12:36 03 Dezember 2016
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    Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan

    Zurückgerudert? Erdogan definiert Ziel von türkischem Syrien-Einsatz

    © REUTERS/ Vasily Fedosenko
    Politik
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    Nach seiner unerwarteten Erklärung vor zwei Tagen, Ankara wolle den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stürzen, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nun das Ziel der türkischen Militäroperation in Syrien definiert: Es gehe „ausschließlich“ um den Kampf gegen die Terroristen.

    „Daran sollte niemand zweifeln, zumal Ankara das schon mehrmals erklärt hat. Niemand darf das eigentliche Ziel dieser Operation verzerren“, zitiert die Agentur Anadolu Erdogan.

    Selbst wenn die Türkei alleine gegen die Terroristen kämpfen müsse, werde sie den Kampf nicht stoppen, betonte der türkische Staatschef. Den westlichen Ländern warf er erneut vor, den Krieg gegen den Terror zu behindern.

    „Die westlichen Länder unterstützen die Türkei in ihrem Kampf gegen den Terror nicht und behindern sie gar dabei. So haben einige westliche Firmen gesagt, keine Waffen mehr an die Türkei zu liefern“, bemängelte Erdogan. Die Türkei habe aber von Anfang an damit gerechnet. „Deshalb arbeitet Ankara die letzten 14 Jahre konsequent daran, eine einheimische Rüstungsindustrie zu schaffen.“

    Erdogan erinnerte zudem daran, dass die Türkei Natomitglied sei und die Bündnis-Partner deshalb kein Recht hätten, der Türkei den Verkauf von Waffen zu verweigern.

    Am 29. November hatte Erdogan unerwartet gesagt, das Ziel des türkischen Einsatzes in Syrien sei der Sturz von Präsident Baschar al-Assad. Daraufhin erklärte der Kreml, diese Aussage entspreche nicht der russischen Vision und forderte Erklärungen vom türkischen Staatschef. Am Mittwoch fand ein Telefongespräch zwischen Putin und Erdogan statt, bei dem sie die Position Ankaras in Bezug auf Syrien besprachen.

    Zum Thema:

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    Tags:
    Ziel, Militäroperation, Recep Tayyip Erdogan, Baschar al-Assad, Wladimir Putin, Türkei, Syrien, Russland
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    Alle Kommentare

    • zivilist
      Der Kampf mit den Terroristen ?

      Soso

      besser wäre natürlich der Kampf GEGEN die Terroristen.

      Aber da solte man erst nochmal die Übersetzung checken.
    • Stresstest "Großraum Krefeld"
      ... ja, das war nur ein Versprecher von Erdogan. Dieser osmanische Flachschädel wollte Baschar al-Assad nicht "stürzen", sondern "stützen". Als kleine Wiedergutmachung wäre es von der Türkei jetzt angebracht, dass sie die Halbinsel Krim als russisches Staatsgebiet offiziell anerkennt.
    • Isnogud
      Erdogan einziges Ziel bei seiner völkerrechtswidrigen Invasion in Nordsyrien ist die Verhinderung eines zusammenhängenden Kurdengebiets. Die Unterstützung von der terroristischen FSA durch die Türkei gehört aufs schärfste verurteilt, genauso wie die durch die Journalisten aufgedeckten Ölgeschäfte mit dem IS. Daß die UNO in beiden Fällen beide Augen verschließt ist ein Skandal, der die eigentlichen Statuten der Vereinten Nationen und die gesamte Organisation selbst in Frage stellt.
    • A.Winkler
      Etwas konfus, der Gute. Hat er vielleicht vergessen, seine Psychopharmaka zu nehmen? Und viel wichtiger noch: Wann hat er es vergessen? Vor zwei Tagen oder heute???
    • Politikscanner
      Was das alles nur getürkt ?

      MfG
    • NilsMuc79
      Erdogan hat es aber auch nicht leicht. Das sind zum einen seine Bündnisfreunde aus der NATO, die im Fall gegen Russland gerne helfen, aber auch an seinem Putsch arbeiten. Dann sind da die russischen Freunde. Recht mächtig in der direkten Nachbarschaft und würden auch helfen wenn die NATO-Freunde mal wieder einen Putsch versuchen. Dann sind da noch, sagen wirs mal in westlich, moderate Rebellen, die gegen einen legitimen, vom Volk unterstützten Präsidenten eines Nachbarlandes kämpfen und von Erdogan finanziert und organisiert wurden. Die kann man auch nicht einfach fallen lassen, zudem haben sie ja auch ein Zweck. Zu viele Hochzeiten, aber Erdogan wird sich nicht entscheiden. Mehrere Bräute waren im osmanischen Reich aber auch nie eine Seltenheit.
    • rkunz
      Wer Erdogan noch glaubt, dem ist nicht zu helfen! Ich möchte nochmals daran erinnern, dass Erdogan seine Rede zum Sturz Assads vor einer Schar von Muslimbrüdern und ähnlichem Gefotz gehalten hat, der Gruppe also, der Erdogan selbst angehört, und die die Religion völlig pervertiert hat, dass sie eine Gefahr für die Menschheit wurde. Die Muslimbrüder wurden ursprünglich von den Briten gesponsert, wie die Wahhabiten, nun hilft der ganze Westen + Mossad mit und verkauft dieses Gefotz als DEN Islam, obschon es eigentlich auch eine gesunde Form dieses Glaubens gibt, etwa in Russland und bei der regierungstreuen Mehrheit der Syrer.
    • deltaFOX4
      Erdogan ist ein politischer Erpresser und seine Bombenteppiche gegen die Kurden besitzen keine Berechtigung und sind genauso Völkermord. Eine Tragödie, weil sich die EU-Regierung auch noch von so einem vorführen lässt. Er will per Erpressung Visafreiheit und hat schon mal angedeutet was passiert, wenn die EU nicht kuscht. Schuld hat auch die Merkel, ihr Flüchtlings-Deal mit dem Erdogan zeugt von Schwachsinn. Alle Welt lacht sich über Deutschland kaputt - recht so bei so einer Regierung, die von Links-Grünen drangsaliert wird.
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