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    Trumps Außenminister und Moskau: Kein „herzliches Einvernehmen“, aber „gutes Zeichen“

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    Der designierte US-Präsident Donald Trump und sein nominierter Außenminister Rex Tillerson haben im Großen und Ganzen gleiche Ansichten zu Russland – sie wollen Verständigung statt Konflikt. Darauf weist die russische Onlinezeitung vz.ru in einem Kommentar hin.

    Vz.ru schreibt, Tillerson sei eine mehr als einflussreiche Figur in den USA und habe breite Verbindungen innerhalb der US-Elite: „Während seiner Zeit an der Spitze von ExxonMobil musste er nicht nur dessen globale Interessen weltweit fördern, sondern auch seine Ansichten vor den Aktionären verteidigen. Er legte also ausgerechnet jene Eigenschaften an den Tag, die Trump so hoch schätzt. Eben deshalb entschied sich der designierte Präsident für ihn – aber auch weil Tillerson viele Spitzenvertreter weltweit kennt, die sowohl publik als auch im Schatten agieren.“

    Tillerson arbeite seit 20 Jahren auch mit Russland zusammen und habe mehrere offizielle Treffen mit Wladimir Putin hinter sich: „Sein jüngster Russland-Besuch fand im Juni des laufenden Jahres statt. Tillerson war damals beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg mit dabei – trotz der Sanktionen und der formellen Empfehlungen des US-Außenministeriums. Noch im Jahr 2014 hatte er sich übrigens gegen die Sanktionen ausgesprochen. Das ist nicht erstaunlich, wenn man berücksichtigt, welche Großprojekte ExxonMobil in Russland hat.“ 

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    Rex Tillerson
    © AFP 2017/ ERIC PIERMONT
    Jedoch werde sich die Ernennung von Tillerson nicht sehr leicht umsetzen lassen, da die Entscheidung Trumps noch durch den US-Senat bestätigt werden müsse. „Obwohl Tillerson keineswegs ein prorussischer Anwärter ist und die nationalen Interessen der USA hart verteidigen wird, hatten sich einige Senatoren noch in der vergangenen Woche gegen ihn ausgesprochen. Er wurde dabei ausgerechnet wegen seiner ‚Verbindungen zu Russland‘ kritisiert“, so der Kommentar.

    „Mit Tillersons Nominierung demonstriert Trump dem Senat seine Macht und stellt diesen vor eine äußerst unangenehme – nahezu unmögliche – Wahl. Das ist ein sehr starker Spielzug“, kommentiert die russische Onlinezeitung.

    Sie schreibt weiter: „Außerdem zeigt Trump, dass er ein eigenes Kabinett bildet und Menschen mit stark ausgeprägten Ansichten dafür wählt. Das wird ein starkes Team sein. Die Frage ist allerdings, inwieweit es dem Präsidenten gelingt, alle Teammitglieder an einer gemeinsamen Linie festhalten zu lassen, und zwar an seiner. Im Fall Tillerson ist eines klar: Dessen Ansichten zu Russland stimmen mit denen von Trump überein. Aus Sicht der beiden ist es besser, sich mit Russland zu verständigen, anstatt in einen Konflikt zu geraten.“

    „Das ist ein sehr gutes Zeichen. Nicht etwa in dem Sinne, dass uns nun eine Epoche des ‚herzlichen Einvernehmens‘ oder einer ‚strategischen Partnerschaft‘ mit den USA bevorsteht. Natürlich nicht. Selbst für den Aufbau vertrauensvoller Beziehungen zwischen den Staatsführungen wären ja nicht bloß enge Kontakte zwischen den Staatschefs erforderlich, sondern auch übereinstimmende Vorstellungen von der künftigen Weltordnung“, heißt es im Kommentar.

    Vorerst gehe es offenbar um einen geplanten Versuch von Trump und Tillerson, sich mit Russland zumindest auf die Regelung konkreter Fragen zu verständigen – etwa im Nahen Osten, in der Ukraine oder zu den Sanktionen: „Das ist natürlich ein großer Fortschritt. Es wäre ja unmöglich, mit den Anhängern des amerikanischen Exzeptionalismus aus der amtierenden US-Administration darüber zu reden.“

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    Tags:
    Sanktionen, Exxon Mobil, Rex Tillerson, Donald Trump, Russland, USA
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