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    US-Präsident Donald Trump (2017) (279)
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    Die US-Online-Zeitschrift „Bulletin of the Atomic Scientists“ hat die besondere Bedeutung des Umgangs des designierten US-Präsidenten Donald Trump mit der Raketenabwehr in Europa für die von ihm erklärte Entspannungspolitik mit Russland hervorgehoben.

    Die langwierigen Bemühungen der Vereinigten Staaten zur Aufbau der Raketenabwehr in Europa seien ein Anlass für ernsthafte Unstimmigkeiten mit Russland gewesen, betont die Zeitschrift.

    Offiziell sei die Nato-Raketenabwehr in Europa als Gegenmaßnahme gegen die iranische nukleare Bedrohung geschaffen worden. Vergebens haben sowohl russische als auch US-amerikanische Experten davor gewarnt, dass die Konfrontation mit Russland die Umsetzung der geltenden und den Abschluss von neuen Abrüstungsabkommen verhindern könne.

    Allerdings habe die Regierung von Obama die Notwendigkeit der Raketenabwehr in Europa selbst nach der Unterzeichnung des Atomdeals mit dem Iran betont, der das Risiko eines nuklearen Angriffs von Seiten des Irans wesentlich verringert habe.

    Die In-Dienst-Stellung neuer US-Raketenabwehrsysteme in Polen könne die einseitige Kündigung des INF-Vertrages durch Russland zur Folge haben, schreibt die Zeitschrift. Seinerseits könne der US-Senat, in dem die Republikaner die Mehrheit haben, den New-START-Vertrag aufkündigen, der Reduzierung der Zahl der strategischen Atomwaffen Russlands und der USA auf jeweils 1500 Flugkörper beinhalte.

    Eine solche Position des US-Kongresses könne Trump auf seinem Weg zur Entspannung der Beziehungen zu Russland behindern, da die US-Abgeordneten, seien es die republikanischen „Falken" oder die Demokraten, die Raketenabwehr in Europa als ein Gegengewicht für den verstärkten russischen Einfluss bewerten.

    Dabei sei die Position des designierten US-Präsidenten in dieser Frage bislang noch unklar, obwohl einige Mitglieder seines Teams bereits zum Ausbau des US-Raketenschildes aufgerufen hätten.

    Wenn aber der gewählte US-Präsident an Russland ein konkretes Signal der Wiederannäherung senden wolle, solle er die Abwicklung der Raketenabwehr in Europa einstellen, so der ehemalige Berater von Präsident Obama im Bereich Verteidigung, Wissenschaft und Technologien Philip Coyle.

    Die harte Position Russlands zur Nato-Raketenabwehr in Europa werde eine Schlüsselrolle in den Beziehungen der beiden Nuklearmächte spielen, unabhängig davon, ob Donald Trump dies wolle oder nicht, schreibt „Bulletin of the Atomic Scientists" abschließend.

    Im Mai 2016 war auf dem rumänischen Stützpunkt Deveselu ein US-Raketenabwehrkomplex Aegis Ashore in Dienst genommen worden. Ein ähnliches Objekt soll bei 2018 in Polen eröffnet werden. Vollständig soll die Euro-Raketenabwehr bi zum Jahr 2020 ausgebaut werden, Moskau hatte mehrmals betont, das Aufstellen einer Raketenabwehr in Europa gefährde die nationale Sicherheit Russlands und könne die strategische Stabilität in der Region unterminieren.

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    Annäherung, US-Raketenabwehr, Donald Trump, Iran, Europa, Russland, USA