13:27 05 Dezember 2016
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    Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko in New-York - Archivfoto

    Rada-Abgeordneter: Kompromittierendes Material gegen Poroschenko liegt schon bei CIA

    © Foto: Pressedienst des Präsidenten
    Politik
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    Ein ganzes Jahr lang hat der Abgeordnete der Kiewer Rada Oleksandr Onischtschenko heimlich seine Gespräche mit dem Präsidenten der Ukraine Petro Poroschenko aufgenommen, wie er selber gegenüber ukrainischen Medien behauptet. Unter anderem soll der Staatschef abfällig über sein Land und sein Volk gesprochen und Stimmen im Parlament gekauft haben.

    All die Aufnahmen, die er vor über einem Jahr vor seiner Abreise aus der Ukraine mit einem versteckten Mikrofon  in seiner Armbanduhr gemacht habe, habe er nun dem US-Geheimdienst übergeben, berichtet der Politiker gegenüber dem ukrainischen Nachrichtenportal strana.ua.

    Diesen gewagten Entschluss habe er vor kurzem gefasst, als der Sicherheitsdienst der Ukraine ihn der „Kooperation mit Russland für die Destabilisierung der Lage in der Ukraine“, also quasi des Landesverrats, beschuldigt hat und sich an Interpol gewendet haben soll.

    „Ich habe viel kompromittierendes Material — sie werden die Stimme des ukrainischen Garanten hören, die alle Illusionen über seine Liebe zum Staat, zur Ukraine sowie dem Volk zerstören werden“, so Onischtschenko. Immerhin habe er ganze zwei Jahre lang mit ihm intensiv zusammengearbeitet und kenne Poroschenko sehr wohl.

    Zudem soll Onischtschenko dem ukrainischen Präsidenten beim Stimmenkauf in der Werchowna Rada geholfen haben, wobei sich die Deals wie in Hollywood-Filmen abgespielt haben sollen:

    „Ein Mann in einem schwarzen Kostüm und einer Pistole im Halfter trägt zwei Sporttaschen. Er betritt einen schmalen Aufzug neben dem Warteraum vor dem Kabinett in der Präsidenten-Administration“, schildert der Abgeordnete. Dieser Lift werde von Gästen und auch von Poroschenko selbst genutzt, besonders wenn man unbemerkt das Gebäude verlassen möchte. Er führe in die Garage, wo die Staatskarossen des Präsidenten geparkt stehen.

    „Ich war in dieser Garage und habe den ganzen Prozess miterlebt. In jeder der Taschen je eineinhalb Millionen Dollar“, so der Politiker.

    Die Taschen  würde Onischtschenko, der im Deal die Rolle einer Vermittlungsperson beim Kauf der Stimmen spielen würde, persönlich empfangen und im Kofferraum eines Autos  wegfahren.

    Insgesamt würden 70 Abgeordnete von 455 ihre Stimmen zum Kauf anbieten.

    Der Preis der Stimme variiere zwischen 20.000 bis 100.000 Dollar je nach politischem Gewicht des jeweiligen Parlamentariers. Eine der teuersten und korrumpiertesten Abstimmung sei die Entscheidung über das Landesbudget 2015 und 2016 gewesen, behauptet Onischtschenko.

    Vergangenen Sommer hatte der Generalstaatsanwalt der Ukraine mit einer Anklageschrift ein Verfahren gegen den Parlamentarier Oleksandr Onischtschenko wegen Korruptionsverdachts eingeleitet. Die Immunität Onischtschenkos ist dabei  aufgehoben worden. Ab dem 1. Dezember steht er nun auch unter Verdacht des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU,  Landesverrat begangen zu haben.

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    Tags:
    Korruption, CIA, Werchowna Rada, Oberste Rada, Oleksandr Onischtschenko, Petro Poroschenko, Kiew, Ukraine
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