12:34 03 Dezember 2016
Radio
    Militärstützpunkt Kant

    Russisches Militär soll „Kirgistan verlassen“? - Moskau bleibt skeptisch

    © Sputnik/ Vladimir Pirogov
    Politik
    Zum Kurzlink
    52435674

    Der russische Militärstützpunkt in Kirgistan wird nach Ablauf des geltenden Vertrags abgezogen, wie der Präsident des Landes, Almasbek Atambajew, am Donnerstag laut der Agentur AKIpress auf einer Pressekonferenz in Bischkek mitteilte.

    „Russland bleibt für uns immer ein strategischer Partner. Kirgistan aber muss sich in Zukunft auf seine eigenen  Streitkräfte und nicht auf die Russlands, der USA oder anderer Länder stützen. Wir müssen unsere eigene Armee bilden“, so Atambajew.

    „Wir haben den Stützpunkt nur für 15 Jahre einrichten gelassen. Das hat mich viel Nerven gekostet. Dies hat vielen russischen Ministern nicht gefallen. Ich habe mich aber mit Präsident Wladimir Putin darüber verständigen können.“

    Moskau reagierte umgehend: Der Vizeleiter des Auswärtigen Ausschusses  des Föderationsrates (Oberhaus), Wladimir Dschabarow, sagte unter anderem: „Wenn Kirgistans Präsident keinen russischen Stützpunkt braucht, dann bedeutet dies, dass er bereit ist, allein gegen die Terrorgefahr durch die Taliban zu kämpfen“. Dabei schloss er nicht aus, dass die kirgisischen Behörden dies letzten Endes doch noch einmal überdenken würden.   

    Das Abkommen über die Stationierung eines russischen Militärstützpunktes in Kirgistan war im Jahr 2003 unterzeichnet worden. Im Jahre 2009 wurde die Stationierungszeit auf 49 Jahre, dann automatisch um jeweils 25 Jahre verlängert. Der russische Stützpunt liegt nahe der Stadt Kant (20 Kilometer von der Hauptstadt Bischkek entfernt).

    Im Stützpunkt sind Kampfjets Su-25 und Hubschrauber Mi-8 sowie 250 russische Offiziere und Fähnriche und 150 Soldaten im Grundwehrdienst stationiert. Im Falle eines Konfliktes bzw. in einer unvorhergesehenen Situation sowie im Rahmen der Antiterror-Tätigkeit gehört der Luftwaffenstützpunkt nach dem Plan der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) zu den Kollektiven Schnelleinsatzkräften.

    Außer dem Luftstützpunkt Kant gibt es in Kirgistan eine Fernmeldestelle der russischen Marine im Dorf Kara-Balta, ein Testgelände für U-Boot-Jagdwaffen am Issyk-Kul-See und eine Erdbebenwarte des russischen Verteidigungsministeriums.

    In Kirgistan gab es auch einmal einen US-Luftwaffenstützpunkt. Bischkek hatte Anfang April 2009 den Vertrag mit Washington über die Stationierung von Militärkontingenten der USA und anderer Länder der Antiterror-Koalition im Land gekündigt. Die Truppen wurden daraufhin abgezogen.

    Zum Thema:

    Russland verstärkt Luftwaffenstützpunkt in Kirgistan
    IS-Mitglieder in Kirgistan verurteilt
    Integration im GUS-Raum: Russland hilft Kirgistan mit $500 Mio.
    Anschlag auf chinesische Botschaft in Bischkek – Überwachungs-VIDEO
    Tags:
    Militärbasis, Su-25, Mi-8, OVKS, Wladimir Dschabarow, Almasbek Atambajew, USA, Russland, Kirgistan
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Alle Kommentare

    neue Kommentare anzeigen (0)

    Top-Themen

    • Im Raum von Aleppo: Syrische Soldaten stellen Nationalflagge auf

      Die gekonnte Innenpolitik von Syriens Präsident Baschar al-Assad hat ihm Unterstützung eines beträchtlichen Anteils der Bevölkerung während des Bürgerkrieges gesichert, schreibt Journalist Barak Barfi nach seinem Besuch in Aleppo.

      174785
    • NSA-BND-Kooperation

      Wie aus den von WikiLeaks veröffentlichten rund 2400 Dokumenten zur NSA-Affäre u. a. hervorgeht, hat der BND dem Untersuchungsausschuss durch abweichende Antworten die Arbeit erschwert. Im Sputnik-Interview verriet Jens Stomber, Themenbeauftragter der Piratenpartei Deutschland für den NSA-Skandal, dass er dem Ausschuss nicht mehr glaubt.

      41663
    • Die Toilette

      Sanitäreinrichtungen aus Russland haben sich zu einem Exportschlager entwickelt. Nach den Krisenjahren der Neunziger haben die Hersteller eine Qualitätsoffensive gestartet und den Absatz vervielfacht, wie das Portal „life.ru“ berichtet. Der schwache Rubel stimuliert den Absatz im Ausland.

      51477
    • Aleppo, Syrien, November 2016

      Großbritannien soll Russland nicht dabei stören, den Einwohnern der umkämpften Stadtviertel von Aleppo humanitäre Hilfe zu leisten, wenn London selbst nichts dergleichen macht. Das erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, als Reaktion auf die jüngsten Äußerungen der britischen Premierministerin Theresa May.

      374146
    • Screenshot

      Disney-Konkurrenz? Der US-Konzern Discovery hat nun eine Episode des russischen Zeichentrickfilms „Fixies“ in sein Programm „Discovery Education“ aufgenommen, das in Schulklassen von insgesamt über 30 Millionen Kindern weltweit kommt. Sputnik fasst die interessantesten russischen Erfolgsstorys in der Branche zusammen.

      225447
    • Ctrl

      Die A-cappella-Gruppe basta hat mit Cut, Copy and Paste das Thema Büroalltag in unterhaltsamer Weise präsentiert. In heldenhafter Sangart wird hier gerade das aufgegriffen, was nicht eben heldenhaft im grauen Großraumbüro scheint.

      4411