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    Russlands Embargo auf EU-Lebensmittel (2017) (9)
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    Algirdas Butkevičius, Chef der scheidenden litauischen Regierung, hat nun eingeräumt: Russlands Gegensanktionen waren eines der größten Hemmnisse für seine Regierungsarbeit, wie das Onlineportal „vz.ru“ berichtet.

    Nachdem Russland auf die EU-Sanktionen mit Gegenmaßnahmen reagierte, habe auch die litauische Regierung ihre Strategie ändern müssen, bedauert der scheidende Ministerpräsident: „Wir waren gezwungen, Änderungen in unsere langfristigen, strategischen Programme einzubauen.“ Grund sei „die veränderte geopolitische Lage“ gewesen, infolge derer Russland die Gegensanktionen verhängt habe.

    Butkevičius habe dem neuen Kabinett gewünscht, dass es nicht in eine ähnliche Lage gerate.

    Die noch amtierende sozialdemokratische Regierung Litauens war im Oktober abgewählt worden. Sie stellte ein Interimskabinett, bis voraussichtlich nächste Woche das neue Regierungs-Team bestätigt werde. 

    Im Oktober 2015  war berichtet worden, dass die insgesamt EU ihre Jahresverluste durch die russischen Gegenmaßnahmen auf bis zu eine Billion Euro schätze. Demnach zählt Litauen, nominal betrachtet, zu den größten Verlierern „der veränderten geopolitischen Lage“. Die Verluste des baltischen Staates werden auf 922 Millionen Euro beziffert. Wenig besser steht Polen da: Die Verluste belaufen sich auf rund 840 Millionen Euro. Deutschland folgt auf Platz 3 mit 589 Millionen Euro Jahresverlust. Zur Berechnung wurden laut dem Portal allein die unmittelbaren Exporteinbußen und die indirekten Verluste durch Preisverfall auf sanktionierte Waren – etwa Agrarerzeugnisse – herangezogen.

    Dass die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen durch Russlands Gegenmaßnahmen auf die EU-Sanktionen am meisten betroffen sind, hat laut Portal ein Sprecher des polnischen Außenministeriums unter Berufung auf das Genfer Institut für internationale Studien und Entwicklung im November dieses Jahres bestätigt. Demnach ist der Anteil Estlands an den Gesamtexporten der EU in Drittländer in 2015 um 12,7 Prozent, der Anteil Lettlands um 10,7 und Litauens um 9,1 Prozent geschrumpft.

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