00:19 24 Juni 2017
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    Wahlverlierer: FPÖ-Kandidat Norbert Hofer

    Hofer exklusiv für Sputnik: „Besser kann es nicht laufen!“

    © REUTERS/ Leonhard Foeger
    Politik
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    Optimistisch zeigt sich Norbert Hofer nach der Niederlage bei der Wiederholung der Präsidentschaftswahl in Österreich. In einem Exklusiv-Interview für Sputnik zieht der FPÖ-Kandidat eine überaus positive Bilanz seiner Wahlkampagne und skizziert seine Pläne – auch in puncto Russland.

    Herr Hofer, wie haben Sie diesen sehr langen Wahlkampf erlebt und was haben Sie daraus für sich gelernt?

    Die Wahlbewegung war überspannend, weil in der Geschichte Österreichs noch nie ein Wahlkampf so lange gedauert hat. Man hat mehrmals alle Bundesländer besucht, viele neue Kontakte gewonnen. Das Tolle für uns war, dass ich als freiheitlicher Kandidat angetreten bin und viele Menschen bei dieser Wahl zum ersten Mal einen Freiheitlichen gewählt haben, vielleicht auch ein zweites Mal. Wir hoffen, dass sich das auch bei Nationalratswahlergebnis niederschlagen wird.

    Wie stellen Sie sich Ihre politische Zukunft vor?

    Ich bin Dritter Präsident des Nationalrates und werde diese Aufgabe weiter ausüben. Nach der nächsten Nationalratswahl werden wir sehen, wie stark die FPÖ geworden ist und welche Aufgaben auf uns zukommen. Ich freue mich schon sehr darauf, Heinz-Christian Strache bei dieser Wahl zu unterstützen. Wir werden insgesamt eine sehr, sehr interessante Liste an Kandidaten haben und ich werde einer davon sein.

    Sie haben ja bereits angekündigt, dass Sie bereit wären, in sechs Jahren wieder anzutreten. Was motiviert Sie dafür und was würden Sie eventuell anders machen?

    Ich bin deshalb so motiviert, weil ich gesehen habe, was alles möglich ist. In sechs Jahren bin ich 51, das ist ein Alter, wo man noch sehr aktiv in einen Präsidentschaftswahlkampf gehen kann. Anders machen würde ich gar nichts. Der Wahlkampf ist toll gelaufen! Wir sind bei Umfragewerten von acht Prozent gestartet und haben jetzt fast die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher erreicht. Besser kann es nicht laufen!

    Würden Sie sagen, die FPÖ ist mittlerweile zu einer echten Volkspartei geworden?

    Ja, sie ist eine Volkspartei mit einem hohen Maß an sozialer Verantwortung. Das Besondere bei uns ist, dass wir uns einerseits sehr um die Wirtschaft bemühen, andererseits aber auch um die Arbeitnehmer, und dass wir die beiden nicht gegeneinander ausspielen, weil beide im Wirtschaftsleben aktiv sind. Beide Bereiche sind auch im Mittelstand fest verankert und dieser ist in Österreich sehr stark unter Druck geraten. Das sind Menschen, die in der Früh aufstehen, arbeiten, sich bemühen und auch die Steuern bezahlen, damit dieses Land funktioniert.

    Sie haben angekündigt, dass Sie eine Reise nach Russland machen werden. In welcher Funktion werden Sie da sein, wen treffen, welche Gespräche führen?

    Heinz-Christian Strache hat eine sehr interessante Reise nach Russland vorbereitet, wo wir Exponenten der russischen Politik treffen werden. Wichtig wird auch sein, dass wir dort ein Signal setzen, dass wir die Sanktionen gegen Russland nicht als den geeigneten Weg erachten, weil die Europäische Union mit der Idee gegründet worden ist, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit für Verständnis sorgt. Das heißt aber auch umgekehrt, dass das Abbrechen von wirtschaftlichen Beziehungen kein Weg sein kann, um Frieden zu sichern.

    Wie stark kann denn die FPÖ darauf einwirken, dass diese Sanktionen fallen gelassen werden?

    Nachdem die FPÖ mittlerweile in den Umfragen die stärkste Partei in Österreich ist und viele Beobachter zurecht davon ausgehen, dass die FPÖ in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, kann die FPÖ sehr stark darauf Einfluss nehmen und es gibt ja auch immer mehr vernünftige Politiker in den Regierungsparteien, die sagen, das ist nicht der richtige Weg. Hier heißt es einfach: Steter Tropfen höhlt den Stein. Irgendwann werden diese Sanktionen auch zu Ende gehen.

    Interview: Ilona Pfeffer 

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    Tags:
    Freiheitspartei Österreichs (FPÖ), Norbert Hofer, Heinz-Christian Strache, Österreich, Russland