13:32 05 Dezember 2016
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    Van der Bellen "nicht grün genug" - Grüne gehen jetzt zu Hofer

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    Politik
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    Inge Rauscher setzt sich seit Jahrzehnten für Umweltthemen ein, bei Demonstrationen gegen Kernkraft oder für den Erhalt von Naturschutzgebieten kämpfte sie neben Gallionsfiguren der Grünen, wie Freda Meissner-Blau. Dennoch könne man als Naturschützer nicht für Van der Bellen stimmen, sagt Rauscher.

    Die 67jährige Aktivistin aus Zeiselmauer ist Obfrau der Initiative “Heimat und Umwelt”. Auf der Internetseite ihrer Initiative macht sich Inge Rauscher derzeit für den FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer stark und hat sogar ein Flugblatt drucken lassen.

    Inge Rauscher
    © Sputnik/ Ilona Pfeffer
    Inge Rauscher

    “Wir stehen für ein Leben und eine Wirtschaftsweise im Einklang mit der Natur, wo auch auf Tiere und Pflanzen Rücksicht genommen wird. Es sollen aber auch soziale Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Diese Riesenunterschiede zwischen Arm und Reich, die das neoliberale Wirtschaftssystem mit sich bringt, sind eine Katastrophe für die Menschheit und letzten Endes auch für die Natur”, erklärt Rauscher.

    Aber warum fühlt sich Inge Rauscher weder von den Grünen, noch von dem als unabhängig antretenden Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen vertreten?

    “Weil die Parlaments-Grünen schon lange nicht mehr grün sind. Das, was grünes Denken ursprünglich war — Heimatschutz, Lebensschutz, Tradition, Erhaltung der Werte — das vertreten die Parlaments-Grünen schon lange nicht mehr. Van der Bellen auch nicht. Er war ja lange bei der SPÖ und gibt sich jetzt als unabhängiger Kandidat, wird aber voll von den Grünen und von der Großindustrie finanziert. Sein Hauptsponsor ist der größte Baugroßindustrielle unseres Landes Hans-Peter Haselsteiner.”

    Auch was Volksbeteiligung angeht, kann sich die Aktivistin nicht für Van der Bellens Haltung begeistern. Van der Bellen sei ein Gegner der direkten Demokratie und würde statt Volksabstimmungen durchzuführen lieber die Entscheidungen an Experten delegieren, die im Sinne der Konzerne handelten, so Rauscher im Gespräch mit Sputnik-Korrespondentin Ilona Pfeffer. Der Kandidat der Freiheitlichen hingegen sei ein großer Verfechter von Volksabstimmungen.

    “Volksbefragungen, Volksabstimmungen, Volksbegehren zu allen wichtigen Themen, natürlich auch zu Umweltschutz. Eines der wichtigsten Ziele von Norbert Hofer ist es, die direkte Demokratie nach dem Muster der Schweiz einzuführen.”

    Die streitbare Umweltaktivistin wirft Alexander Van der Bellen außerdem vor, sich nicht entsprechend grünen Werten bei dem Thema Atomkraft positioniert zu haben. Als Beweis für seine Indifferenz führt sie die Volksabstimmung 1978 an, durch die der Bau des Atomkraftwerkes in Zwentendorf verhindert wurde.

    “In den letzten Jahrzehnten war es für Österreich die wichtigste umweltpolitische Entscheidung überhaupt. Damals bei der Abstimmung ging es nicht nur um das Atomkraftwerk Zwentendorf, es waren ja insgesamt neun Atomkraftwerke geplant. Wenn ein grüner Parteichef — damals war er noch bei der SPÖ — sagt, es sei an ihm spurlos vorbeigegangen und er könne sich gar nicht mehr erinnern, wie er eigentlich abgestimmt hat, besagt das, dass er Umweltpolitik überhaupt nicht verstanden hat.”

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    Tags:
    Umwelt, SPÖ, Alexander van der Bellen, Norbert Hofer, Inge Rauscher, Österreich
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    Alle Kommentare

    • max987654321f
      das ist in Deutschland genauso!
      ...Weil die Parlaments-Grünen schon lange nicht mehr grün sind. Das, was grünes Denken ursprünglich war — Heimatschutz, Lebensschutz, Tradition, Erhaltung der Werte — das vertreten die Parlaments-Grünen schon lange nicht mehr...

      Das stimmt zu einhundert Prozent!
      Bei diesen Grünen in Deutschland kann man sich auch nur noch angewidert wegdrehen!
    • Heinrich Waller
      Vorweg: Besonders wegen der Haltung zur Ukrainekrise und wegen gezieltem Russlandbashing bin ich alles andere als ein Fan der Grünen. Aber als Fan von Sputniknews und RT möchte ich dringend davor warnen, den guten Ruf durch so schlecht recherchierte Nachrichten wie oben zu schädigen.

      Dass Frau Rauscher als Naturschützerin nicht für Van der Bellen stimmen kann wird offensichtlich, wenn ein wenig nachgebohrt wird, wer diese Frau ist. Frau Rauscher gehörte schon vor Jahrzehnten als konservatives Gegenprojekt zu einem Vorläufer der heutigen Grünen, zum äußerst rechten Flügel. 1989 begrüßte sie bereits die FPÖ-Umweltpolitik unter Jörg Haider. Im Jahr 2000 war Inge Rauscher als Referentin bei der Akademie der neonazistisch orientierten „Aktionsgemeinschaft für Politik“ (AfP) vertreten – neben dem Holocaust-Leugner und Revisionisten Walter Lüftl. Aus ihren Publikationen könnte ich noch zig Gruselsachen zitieren, aber ich will ihr keine weitere Plattform bieten.

      Der Redaktion von Sputnik würde ich dringend zu mehr investigativer Recherche raten. Nur gegen den Mainstream sein, ist auf Dauer zu wenig für ein Nachrichtenportal mit dem Motto „Sputnik berichtet über das, worüber andere schweigen.“
    • Joesi
      Gut gemacht! Geehrte Frau Rauscher!
      Auch in Deutschland sind die Grünen allesamt auf ihre persönliche Karriere bedacht!
      Das ging soweit, d ein Joschka Fischer mit der NATO Jugoslavien zerstören ließ, mit seiner Freundin Albright Clinton Soroas Clique!
      Dafür bewohnt er heute hochherrschaftlich seine Millionenvilla im Grunewald!
    • ropri
      Die grünen Politiker habe ich eh gefressen: Ich denke bloß an den Joschka Fischer (ohne Schulabschluß und nur Pudding im Kopf statt Hirn, an die Claudia Roth (auch ohne Abschluß) oder der ganz schlimmen Schaden anrichtende Winfried Kretschmann in BaWü. Die haben nie ein richtiges politisches Konzept gehabt und sind für jedes krummen Deal bereit.
    • No, you can't!Antwort anHeinrich Waller(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Heinrich Waller, danke für diese Ergänzung! Dass die Frau sehr einseitig drauf ist, sieht man ja auch daran, dass die FPÖ ja nun alles andere als eine sozial orientierte Partei ist. Jemand hat es mal treffend auf den Punkt gebracht: wer die FPÖ wählt, damit es ihm sozial besser geht, der pinkelt auch im Winter in seine Hose, weil es dann mal ganz kurz schön warm ist.
    • Piero DoldiAntwort anHeinrich Waller(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Heinrich Waller, Hofer halte ich auch für sehr bedenklich, aber gleichzeitig tun die Grünen alles, dass sie für ökologisch denkende Menschen, die gleichzeitig gegen die NATO-Drohkulisse gegen Russland sind, auch schon nicht mehr wählbar sind.

      Die transatlantische Anbiederung der Grünen, à la Rebecca Harms, Joschka Fischer etc. ist mehr als abstoßend und diese Leute können es sich ans Revers heften, dass sie als die Steigbügelhalter für die Nationalkonservativen und Rechten agieren. Leider.
    • Piero DoldiAntwort anropri(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      ropri, ob und wie gebildet, lassen wir mal beiseite, denn wir hatten auch mal einen Verteidigungsminister Georg Leber, der nur Maurer war, aber eine gute Arbeit machte und skandalfrei war.

      Das wirklich Üble ist das Heranrobben der Grünen an die Fleischtöpfe der Macht wobei sie alle ehemaligen Prinzipien und Werte wie lästiges Beiwerk abstreifen und sich außerdem schon seit Jahren in einer Deutschland und Europa preisgebenden Weise den USA anbiedern.
    • Никита
      Ich empfehle diese Meldung stark zu hinterfragen.
      Die rechtsextreme Inge Rauscher hatte mit der Grünen Partei noch nie etwas am Hut. Ganz im Gegenteil!
    • sanpodonAntwort anHeinrich Waller(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Heinrich Waller,

      auch Sie werden lernen müssen, dass in demokratischen Systemen die Meinung aller zu respektieren ist. Ihre oberlehrerhaften "Warnungen" werden nicht sachlicher, indem Sie sie parallel in beiden Foren veröffentlichen. Das wirkt fast schon wie eine bezahlte Dienstleistung.

      Ihre kryptischen Andeutungen bezüglich "zig Gruselsachen", die Sie bei Bedarf hervorzuzaubern imstande wären, sind nichts anderes als unsachlicher Populismus, wie wir ihn aus dem Lager des Kandidaten der Globalisten und Neo-Liberalen zur Genüge kennen und entlarven Sie als plumpen Demagogen.

      Der Haselsteiner-Stil sollte schleunigst wieder begraben werden; er spaltet die Gesellschaft und das Land und letztlich Europa! Das ist nicht "investigativ", das ist übelste Propaganda.
    • sanpodonAntwort anPiero Doldi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Piero Doldi,

      es ist nett, dass Sie Hofer für "bedenklich" halten.

      Und es ist - ohne jedes Argument!
    • Andreas AndersAntwort anHeinrich Waller(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Heinrich Waller, dem kann ich mich nur 100% anschließen!

      Ich bin nun wirklich der letzte, der die Grünen in außenpolitischen Fragen versteht, aber darum geht es hier nicht.

      Ich danke Hrn Wallner für die Aufklärung.
    • Andreas Anders
      Liebe Sputnik-Red.

      Die österreichischen Grünen sind außenpolitisch nicht ganz so NATO-kriegsgeil wie ihre deutschen Pendents. Es ist aber auch ganz egal, denn bei dieser Wahl geht es um etwas anderes. Ich kann nur davor wahnen, einen schlechtgetarnten Faschisten zu hofieren (!), nur weil er vorübergehend mal Verständnis für Russland äußert.

      Diese Rechnung wird nicht aufgehen.
    • ropriAntwort anPiero Doldi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Piero Doldi, "nur Maurer" würde ich so nicht stehenlassen. Immerhin: er war Maurer. Da gibt es kein "nur".
      Aber Fischer und Roth, auch Kretschmann sind gescheiterte Existenzen, die irgendwann, als noch niemand an die Grünen glaubte, dort aus einer Laune heraus mitmachten und sich plötzlich im Bundestag wiederfanden. Und weil man dort gutes Geld hinterhergeworfen bekam, wollten sie auch bleiben und paßten sich an.
      Übrigens nimmt dieselbe Entwicklung heute die Partei "Die Linke".
    • At_Tiffany
      Ist doch scheissegal, wer alles und warum Hofer wählt, Hauptsache ist, er wird gewählt !
    • Heinrich WallerAntwort ansanpodon(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      sanpodon,

      Sputnik: „Inge Rauscher setzt sich seit Jahrzehnten für Umweltthemen ein, bei Demonstrationen gegen Kernkraft oder für den Erhalt von Naturschutzgebieten kämpfte sie neben Gallionsfiguren der Grünen, wie Freda Meissner-Blau. Dennoch könne man als Naturschützer nicht für Van der Bellen stimmen, sagt Rauscher.“

      Ich denke wir alle sind hier, weil wir die westlichen Mainstreammedien nicht mehr ohne Gegenwert lesen können. Wir wollen deren Halbwahrheiten hinterfragen, oder sind sie aus anderen Gründen hier? Wenn nun ein von mir als Korrektiv ausgewähltes Medium wie Sputnik – gewollt oder hoffentlich ungewollt – genau in diese von mir gehasste Propagandakerbe des Westens schlägt, dann kann solcher Fehler, wenn erkannt, zukünftig vermieden werden. Wenn es sich als systemkonform entpuppte, müsste ich weiterreisen. Das tut es nicht, sagt bisher die kurze Lebensgeschichte von sputnik, aber, Fehlgriffe kommen auch nicht zum ersten mal vor. Wehre den Anfängen, darum ging es mir.
      By the way, ich werde weder den Van der Bellen noch den Hofer wählen am Sonntag. Warum ich nicht aus Frau Rauters „Wegwarte“ und ihrer Initiative zitiere, habe ich schon geschrieben, bitte lesen sie selbst.

      Nicht ich bin oberlehrerhaft, ich habe einen Sachverhalt dargestellt. Wer auf dieser Ebene interessiert ist, konnte davon profitieren. Sie scheinbar nicht. Ich bin nicht bezahlt, nicht von Haselsteiner, nicht von Putin und nicht von Hofer. Und sie? Jdenfalls scheinen sie den Sachverhalt zu verdrängen.
    • ewdwAntwort anPiero Doldi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Piero Doldi, Nationalkonservative mag der Herr Piero wohl nicht, aber den hier mag er sicher sehr
      assets.jungefreiheit.de/2016/12/86135923-180x180.jpg
    • moessingen
      Wirklich gute Argumente hier. Wer alles samt den Verlinkungen richtig nachverfolgt kann gar nicht mehr falsch wählen. Und schön ist auch, wer sich hier wie positioniert. Auf Sputnik gibt es viele helle Köpfe!
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