17:56 28 März 2017
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    Boris Johnson

    "Russische Bedrohung"? - London muss sich von Vergangenheit befreien - Guardian

    © AFP 2017/ Kirsty Wigglesworth
    Politik
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    Ob es der britische Außenminister Boris Johnson will oder nicht, die alte Weltordnung ist vorbei, wie die britische Zeitung "The Guardian" schreibt. Daher müsse London nun anerkennen, dass von Russland keine „Bedrohung für die Existenz des Westens“ ausgeht.

    Die Rhetorik des britischen Außenamtschefs hinsichtlich „der Normen für die internationale Ordnung“ zeugt davon, dass Johnson „in die Vergangenheit verstrickt ist“, schreibt das Blatt. Es verweist auch auf die jüngste Rede Johnsons, der sich besorgt über das Auftauchen „nichtstaatlicher Akteure“ zeigte, die den Weltliberalismus ablehnen würden.

    Laut der Zeitung sollte das britische Außenamt damit aufhören, die abgedroschenen Floskeln über die „alte Weltordnung“ aufzutischen.

    Johnson wolle, dass Großbritannien wieder Geld für veraltete Waffen ausgebe, und fordere die anderen Nato-Mitglieder auf, das Gleiche zu tun. Der britische Außenminister wolle einen Dialog mit Russland führen und beabsichtige zugleich, eine härtere Haltung in der Frage des Baltikums einzunehmen. Auch gegenüber Russlands Erfolgen in Syrien sei Johnson negativ eingestellt, so „The Guardian“.

    Der einzige Funken Hoffnung bestehe nun darin, dass der designierte US-Präsident Donald Trump die alten Modelle aus der Zeit des Kalten Krieges „dahinschmelzen“ lasse.

    „Warum sollte man nicht, Trump folgend, erkennen, dass von Russland und China keine Bedrohung für die Existenz des Westens ausgeht und der Islamismus eine verbrecherische und keine kulturelle Bedrohung ist?“, fragt die Zeitung. Ihr zufolge entflammten Konflikte in diesem Jahrhundert vielmehr wegen der zunehmenden Bevölkerungswanderungen und nicht wegen des Verlangens nach imperialen Eroberungen. Die Waffen aus der Epoche des Kalten Krieges seien nun nutzlos geworden, so „The Guardian“.

    Der britische Außenminister hatte sich früher oft gegen Russland gewandt. So warf er Moskau unter anderem vor, den humanitären Hilfskonvoi der Uno in Aleppo unter Beschuss genommen zu haben. Beweise für diese Behauptung führte er dabei jedoch keine an.

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    • zivilist
      Was das 'Lösen von der Vergangenheit' betrifft, hat ja nun die ehemalige SU ein Viertel Jahrhundert Vorsprung. Das wird der Westen nach dem schweren Rückfall, den er gerade durchmacht, wohl nicht so schnell aufholen.
    • moessingen
      Na endlich! Die Macht des Faktischen hält nun auch so langsam in den Köpfen der Briten Einzug. Trotzdem sei Vorsicht angeraten, wie uns das Märchen von dem Kreide fressenden Wolf im Schafspelz lehrte.
    • Aristoteles
      Der Mann ist also stark überschätzt worden,
      er ist dem Außenministerposten wohl nicht ganz gewachsen :-)
    • MikkyAntwort anIgor Stanislav(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Igor Stanislav,
      na klar,die grösste Bedrohung Lettlands sind ethnische Russen,die russisch sprechen,dort schon ewig leben und vorm TV hocken.
      Träum weiter.
      Die grösste Bedrohung für komische Vögel wie dich ist,dass die Letten aufwachen und merken,dass von westlichen Qualitätspolitikern und Qualitätsmedien nur verarscht werden!
      Und daher ist es natürlich sehr ratsam,die hervorragende Aufklärungsarbeit russischer Medien in Lettland zu unterbinden.Wir alle konnten ja sehr gut beobachten,wie panisch die EU auf RT und Sputnik reagiert ;-)
    • Igor StanislavAntwort anMikky(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Mikky, "die hervorragende Aufklärungsarbeit russischer Medien" nennt man Umgangssprachlich auch "russische Propaganda".
      Und in Lettland geben die sich ganz besonders viel Mühe die russische Minderheit gegen den lettischen Staat aufzuhetzen.
      Daneben wirkt die "Lisa" Story aus Berlin wie ein Bericht vom Kindergeburtstag.
    • Piero DoldiAntwort andeangelis(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      deangelis, ja, das ist richtig, die Russen werden von den Balten recht herablassend und ausgrenzend behandelt, aber das scheint ja für die westlichen Menschenrechteüberwacher nicht reelevant zu sein. Ich hoffe, diese Doppelmoral wird bald all jenen ersichtlich, die immer noch auf die geheuchelte Bedrohung durch Russland hereinfallen.
    • moessingenAntwort anAristoteles(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Aristoteles,
      nein, Trump ist unterschätzt worden.
    • MikkyAntwort anIgor Stanislav(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Igor Stanislav,
      wie wäre es denn,wenn bei der Wahrheit bleiben würdest?
      Ethnische Russen werden von der lettischen Regierung unterdrückt und bekommen keinerlei Wahlrecht,obwohls schon immer dort leben.
      Jetzt fragst dich sicher,was damit bezweckt werden soll.
      Erklär ich dir gern.Unsere westlichen Qualitätspolitiker versuchen mit allen Mitteln Natofreundliche Regierungen dort zu installieren bzw zu behalten.Für derartige Zwecke wäre ein Wahlrecht für ethnische Russen eher hinderlich.
      Kannst mir folgen?
    • Igor StanislavAntwort anMikky(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Mikky, nein, ich kann Dir nicht folgen, weil Du russische Märchen erzählst.
      Du solltest weniger russische Propaganda konsumieren. Das kommt nämlich dabei heraus, dass Du ein vollkommen verklärtes Weltbild annimmst.
      Richtig ist, dass viele ethnischen Russen in Lettland Nichtbürger sind, weil sie den Einbürgerungstest nicht machen wollen oder nicht können, bzw. durchgefallen sind. Dazu zählt z.B. dass sie die lettische Landessprache beherrschen. Und als Nichtbürger kann man natürlich auch nicht wählen. Trotzdem wollen viele ehtnische Russen gar nicht eingebürgert werden, denn als Nichtbürger geniessen sie den Vorteil sowohl nach Russland, als auch in die EU Visafrei einreisen zu können. Den Vorteil haben die lettische Staatsbürger nach Russland nicht.
      Und wie Du auf die NATO-freundliche Regierung kommst die dort installiert werden soll messe ich mal meinem ersten Satz bei.
    • MikkyAntwort anIgor Stanislav(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Igor Stanislav,
      mir scheint eher,du fällst auf westliche Qualitätspropaganda rein.
      Nichtbürger haben für die westlichen Transatlantiker den Vorteil,dass nicht wählen dürfen.
      Dass die in Russland einreisen dürfen.liegt daran,weils ethnische Russen sind.Das in die EU "einreisen" dürfen,ist ein Hirngespinst,da diese "Nichtbürger" eh in der EU leben.Von daher ist es unmöglich,für diese "Nichtbürger" in die EU "einzureisen".Verstehst das?

      Des weiteren solltest auch du erkennen,warum unsere Nato-freundlichen Qualitätspolitiker zuverlässige und journalistisch erstklassig arbeitende russische Medien in Lettland unterdrücken wollen.
      Es geht nicht darum ethnische Russen in Lettland ruhig zu halten.Das ist nur ein vorgeschobenes Argument.
      Es geht darum die Letten,genauso wie den westlichen Qualitätsbürger,dumm zu halten
    • KonstantinoAntwort anPiero Doldi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Piero Doldi, China und Nordkorea, den letzten wirklich kommunistischen Ländern in Eurasien?? In welchem Universum??
    • Igor StanislavAntwort anMikky(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Mikky, wenn man von erstklassisch arbeitender russischen Qualitätsmedien gut informiert sein soll bleibe ich lieber in dieser Beziehung dumm.
      Und die lettischen Russen sollten dies auch lieber bevorzugen.
      Denn das was die russische Propaganda dort treibt ist nicht Information, sondern das Gegenteil davon, nämlich Desinformation.
      Dass Du das hier als erfahrener Forist noch nicht gemerkt hast wundert mich schon ein wenig, aber wahrscheinlich ist der Return back Punkt doch schon zu sehr überschritten als dass Du kompetent zwischen Information und Desinformation unterscheiden könntest.
      Und dass Du es damit begründest, dass die Nichtbürger nach Russland einreisen können weil es ethnische Russen sind stimmt so auch nicht ganz. Sie dürfen dort Visafrei einreisen weil sie den entsprechenden blauen Ausweis haben. Die lettischen Staatsbürger haben einen roten Ausweis und dürfen dies nicht ohne Visa.
      Und dass Du extra nochmal darauf verweist, dass Nichtbürger nicht wählen dürfen zeigt mir, dass Du meinen Kommentar scheinbar gar nicht gelesen bzw. nicht verstanden hast.
    • deangelisAntwort anPiero Doldi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Piero Doldi, das ist korrekt. Wenn es um die Rechte der russischen Minderheit geht, schließen die westlichen Hüter der Menschenrechte beide Augen. Selbst von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) hört man nur Lippenbekenntnisse.
    • moessingenAntwort anIgor Stanislav(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Igor Stanislav,
      vielleicht einmal der Reihenfolge nach?
      Seit wann leben die meisten "ethnischen Russen" in Lettland als Bürger?
      Wann wurde das Gesetz erlassen, dass alle Bürger einen Nachweis der lettischen Sprachfertigkeit vorlegen müssen um Bürger Lettlands zu sein?
      Nun?
    • Igor StanislavAntwort anmoessingen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      moessingen, auch wenn Sie hier versuchen eine Kausalkette zusammen zu stricken, bleibt es dabei, dass die ethnischen Russen in Lettland die Landessprache beherrschen müssen. Das ist bei uns nicht anders.
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      Thomas
      Es geht hier nicht um Staaten und irgendwelche Bedrohungen.

      Das Finanzsystem steckt in einer riesen Krise und schreit nach Renditen, weil die Akkumulation kaum noch mit friedlichen Warenaustausch zu realisieren ist.

      So geht es nun mit Wirtschaftskrieg, kalten Krieg, Eroberungskrieg, z.B. zum Erdölklau, und mit heißem Krieg weiter.
      So auch die Kriege in der Historie.
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      ReiniAntwort anIgor Stanislav(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Igor Stanislav, in all diesen Ländern sind nicht die Russen für die dort regierenden Nichtskönnern die große Gefahr, sondern die viel ausgeschlafefeneren und mitdenkenden Völker. Umsonst will man ja in Polen nicht alle Regierung feindlichen Demos verbieten. Also lass deinen unlogischen Schwachsinn.
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      ReiniAntwort anIgor Stanislav(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Igor Stanislav, auf alle Fälle klappt es mit der russischen "Propaganda" bedeutend besser als bei der hiesigen. Wenn ich dran denke wie man uns hier die Clinton schmackhaft machen wollte und den Trump wo es auch ging madig machte. Nicht mal die hier arbeitenden und lebenden Amis hat man geschafft richtig zu manipulieren.
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      hampi1246Antwort anIgor Stanislav(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Igor Stanislav, Da unterscheiden sich die TV-Programme in nichts. Egal ob Sie von Russland oder vom Westen kommen.
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      hampi1246Antwort anEarnie,(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Earnie,, Auch das ist sehr, sehr, sehr weit hergeholt!
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