22:27 26 Juni 2019
SNA Radio
    Ein Patrouillenboot der iranischen Revolutionsgarde

    Persischer Golf: Iranisches Patrouillenboot zielt mit Kanone auf US-Hubschrauber

    © AP Photo / Vahid Salemi
    Politik
    Zum Kurzlink
    6563

    Ein Patrouillenboot der iranischen Revolutionsgarde hat einen in der Nähe fliegenden Hubschrauber der US-Marine mit der Kanone ins Visier genommen. Der Zwischenfall ereignete sich am vergangenen Samstag in der Straße von Hormus.

    Der Hubschrauber MH-60 „Seahawk“ begleitete laut einem CNN-Bericht den US-Flugzeugträger „Dwight D. Eisenhower“ auf dem Weg zum Persischen Golf. Die Iraner gaben keine Schüsse ab.

    Zwei Quellen im Pentagon informierten, dass ein kleines Motorboot der iranischen Revolutionsgarde seine Kanone auf den US-Hubschrauber gerichtet habe. Das sei „ein gefährliches und unprofessionelles Vorgehen“ gewesen, betonten die beiden. Der Zwischenfall soll sich ereignet haben, als sich der Hubschrauber etwa 800 Meter entfernt von zwei iranischen Schiffen befand, die sich in neutralem Gewässer befanden. 

    Iranische Marine zwingt US-Schiff im Persischen Golf zu Kursänderung

    In diesem Teil der Straße von Hormus nähern sich iranische Schiffe ziemlich oft amerikanischen Schiffen an. Dieser Zwischenfall war der erste dieser Art nach dem Präsidentschaftswahlsieg Donald Trumps. Dabei hatte dieser während des Wahlkampfes versprochen, dass jedes iranische Schiff, das ein US-Schiff im Persischen Golf verfolgen sollte, „vom Wasser aus beschossen“ würde. Trumps Amtsantritt ist für den 20. Januar 2017 angesetzt.

    Im August hatte das US-Patrouillenschiff „Squall“ im nördlichen Teil des Golfes drei Warnschüsse abgegeben, als mehrere iranische Boote unmittelbar in der Nähe von US-Schiffen erschienen.

    Die „Squall“-Besatzung versuchte, Funkkontakt mit den Iranern aufzunehmen, und zeigte mit Signalraketen, dass das Motorboot den Raum verlassen solle. Als dieses nicht darauf nicht reagierte, wurden Warnschüsse abgegeben.

    Damals brachten US-Militärs ihre Besorgnis über das „provokante Vorgehen“ der Iraner im Persischen Golf zum Ausdruck. „Falls sie uns weiter drangsalieren, werden wir uns und unsere Partner schützen“, erklärte der Befehlshaber des Zentralen US-Kommandos, General Joseph Votel, damals in einer Pressekonferenz.

    Bis August dieses Jahres seien mehr Zwischenfälle dieser Art passiert als im ganzen Jahr 2015, teilte eine anonyme Quelle im US-Verteidigungsministerium CNN mit. Votel zufolge ist für 90 Prozent solcher „gefährlichen und unprofessionellen“ Handlungen gerade die Islamische Revolutionsgarde verantwortlich – und nicht die Seestreitkräfte des Irans. Dabei bemühe sich die Revolutionsgarde nicht um die Verteidigung der Interessen des iranischen Volkes, sondern des Regimes, „das sich um eine Destabilisierung der Region bemüht“.

    Am Vortag des Zwischenfalls unter Beteiligung des Patrouillenschiffes hatte ein Pentagon-Insider, der nicht genannt werden wollte, von einer weiteren gefährlichen Begegnung der iranischen Revolutionsgarde und des US-Schiffes „Nitze“ mitgeteilt. Dieser Zwischenfall habe sich ebenfalls in der Straße von Hormus ereignet. Dabei sollen sich zwei iranische Schiffe weniger als 300 Meter von der „Nitze“ entfernt befunden haben.

    Der Persische Golf und die Straße von Hormus haben eine strategische Bedeutung im Mittleren Osten, denn durch diese werden große Erdölmengen befördert.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Washington beschuldigt Teheran einer „gefährlichen Annäherung“
    Persischer Golf: Hier verjagen iranische Schnellboote den US-Zerstörer – VIDEO
    Passwörter, Treffpunkte…: US-Marinesoldaten verrieten Iran geheime Informationen
    Iran weist US-Vorwürfe zurück: USA selbst schuld an Erstarken von Terror
    Tags:
    Seahawk-Hubschrauber, USA, Iran