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22:11 13 Oktober 2019
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    Sondierungen in Moskau für Trump: „Demonstration von Absichten erfolgreich gelaufen“

    © Sputnik / Alexander Vilf
    Politik
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    Die Art und Weise, wie Carter Page, Berater von Donald Trump, in Moskau jüngst – wenn auch inoffiziell – verhandelt hat, scheint ein Vorzeichen für neue Ansätze im russisch-amerikanischen Verhältnis zu sein, äußerte der russische Politik-Experte Alexej Martynow.

    In einem Gastbeitrag für die russische Tageszeitung „Iswestija“ listet Martynow die wichtigsten Schwerpunkte im Lebenslauf von Page auf: Absolvent der United States Naval Academy, Geschäftsmann und Finanzier, Merrill-Lynch-Banker in Moskau in den 2000er Jahren, Mitbesitzer eines amerikanisch-russischen Investment-Fonds – und schließlich Berater von Trumps Team im US-Präsidentschaftswahlkampf.

    Page sei also eine „ziemlich interessante Persönlichkeit“ und habe seit seiner einstigen Arbeit in Moskau Kontakte zu russischen Großunternehmern und Staatsbeamten, stellt Martynow fest.

    Der jüngste Moskau-Besuch von Page sei inoffiziell gewesen: „Russische Behörden – vom Außenministerium bis hin zum Präsidialamt – kommentierten den Besuch von Trumps Emissär für alle Fälle in dem Sinne, dass sie zu ‚Privatbesuchen von Privatpersonen‘ keine Stellung nähmen.“

    © Sputnik .
    Berater Trumps tritt bei Nachrichtenagentur Sputnik in Moskau auf

    „Trotzdem gab Carter eine ganze Reihe wichtiger Erklärungen ab. Darunter bezeichnete der Berater von Trumps Stab die Ukraine-Krise hart als ‚Staatsstreich unter der Patronage der CIA‘ und sprach von einer möglichen Anerkennung der russischen Jurisdiktion auf der Krim“, schreibt Martynow.

    Page habe auch auf den Wunsch von US-Großunternehmern verwiesen, auf den russischen Markt zurückzukehren und ihre Präsenz im Vergleich zum russisch-amerikanischen Vorkrisenstand sogar auszubauen, so der Kommentar.

    „Es wird also eine gewisse Agenda angekündigt und ein Aufgabenbereich für die künftigen ‚Handelsgespräche‘ im Februar 2017 bestimmt, wenn der neue US-Präsident und seine Administration in ihre Rechte treten werden. Allerdings wird vorerst nicht publik gemacht, was Trumps Team als Gegenleistung bekommen will. Doch die Demonstration von Absichten ist erfolgreich gelaufen“, schätzt der russische Experte.

    Er erläutert: „Während seines Aufenthalts in Moskau absolvierte der Gesandte Trumps viele informelle Treffen mit russischen Großunternehmern und ‚Ideenführern’, wie er selbst im Vorfeld des Besuchs angekündigt hatte. Diese Art und Weise, das Terrain zu sondieren, ist eher Geschäftsprojekten eigen als globaler Politik. Ein solcher Ansatz ist derzeit zwar nicht mehr so geläufig, um politische Beziehungen aufzubauen, wirkt aber auch für diese Zwecke effizient. Mit Donald Trump werden profit- und ergebnisorientierte Pragmatiker geschäftsmännischer Prägung im Januar ins Weiße Haus einziehen.“

    „Ab Februar 2017 wird jedenfalls eine neue Seite im russisch-amerikanischen Verhältnis aufgeschlagen. Dies bedeutet noch keinen grundsätzlichen Wandel in unseren Strategien. Dass sich die Ansätze ändern, ist aber offensichtlich“, schreibt Martynow zum Schluss.

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    Tags:
    Donald Trump, USA, Russland