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    „Müde von Soap mit Demokratie-Feinden“: Hinweise auf politischen Wandel im Westen

    © AP Photo / Chris Pizzello
    Politik
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    Die politische Landschaft im Westen scheint sich zu ändern: Liberale Globalisten treten immer mehr in den Hintergrund. An Popularität gewinnen diejenigen, die die Innen- statt der Außenpolitik stärker ins Visier nehmen. Auch eine neue Einstellung zu Russland zeichnet sich ab, wie der russische Politik-Experte Anton Chaschtschenko betont.

    US-amerikanischer strategischer Bomber B-52. Archivfoto
    © Foto : U.S. Air Force / Marianique Santos
    Chaschtschenko schreibt in einem Gastbeitrag für die russische Tageszeitung „Iswestija“, der jüngste Erfolg von François Fillon bei den Vorwahlen in Frankreich markiere einen aktuellen gesellschaftlichen und politischen Trend im Westen.

    „Hätte jemand bisher den Eindruck bekommen können, dass der Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl ein Zufall und eine Ausnahme gewesen sei, so lässt sich nun ein globaler Wandel der ganzen politischen Landschaft augenfällig feststellen: Liberale Globalisten werden von Politikern abgelöst, die daran orientiert sind, innenpolitische Probleme zu lösen“, so Chaschtschenko.

    Er postuliert: „Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Frankreich sind die Wähler müde von jener nicht aufhörenden Seifenoper mit ‚ausländischen Feinden der Demokratie‘, die die Aufmerksamkeit der Menschen von deren leer werdenden Beuteln ablenken soll.“ 

    Die Wähler seien außerdem müde von der ständigen Auswechslung der Innen- durch die Außenpolitik. Daraus resultiere die Nachfrage nach Politikern einer anderen Art – ebenso wie die Popularität der Ideen von Trump und Fillon, hieß es.

    Beim ersten Anblick seien Trump und Fillon von ihrem Charakter her ziemlich unterschiedlich. Trump sei impulsiv und emotional, Fillon wirke dagegen ruhig. Trotzdem gebe es zwischen ihnen mehr Gemeinsamkeiten als äußere Unterschiede: „Die beiden befürworten traditionelle Werte. Genauso wie Trump liefert Fillon Antworten auf die Fragen, die seine Landsleute kümmern. Reale innere Probleme – Wirtschaft, Einwanderung, Sicherheit, nationale Identität und viele andere – wechselt er dabei nicht durch erfundene äußere aus.“   

    „Genauso wie Trump hat der wahrscheinlichste Anwärter auf das Amt des französischen Präsidenten den Zugang zum aktiven Teil der Bevölkerung seines Landes gefunden und appelliert nun ziemlich erfolgreich an diese Menschen – insbesondere an die Geschäftskreise und die Mittelschicht“, so der Kommentar weiter.

    „Was Trump und Fillon darüber hinaus vereint, ist ein pragmatischer und ausgeglichener Ansatz in Sachen Außenpolitik. Anstatt sich mythische Bedrohungen durch Russland auszudenken, setzten sie sich für eine normale konstruktive Zusammenarbeit mit Russland als einem gleichberechtigten Partner ein. Sie befürworten die Terrorbekämpfung, anstatt unter deren Deckmantel gegen unbequeme Regimes vorzugehen“, schreibt Chaschtschenko zum Schluss.

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    Tags:
    François Fillon, Donald Trump, USA, Frankreich, Russland