12:33 03 Dezember 2016
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    Dalai-Lama-Besuch in Mongolei

    Nach Dalai-Lama-Besuch: China verhängt Sanktionen gegen Mongolei

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    Die Volksrepublik China hat ihre Handelsregeln für die Mongolei verschärft, berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“. Grund dafür ist ein zweitägiger Besuch des Dalai Lamas in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator in der vergangenen Woche.

    Die vorwiegend buddhistische Mongolei verehrt Dalai Lama als geistiges Oberhaupt, Peking hingegen hat ihn zu einem gefährlichen Separatisten erklärt und das Nachbarland davor gewarnt, der Besuch könne den Beziehungen beider Länder schaden.

    Die neuen Sanktionen könnten sich negativ auf die mongolischen Erdöl- und Steinkohleförderer auswirken, die größtenteils chinesischen Konzernen gehörten und sich derzeit erst im Entwicklungsstadium befänden, schreibt „Reuters“. Außerdem erhebt China Einfuhrzölle auf mongolische Waren und Erze. Die verschärften Regeln treten heute, am 1. Dezember in Kraft. Demnach fordert China an der Grenze zur Mongolei eine Transitgebühr von umgerechnet 1,4 Euro pro Fahrzeug und rund 1,1 Euro pro Warentonne. Edelmetalle und Kupferkonzentrat im Wert von mehr als rund 3.500 Euro je Tonne werden mit 0,2 Prozent des Gesamtwerts verzollt. Bergbauexperten schätzen, dass die Mongolei monatlich 133.000 Tonnen Kupferkonzentrat nach China exportiert, rund 900 Lkw passieren täglich die chinesische Grenze.

    Dalai-Lama-Besuch in Mongolei
    © REUTERS/ B. Rentsendorj
    Dalai-Lama-Besuch in Mongolei

    Dalai Lama ist 1959 nach einem gescheiterten Aufstand gegen das chinesische Protektorat aus Tibet geflohen. Peking hat ihn zum Separatisten erklärt, obwohl der buddhistische Mönch beteuert, lediglich für eine echte Autonomie seiner Heimat zu kämpfen, die die chinesische Armee 1950 friedlich befreit habe.

    Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte letzte Woche, dass die Volksrepublik ihre Position bezüglich Dalai Lamas mehrmals erörtert habe. Die Mongolei müsse nun „effektive Maßnahmen treffen, um die negativen Folgen des Besuchs zu beheben.“

    Der diplomatische Eklat habe sich gerade in jener Zeit ereignet, in der die krisengebeutelte Mongolei verzweifelt versuche, wirtschaftliche Beziehungen zu ihrem südlichen Nachbarn zu entwickeln und chinesische Investitionen für zentrale Infrastrukturprojekte und die Bergbauindustrie des Landes heranzuziehen, betont „Reuters“.

    Tags:
    Dalai Lama, Mongolei, China
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    Alle Kommentare

    • altes.fachbuch
      ein bissel mimosig oder dünnhäutig nenne ich das schon!
      wenn man schon ein land kolonialisiert, dann muss man nicht noch einen relegionskonflikt vom zaun brechen
    • rkunz
      Ich habe Verständnis dafür, dass China Vorbehalte gegenüber dem "Dalai Lama" hat. Der ist eine Marionette des CIA.
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