04:45 22 Januar 2017
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    Militärstützpunkt Kant

    Russisches Militär soll „Kirgistan verlassen“? - Moskau bleibt skeptisch

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    Politik
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    Der russische Militärstützpunkt in Kirgistan wird nach Ablauf des geltenden Vertrags abgezogen, wie der Präsident des Landes, Almasbek Atambajew, am Donnerstag laut der Agentur AKIpress auf einer Pressekonferenz in Bischkek mitteilte.

    „Russland bleibt für uns immer ein strategischer Partner. Kirgistan aber muss sich in Zukunft auf seine eigenen  Streitkräfte und nicht auf die Russlands, der USA oder anderer Länder stützen. Wir müssen unsere eigene Armee bilden“, so Atambajew.

    „Wir haben den Stützpunkt nur für 15 Jahre einrichten gelassen. Das hat mich viel Nerven gekostet. Dies hat vielen russischen Ministern nicht gefallen. Ich habe mich aber mit Präsident Wladimir Putin darüber verständigen können.“

    Moskau reagierte umgehend: Der Vizeleiter des Auswärtigen Ausschusses  des Föderationsrates (Oberhaus), Wladimir Dschabarow, sagte unter anderem: „Wenn Kirgistans Präsident keinen russischen Stützpunkt braucht, dann bedeutet dies, dass er bereit ist, allein gegen die Terrorgefahr durch die Taliban zu kämpfen“. Dabei schloss er nicht aus, dass die kirgisischen Behörden dies letzten Endes doch noch einmal überdenken würden.   

    Das Abkommen über die Stationierung eines russischen Militärstützpunktes in Kirgistan war im Jahr 2003 unterzeichnet worden. Im Jahre 2009 wurde die Stationierungszeit auf 49 Jahre, dann automatisch um jeweils 25 Jahre verlängert. Der russische Stützpunt liegt nahe der Stadt Kant (20 Kilometer von der Hauptstadt Bischkek entfernt).

    Im Stützpunkt sind Kampfjets Su-25 und Hubschrauber Mi-8 sowie 250 russische Offiziere und Fähnriche und 150 Soldaten im Grundwehrdienst stationiert. Im Falle eines Konfliktes bzw. in einer unvorhergesehenen Situation sowie im Rahmen der Antiterror-Tätigkeit gehört der Luftwaffenstützpunkt nach dem Plan der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) zu den Kollektiven Schnelleinsatzkräften.

    Außer dem Luftstützpunkt Kant gibt es in Kirgistan eine Fernmeldestelle der russischen Marine im Dorf Kara-Balta, ein Testgelände für U-Boot-Jagdwaffen am Issyk-Kul-See und eine Erdbebenwarte des russischen Verteidigungsministeriums.

    In Kirgistan gab es auch einmal einen US-Luftwaffenstützpunkt. Bischkek hatte Anfang April 2009 den Vertrag mit Washington über die Stationierung von Militärkontingenten der USA und anderer Länder der Antiterror-Koalition im Land gekündigt. Die Truppen wurden daraufhin abgezogen.

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    Tags:
    Militärbasis, Su-25, Mi-8, OVKS, Wladimir Dschabarow, Almasbek Atambajew, USA, Russland, Kirgistan