23:06 20 August 2017
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    Boris Johnson

    "Russische Bedrohung"? - London muss sich von Vergangenheit befreien - Guardian

    © AFP 2017/ Kirsty Wigglesworth
    Politik
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    Ob es der britische Außenminister Boris Johnson will oder nicht, die alte Weltordnung ist vorbei, wie die britische Zeitung "The Guardian" schreibt. Daher müsse London nun anerkennen, dass von Russland keine „Bedrohung für die Existenz des Westens“ ausgeht.

    Die Rhetorik des britischen Außenamtschefs hinsichtlich „der Normen für die internationale Ordnung“ zeugt davon, dass Johnson „in die Vergangenheit verstrickt ist“, schreibt das Blatt. Es verweist auch auf die jüngste Rede Johnsons, der sich besorgt über das Auftauchen „nichtstaatlicher Akteure“ zeigte, die den Weltliberalismus ablehnen würden.

    Laut der Zeitung sollte das britische Außenamt damit aufhören, die abgedroschenen Floskeln über die „alte Weltordnung“ aufzutischen.

    Johnson wolle, dass Großbritannien wieder Geld für veraltete Waffen ausgebe, und fordere die anderen Nato-Mitglieder auf, das Gleiche zu tun. Der britische Außenminister wolle einen Dialog mit Russland führen und beabsichtige zugleich, eine härtere Haltung in der Frage des Baltikums einzunehmen. Auch gegenüber Russlands Erfolgen in Syrien sei Johnson negativ eingestellt, so „The Guardian“.

    Der einzige Funken Hoffnung bestehe nun darin, dass der designierte US-Präsident Donald Trump die alten Modelle aus der Zeit des Kalten Krieges „dahinschmelzen“ lasse.

    „Warum sollte man nicht, Trump folgend, erkennen, dass von Russland und China keine Bedrohung für die Existenz des Westens ausgeht und der Islamismus eine verbrecherische und keine kulturelle Bedrohung ist?“, fragt die Zeitung. Ihr zufolge entflammten Konflikte in diesem Jahrhundert vielmehr wegen der zunehmenden Bevölkerungswanderungen und nicht wegen des Verlangens nach imperialen Eroberungen. Die Waffen aus der Epoche des Kalten Krieges seien nun nutzlos geworden, so „The Guardian“.

    Der britische Außenminister hatte sich früher oft gegen Russland gewandt. So warf er Moskau unter anderem vor, den humanitären Hilfskonvoi der Uno in Aleppo unter Beschuss genommen zu haben. Beweise für diese Behauptung führte er dabei jedoch keine an.

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