN bezeichnete die Verkündigungen Trumps als „irrig“ und „beispiellos“. „Das ist das erste Mal, dass er Betrug bei der Wahl für möglich hält, die mit seinem Sieg endete, während keine Beweise für einen weit verbreiteten Wahlbetrug vorliegen“, so der CNN-Korrespondent Tom LoBianco.

    Ihm zufolge berief sich Trump auf Twitter auf mehrere Fake-Storys auf Webseiten mit Verschwörungstheorien.

    Zuvor hatte die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin der Grünen, Jill Stein, eine Petition bei der Wahlkommission des Bundesstaats Wisconsin eingereicht, in der sie eine Neuauszählung der Stimmen fordert. Zudem strebt sie ein ähnliches Verfahren in Pennsylvania und Michigan an. Das Wahlkampfteam von Hillary Clinton kündigte bereits seine Teilnahme an diesem Verfahren an.

    „The Washington Post“ bezeichnete die Tweets von Trump als Versuch, die Kampagne Clintons zur Neuauszählung der Stimmen mithilfe der sinnlosen Wiederholung der entlarvten Verschwörungstheorien zu verspotten.

    Donald Trump wurde zum Präsidenten gewählt, weil er die meisten Stimmen der Wahlmänner erhielt, doch nach jüngsten Angaben liegt Clinton  nach der Zahl der Wählerstimmen vor Trump.

    Wie die „New York Times“ berichtet, meinen viele Anhänger Trumps, dass die Neuauszählung der Stimmen in diesen Bundesstaaten den Vorsprung des Republikaners schmelzen lassen könne. Der Zeitung zufolge können die Tweets Trumps dessen Anhänger anstacheln, die behaupteten, dass der Vorsprung Clintons gegenüber Trump von zwei Millionen Stimmen manipuliert worden sei.

    Die Zeitungen „The New York Times“, „The Washington Post“ sowie einige US-Experten hatten auch früher stets scharf auf die Äußerungen Trumps reagiert. So wandte sich Trump im Sommer mit dem witzigen Aufruf an die russischen Hacker, die Briefe zu finden, die vom privaten Server Clintons verschwunden seien. Experten kritisierten Trump wegen seinen Äußerungen. Einige bezeichneten sie sogar als Staatsverrat, weil sie der Ansicht sind, dass es sich um einen offenen Aufruf an einen anderen Staat zur Einmischung in einen demokratischen Prozess handelt.

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    Tags:
    Donald Trump, Hillary Clinton, USA