13:16 07 Dezember 2019
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    Soldaten in einem befreiten Viertel von Ost-Aleppo

    Parlamentssprecher: Befreiung von Aleppo beseitigt alle Streitigkeiten der Weltmächte

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    Der Sprecher des syrischen Parlaments Khaled Al-Abbud hat in einem Interview mit Sputnik die Bedeutung der Zurückeroberung von Aleppo betont und auf die Besonderheiten in der Wahrnehmung der Lage in Aleppo durch die Weltmächte verwiesen.

    Die Besonderheit von Aleppo unterscheide sich grundsätzlich von der von Raqqa, Palmyra, Mossul und dem ganzen Irak, erläuterte Al-Abbud. „Die Situation mit den Terroristen in Aleppo unterscheidet sich selbst von der Situation in Ägypten", sagte er. Abgesehen von Aleppo  gebe es keine Meinungsverschiedenheiten in der syrischen Frage:  Die USA und Europa würden „mit einer Stimme" wiederholen, dass es  in Raqqa, in Palmyra, in Ägypten und im Irak Terroristen gebe. Streitigkeiten „in der politischen Arena" habe es  ausschließlich in Bezug auf Aleppo gegeben.

    Aleppo sei zum „Gegenstand der politischen Spiele" geworden, äußerte Al-Abbud. 

    „So gibt es jetzt, wo man Aleppo befreit hat, keine Streitigkeiten mehr darüber, wo es noch Terroristen gibt. Jetzt darf Europa nicht damit anfangen, zu sagen, es gebe in Raqqa eine gemäßigte Opposition. Jetzt können sie nicht behaupten, die Opposition habe Palmyra eingenommen und widersetze sich dem 'Regime‘".

    Allerdings müsse sich Damaskus trotz der Befreiung von Aleppo „vor der regionalen Kraft hüten, die die Terroristen unter dem Deckmantel der herausgebildete Opposition finanziert", betonte Al-Abbud. „Bis jetzt versucht diese Kraft alle zu überzeugen, es habe in Aleppo eine gemäßigte Opposition gegeben".

    Diese „regionale Kraft" fördere die Terroristen von Aleppo bei dem Versuch, „ihnen ein anständiges Äußeres zu geben und eine offizielle regionale politische Kraft zu bilden", sagte er.

    „Unser Sieg  in Aleppo bedeutet das Scheitern  der Strippenzieher. Das ist ein Debakel  nicht nur für die Terroristen, sondern auch für Erdogan", so Al-Abbud.

    Zuvor hatte die syrische Armee eine Offensive auf den Ostteil von Aleppo unternommen, der von Terroristen kontrolliert worden war. Am Dienstag berichtete das russische Zentrum für Versöhnung der Konfliktparteien, dass die syrischen Behörden 98 Prozent des Gebietes von Aleppo unter  ihre  Kontrolle gebracht haben.  Die Gesamtfläche der Viertel in Ost-Aleppo, wo sich noch Kämpfer aufhielten, betrage also nicht mehr als drei Quadratkilometer, hieß es.     

    Außerdem hätten die Kämpfer  wesentliche Kräfte aus dem Gebiet Raqqa nach Palmyra verlegt. Zudem seien auch große Reserven und gepanzerte Fahrzeugen aus der Provinz Deir ez-Zor nach  Palmyra  verlegt worden. In der Nähe von Raqqa seien die Kamphandlungen der von den USA und der internationalen Koalition  kontrollierten Gruppierungen gegen die Terroristen vorige Woche  eingestellt worden. 

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    Kämpfer, Zentrum für Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien, Europäische Union, USA, Palmyra, Mossul, Irak, Al-Raqqa, Aleppo, Türkei, Syrien