11:47 16 Dezember 2019
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    Syrische Soldaten in Aleppo am 13. Dezember

    Vorstoß der Regierungstruppen in Aleppo: Folgen für ganz Syrien

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    Die Offensive der syrischen Regierungsarmee in Ost-Aleppo hat im Westen massive Kritik an Russland ausgelöst, wie die russische Onlinezeitung vz.ru in einem Kommentar feststellt. Sie weist die westlichen Vorwürfe zurück und erläutert, warum Moskau der syrischen Armee Rückendeckung gibt.

    „Dass die Oppositionskräfte einen Teil von Aleppo kontrollierten, galt als wichtiger Faktor, um Assad bei den geplanten Gesprächen über Syriens Zukunft unter Druck zu setzen. In Westeuropa gab man sich viel Mühe, um alle davon zu überzeugen, dass es in Ost-Aleppo nicht namentlich genannte ‚gesunde Kräfte der Opposition‘ gebe, die in der Lage seien, das Land zu Prosperität und Demokratie zu führen, falls sie gewinnen und das ‚blutige Regime‘ stürzen“, schreibt vz.ru.

    Der Erfolg der Regierungstruppen in Aleppo habe nun eine neue Welle von Kritik an Russland ausgelöst. Auch in Russland selbst gebe es kritische Stimmen, wonach Moskau kein klares Ziel in Syrien habe und mit seiner Unterstützung für die syrische Armee die Fehler aus dem Afghanistan-Krieg wiederhole, so vz.ru. 

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    „Doch es gibt ein Ziel. Neben dem Kampf gegen den Terrorismus tritt nun die Aufrechterhaltung der territorialen Integrität Syriens und seiner allgemeinen Lebensordnung als weltlicher und multikonfessioneller Staat in den Vordergrund. Um das zu erreichen, sind militärische Siege nötig“, so der Kommentar.

    Mit den Dschihadisten in Rakka und Idlib sei kein politischer Dialog möglich: „Doch selbst die Haltung jener syrischen Opposition, die als ‚moderat‘ gilt, basiert auf der ultimativen Forderung nach Assads Rücktritt. Einige sind zwar bereit, noch ein paar Jahre zu abwarten. Manche setzten aber schon jetzt auf eine Spaltung des Landes, bilden ‚Exil-Regierungen‘ oder versuchen, parallele Machtorgane in den von ihnen kontrollierten Gebieten aufzustellen.“

    Es falle dem Westen jetzt äußerst schwer, eine neue oppositionelle Struktureinheit zu erfinden, die zumindest in einer syrischen Provinz legitim genug wäre, um an den Verhandlungstisch gesetzt werden zu können. Im realen Leben seien es hauptsächlich die Dschihadisten, die die besetzten Gebiete kontrollieren, hieß es.

    „Es bestehen schließlich große Zweifel daran, dass ein mehr oder weniger substantieller Teil der syrischen Bevölkerung diese künstlichen oppositionellen Organisationen unterstützt. (…) Was die Ursachen des andauernden Bürgerkriegs betrifft, waren viele davon gekünstelt und stammten von außen. Nur wenn sie beseitigt werden, kann von einem Frieden die Rede sein“, schreibt vz.ru zum Schluss.

    Die syrische Armee hatte zuvor eine Offensive auf die Kämpfer im östlichen Teil von Aleppo gestartet. Nach russischen Angaben vom Dienstag stand die Stadt bereits zu 98 Prozent unter Kontrolle der Regierungstruppen.

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    Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Idlib, Rakka, Aleppo, Syrien