01:31 30 April 2017
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    Protestdemonstration gegen Wahl von Donald Trump zum US-PRäsidenten in Philadelphia

    Colorado-Wahlmänner bilden Anti-Trump-Organisation

    © REUTERS/ Mark Makela
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    Die Wahlmänner des US-Bundesstaates Colorado haben eine politische gemeinnützige Organisation gebildet, um den designierten Präsidenten Donald Trump abzuwählen. Darüber berichtet die Zeitung „The Hill“.

    Laut der Zeitung stellte der demokratische Wahlmann Michael Baca einen Antrag beim Büro des Staatssekretärs von Colorado mit dem Ziel, die Gruppe „Hamiltons Wahlmänner" zu bilden. Die Gruppe ist nach einem der Gründungsväter der USA benannt, der das Wahlmännerkollegium für fähig hielt, die Wahl einer „ungeeigneten Person" zum US-Präsidenten  zu verhindern. „Hamiltons Wahlmänner" (Hamilton Electors) werden uneingeschränkte Spenden von Privatpersonen, Gewerkschaften und  Unternehmen für  politische Zwecke aufnehmen dürfen.

    Das Ziel der neugebildeten Einrichtung ist es, möglichst viele demokratische  und republikanische  Wahlmänner zu überzeugen, gemeinsam für eine republikanische Alternative für den Präsidentenposten einzutreten und  für eine „Sackgasse" bei der Abstimmung des US-Wahlmännerkollegiums  zu sorgen. 

    „Ich war eigentlich gegen die Aufbringung der Geldmittel, denn mir wäre es lieber, wenn das in natürlicher Weise passieren würde. Es gab aber Leute, die uns Geld über unsere Webseite gegeben haben", sagte Baca.

    Einige demokratische Wahlmänner und ein republikanischer Kollege hätten sich bereits zu der Bewegung  bekannt, sagte  Baca.  Zudem verhandele die Gruppe  mit  vier weiteren Republikanern. 

    Allerdings soll es schwierig sein, die Initiative durchzusetzen, da die Gesetze von 29 US-Bundesstaaten es den Wahlmännern verbieten, gegen den Willen ihrer Wähler zu stimmen. Dessen ist Baca sich sicher. „Aller Wahrscheinlichkeit nach, wenn all das gesagt und getan wird, werden wir damit enden müssen, das Geld den Leuten zurückschicken", sagte er.

    In der gesamten Geschichte der USA haben 157 Wahlmänner anders abgestimmt, als sie sollten. In keinem einzigen Fall wurde dadurch das Wahlergebnis beeinflusst.

    Die US-Wahl ist in zwei Phasen unterteilt: Am 8. November hatten die US-Bürger die Wahlmänner ihres jeweiligen Bundesstaates gewählt. Für den Sieg waren 270 von insgesamt 538 Wahlmännerstimmen erforderlich. Am 19. Dezember treffen sich die Wahlmänner jedes Bundesstaates, um für den Präsidenten und den Vizepräsidenten zu stimmen. Offizieller Amtsantritt des neuen Präsidenten ist am 20. Januar 2017.

    Jüngsten Angaben zufolge hat der Republikaner Trump 306 Wahlmännerstimmen bekommen. Dabei holte Clinton zwei Millionen Wählerstimmen mehr als Trump.

    Das Wahlmännerkollegium stimmt am 19. Dezember ab. Die Amtseinführung des 45. US-Präsidenten ist für den 20. Januar 2017 angesetzt.

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    Abwahl, Wahlmänner, Electoral College, Donald Trump, USA