Widgets Magazine
14:44 20 Oktober 2019
SNA Radio
    Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko

    Kiew droht „Times“ wegen belastendem Artikel über Poroschenko – vorerst ergebnislos

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
    Zum Kurzlink
    242246
    Abonnieren

    Der Journalist der britischen Zeitung „The Times“ Maxim Tucker wird trotz der Drohungen seitens des ukrainischen Präsidenten, Petro Poroschenko, seine Arbeit an einem kompromittierenden Artikel über ihn weiter fortsetzen, zitiert die ukrainische Zeitung „Ukrainskaja Prawda“ Tucker.

    Außerdem werde er seinen Beitrag nur dann veröffentlichen, wenn er seine Vorwürfe gegenüber Poroschenko beweisen könne.

    Es geht um die Anschuldigungen des in die USA geflüchteten ukrainischen Abgeordneten Alexander Onischtschenko, demzufolge Poroschenko Abgeordnetenstimmen, die für unumgängliche Entscheidungen erforderlich waren, gekauft haben soll.

    ​Tucker teilte am Freitag per Twitter mit, Poroschenkos Anwälte hätten ihm in einem Schreiben gedroht, vor Gericht zu gehen, sollte er diese Unterlagen publik machen.

    In dem Schreiben wurde laut dem Journalisten behauptet, dass Onischtschenkos Vorwürfe betrügerisch seien und deren Veröffentlichung dem Ansehen Poroschenkos schaden könnten.

    Tucker war seinen Worten zufolge sehr erstaunt über diesen Brief, der seinen Angaben nach von Poroschenko selbst initiiert worden ist. Mittlerweile hat auch die Zeitung „Ukrainskaja Prawda“ Drohungen erhalten.

    Die britische Anwaltskanzlei „Atkins Thomson“ teilte der Zeitung mit, Kiew soll sie beauftragt haben, die Veröffentlichung der Anschuldigungen von Onischtschenko zu verhindern. Die Kanzlei würde auch gegen jegliches europäisches Medium wegen der Bekanntgabe dieser Materialien gerichtlich vorgehen.

    Die ukrainische Präsidialverwaltung habe die Drohungen gegenüber dem britischen Reporter weder dementiert noch bestätigt und betont, dass Onischtschenko an einem Informationskrieg gegen die Ukraine teilnehme, wie das ukrainische Online-Portal „Strana.ua“ meldete.

    Zuvor hatte das Portal den ersten Teil der kompromittierenden Informationen über Poroschenko veröffentlicht, die der in die USA geflüchtete Rada-Abgeordnete Alexander Onischtschenko den Behörden in Washington übergeben hatte.

    „Im ersten Fall handelt es sich um den Kauf von Abgeordnetenstimmen, die für unumgängliche Entscheidungen erforderlich waren. Im zweiten Fall geht es um die Erpressung von Unternehmensanteilen zugunsten des Geschäftsmannes Poroschenko. Im dritten Fall geht es um die Verteilung von verdeckten Dividenden unter den Mitgliedern derselben Gruppe im Zusammenhang mit den Aktivitäten des Unternehmens Ukrgasdobytscha“, heißt es in dem Bericht.

    Einen Tag zuvor hatte Onischtschenko selbst mitgeteilt, er habe den USA kompromittierende Daten über Poroschenko überlassen. Er behauptete, im Laufe eines Jahres seine Gespräche mit dem ukrainischen Staatsoberhaupt mithilfe seiner Armbanduhr aufgezeichnet zu haben. „Ich habe viele belastende Informationen über Poroschenko“, betonte der geflüchtete Parlamentarier.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Rada-Abgeordneter: Kompromittierendes Material gegen Poroschenko liegt schon bei CIA
    „Poroschenko ist wie ein Panzer“ – Jazenjuk warnt vor Abwehrraketen
    „Poroschenko ist mein politischer Feind“: Saakaschwili erläutert neue Ukraine-Pläne
    Poroschenko bereicherte sich durch Absturz ukrainischer Währung – Timoschenko
    Tags:
    Reporter, Drohungen, Werchowna Rada, Unternehmen Ukrgasdobytscha, Strana.ua, The Times, Ukrainskaja Prawda, Alexander Onischtschenko, Petro Poroschenko, Maxim Tucker, USA, Ukraine