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07:37 12 November 2019
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    Zeitungen mit Donald Trump auf der Titelseite, Teheran, , 10.11.'16

    Kopfschmerzen für Iran nach Trumps Sieg: „Russlands Position grundsätzlich wichtig“

    Atta Kenare
    Politik
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    Politiker und Experten in Moskau loben die Bereitschaft der Regierung in Teheran, russische Luftangriffe gegen die Dschihadisten vom iranischen Stützpunkt Hamadan aus erneut zu erlauben. Ob der Wahlsieg von Donald Trump in den USA die Entscheidung des Irans beeinflusst hatte?

    Der russische Nahost-Experte Anton Mardassow sagte der Onlinezeitung vz.ru, die syrische Regierungsarmee werde im Kampf gegen die Dschihadisten möglicherweise östlichere Gebiete des Landes stärker ins Visier nehmen, falls es ihr gelinge, Aleppo einzunehmen: „In dieser Situation wäre Hamadan für die russische Luftwaffe ideal, um von dort aus Ziele im Osten Syriens anzugreifen. Eine Nutzung dieser Basis verkürzt drastisch den Flug.“

    Hossein Sheikholeslam, Berater des iranischen Außenministers, hatte am Dienstag bestätigt, sein Land sei bei Bedarf bereit, russische Luftwaffeneinsätze von Hamadan aus zu erlauben: „Falls Russland dies braucht und eine entsprechende Vereinbarung getroffen wird, werden die russischen Flieger diese Basis für ihre Militärmission in Syrien nutzen können – allerdings unter strenger Kontrolle durch unsere Streitkräfte.“

    Andrej Krassow, Vizechef des russischen Duma-Ausschusses für Verteidigung, lobte Teherans Entscheidung als Geste des guten Willens. „Diese Option belegt derzeit, dass wir gemeinsam darauf hinarbeiten, den internationalen Terrorismus im Nahen Osten zu vernichten“, sagte Krassow der Agentur RIA Novosti.

    Zuvor waren russische Kampfjets bereits von Hamadan aus Einsätze geflogen. Doch Ende August kam es auf diesem Gebiet plötzlich zu Differenzen zwischen Moskau und Teheran. Die russischen Flieger verließen damals den Stützpunkt rund eine Woche nach Beginn ihrer Militäroperation.

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    Nun betrachtet Mardassow die Situation auch im Zusammenhang mit der Wahlrhetorik von Donald Trump und dessen Mitstreitern: „Obwohl sie über keine deutliche Iran-Strategie verfügen, hat man in Teheran augenfällig ihre Wahlversprechen gehört, den Atom-Deal zu revidieren. Deshalb beschloss Teheran, sich auf Russland zu stützen, falls es zu neuen Widersprüchen mit Washington kommt.“

    Der russische USA-Experte Boris Mezhujew kommentierte für vz.ru: „Nach dem Wahlsieg von Trump sind die Iraner natürlich ernsthaft besorgt. Zwar wissen wir vorerst nicht, wer unter Trump die wichtigsten Ämter – insbesondere die des US-Außenministers und des Pentagon-Chefs – bekleiden soll, doch das Thema Iran war eines der wichtigsten in der Wahlrhetorik von Trump und seinem Team gewesen. Für Teheran ist es wichtig, sich erneut mit der Suche nach Verbündeten zu beschäftigen. Russlands Position wird von grundsätzlicher Bedeutung sein.“

    Mezhujew vermutete, Trump habe vor seinem Wahlsieg überhaupt kaum daran gedacht, wie er seine Falken-Rhetorik gegenüber dem Iran mit dem Versöhnungs-Trend gegenüber Russland, darunter auch zu Syrien, vereinbaren soll.

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    Tags:
    Andrej Krassow, Donald Trump, USA, Iran, Russland, Syrien