02:29 25 Februar 2020
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    Der Schwerpunkt der Weltwirtschaft verschiebt sich immer mehr gen Asien, wie PwC-Analysten in ihrer jüngsten Megatrends-Übersicht feststellen. Die Bedeutung von Seetransporten nimmt dabei zu – sowie die Nachfrage nach Waffensystemen für Kriegsflotten. Ein russischer Experte geht ins Detail und erläutert, was das für die Schiffsbaubranche bedeutet.

    Die russische Tageszeitung „Iswestija“ beschäftigt sich am Dienstag mit dem jüngsten Bericht der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter dem Titel „Five Megatrends and their Implications for Global Defense and Security“. Demnach lässt die massive Verlegung von Produktionskapazitäten nach Asien insbesondere die Bedeutung von Seetransporten zunehmen. Die Kontrolle über Transportadern werde in den nächsten Jahrzehnten also wichtiger denn je sein. Daraus resultiere eine erhöhte Nachfrage nach Waffensystemen für die Kriegsmarine und Luftwaffe. Zumal es in Asien neue einflussreiche Akteure gebe, die in ihre Militärkapazitäten massiv investieren können.

    Der russische Militärexperte Andrej Frolow sagte dem Blatt, viele Länder seien bereits dabei, ihre Kriegsflotten aufzustocken: „Donald Trump hat beispielsweise versprochen, die US-Navy um 20 Prozent auszubauen. China hat ambitionierte Pläne. Russland und Indien erneuern ihre Flotten ebenfalls aktiv.“ 

    „Derzeit erfolgt ein Generationswechsel bei Kriegsschiffen. Parallel werden die Bestände von U-Boot-Jagdflugzeugen erneuert. Australien, Indien und Großbritannien kaufen US-Flugzeuge des Typs Poseidon, Russland erneuert seine luftgestützte Novella-Systeme für die Seeaufklärung, China arbeitet darauf hin, seine Luftpatrouillen zu verstärken. Was die Küstenverteidigung betrifft, wurden selbst kleinere Hersteller – etwa aus Schweden – auf diesem Gebiet aktiver“, so Frolow.

    All dies lässt laut dem Experten auf reichlich neue Aufträge für die Schiffsbaubranche schließen: „Selbst ohne ausländische Aufträge werden russische Schiffsbauer profitieren. Denn die Kriegsflotte macht voraussichtlich 20 bis 25 Prozent des staatlichen Rüstungsprogramms aus.“

    Ein weiterer Megatrend der nächsten Jahrzehnte soll eine schnelle Urbanisierung werden: Gegen 2050 werden 50 bis 72 Prozent der Weltbevölkerung laut PwC-Prognose in Städten leben. Aus militärischer Sicht bedeute das auch mehr Kampfhandlungen in Stadtvierteln – insbesondere gegen Terrorgruppen und Rebellen. 

    Der nächste Megatrend, auf den PwC-Analysten aufmerksam machen, ist die Alterung der Bevölkerung in den Industrieländern. Vor diesem Hintergrund würden dort Mobilisierungs-Ressourcen schrumpfen. Diese Länder würden nicht auf zahlungsmäßig starke Armeen setzen, sondern auf High-Tech-Waffen. Die Nachfrage nach teuren Kampffahrzeugen, Kampfjets und Drohnen soll steigen. 

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    Technologische Fortschritte bringen aber auch neue Herausforderungen im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich mit sich. Da die Infrastruktur von Computersystemen immer abhängiger werde, nehme die Gefahr von Cyber-Angriffen zu.

    Wie PwC-Experten außerdem prognostizieren, werden der Mangel an Ressourcen und der Klimawandel als Megatrend deutlicher zum Vorschein kommen. Möglich wären Konflikte nicht nur etwa um Erdöl, sondern auch um Trinkwasser – vor allem im Afrika, Asien und Lateinamerika.

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    China, USA, Asien