22:43 12 Dezember 2017
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    Kriege weltweit - Beweis für „Stabilität“ unipolarer Welt unter US-Führung - Experte

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    Politik
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    Die Auflösung der Sowjetunion 1991 hat sich auf die internationale Sicherheit negativ ausgewirkt, wie der spanische Politologe Carlos Martinez in einem Interview für Sputnik MUNDO sagte.

    Ihm zufolge hatten die USA, die bis dahin einem gleichwertigen Rivalen gegenüberstanden, eine abgewogenere internationale Politik betrieben und sich dabei diplomatischer Methoden bedient. Dies habe eine internationale Stabilität gesichert, so der Experte. Heute würden weltweit Kriege geführt – dies sei ein sehr anschaulicher Beweis für die „Stabilität“ der unipolaren Welt unter Führung der USA.

    Washington habe die gegenwärtige Situation genutzt, um Kriege, vor allem Energiekriege, im eigenen Interesse auf der ganzen Welt zu führen. Das sind der Irak, Afghanistan, Libyen und Syrien, um nur einige Beispiele zu nennen. Bemerkenswert sei auch, dass keiner dieser Kriege mit einem Sieg der USA beendet worden sei, so Martinez.

    Nach seiner Meinung war der Zerfall der Sowjetunion eine Katastrophe von Weltausmaß, vor allem weil die Welt unipolar wurde. Zugleich sei die Idee des Sozialismus in Misskredit gebracht worden, was sich auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung vieler europäischer Länder negativ ausgewirkt habe. Es handelt sich vor allem um die ehemaligen Länder des sozialistischen Lagers, deren Bürger die „Reize“ des Neoliberalismus in vollem Maße einschätzen konnten.

    Der Zerfall der UdSSR sei als Beweis für die Lebensunfähigkeit des sozialistischen Modells genutzt worden, so Martinez. Ihm zufolge ist die Sowjetunion aus anderen Gründen zerfallen, darunter wegen des Mangels an bürgerlichen und demokratischen Freiheiten.

    Unter den Folgen des Zerfalls der Sowjetunion nannte Martinez die Verstärkung der Position des Kapitalismus. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Deindustrialisierung etlicher westlicher Länder, deren Produktionsstätten in Länder mit billigeren Arbeitskräften verlagert worden waren. Im Ergebnis seien in europäischen Ländern wachsende  Arbeitslosigkeit und eine Gesellschaftsschichtung zu beobachten, so der Experte.

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    Tags:
    Sowjetunion, Zerfall, Interview, Sowjetunion, Spanien