04:30 26 Juli 2017
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    Silvester-Übergriffe: BKA will Flirt-Barrieren „frustrierter“ Migranten abbauen

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    Konsequenzen aus der Kölner Silvesternacht: Dem „Kölner Express“ soll ein Geheim-Papier darüber vorliegen, wie die Polizei künftig neue Übergriffe verhindern will. Unter anderem werde vorgeschlagen, die „sozialstrukturelle Benachteiligung“ der Flüchtlinge zu verringern und die Besucherzahl bei Großveranstaltungen zu beschränken.

    „Aus Sicht der BLPG ‚Silvester‘ bieten Beschränkungen der Besucherzahl und Zugangskontrollen geeignete Möglichkeiten, Tatgelegenheiten zu verringern“,  heißt es laut dem Kölner „Express“ im vertraulichen Abschlussbericht der Bund-Länder-Projektgruppe „Silvester“.

    Dies hänge damit zusammen, dass mögliche Tathandlungen in der Silvesternacht in NRW aufgrund der hohen Besucherzahl nicht rechtzeitig  erkannt und unterbunden werden konnten.

    Zugangsbeschränkungen und —kontrollen würden dafür die Möglichkeit bieten, bekannte Straftäter zu identifizieren und „stark alkoholisierte oder aggressive Personengruppen“ auszuschließen. Zusätzliche Lichtmasten sollen dabei für eine qualitativ bessere Videoüberwachung sorgen. Darüber hinaus sollte auch der Einsatz von Reiterstaffeln und Hubschraubern gewährt werden.

    Da es für die Opfer der Übergriffe „keine geeigneten Möglichkeiten, sich der Situation zu entziehen“ gegeben habe, sollen zentrale Anlaufpunkte in Form von „mobilen Dienststellen“ erscheinen. Dort werde man sich vor Ort beraten und gegebenenfalls eine Anzeige erstatten können: „Dies hat neben der Sensibilisierung der Opfer zu einer Anzeigenerstattung und einer damit verbundenen Hellfelderweiterung den präventiven Effekt, Zeugen zu Zivilcourage zu animieren und potentielle Straftäter abzuschrecken.“

    Für die Prävention und Ermittlung von Straftätern sei jedoch „eine konsequente und umfassende Ersterfassung von Asylsuchenden/Flüchtlingen bereits bei der Einreise“ zwingend erforderlich.

    Erstrebenswert sei zudem „eine Verbesserung der Rahmenbedingungen,  welche die sozialstrukturelle Benachteiligung durch fehlenden persönlichen Austausch, finanzielle Teilhabe, Anerkennung sowie Barrieren im Kennenlernen weiblicher Personen und die damit verbundene Frustration verringern“ zitiert die Zeitung weiter.

    Erwachsene Flüchtlinge müssten besser integriert werden. „Rechtsfreie Räume dürfen weder in der Realität noch im individuellen Empfinden entstehen“, schreibt die Projektgruppe der Zeitung  zufolge.

    Über den Abschlussbericht der Projektgruppe „Silvester“ sollen bereits ab Dienstag die Bundes- und Landesinnenminister in einer Herbstkonferenz in Saarbrücken beraten. Der Bericht sei ein Resultat der elf Monate lang andauernden Arbeit einer Expertenrunde aus sieben Landeskriminalämtern und  der Bundespolizei unter Federführung des BKA. 

    Laut dem Bericht sind in der Silvesternacht in Köln, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart 881 Sexualstraftaten mit 1231 Opfern auf öffentlichen Plätzen registriert worden. Fast alle Opfer seien junge Frauen zwischen 18 und 24 Jahren gewesen, wobei die Verdächtigen überwiegend aus Algerien, Marokko und dem Irak stammen würden. 

    Zuvor war berichtet worden, dass in Köln nach der berüchtigten Silvesternacht, bei der massenweise Frauen von Flüchtlingen sexuell belästigt und missbraucht wurden, insgesamt 1205 Strafanzeigen erstattet worden seien, doch nur in sechs Fällen habe es für die Verdächtigten Folgen in Form eines Urteils gegeben.

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    Migranten, Polizei, Köln, Nordrhein-Westfalen
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