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    Lage in Syrien (2017) (492)
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    Der argentinische Journalist Leandro Albani, der als Reporter für mehrere latinoamerikanische Medien im Nahen Osten gearbeitet hat, hat in einem Interview mit Sputnik Mundo die Auswirkungen der Befreiung von Aleppo behandelt und prognostiziert, wie sich das Leben in den zurückeroberten Gebieten gestalten wird.

    Die Rückeroberung von Aleppo sei ein großer, wahrscheinlich der größte Schlag gegen alle Terrorgruppierungen, die  sich inzwischen seit vier Jahren in Syrien aufhielten, sagte Albani, der für die Zeitschrift „Sudestada" und Webportale wie Resumen Latinoamericano und Marcha.org schreibt. Allerdings sei es auch ein Schlag gegen die USA und deren Verbündeten, denn die USA hätten vor allem in den letzten Monaten alles Mögliche getan, damit sich alle vereinzelten Terroreinheiten umgruppieren und neu bewaffnen könnten. Das letztere sei eigentlich das einzige  Ziel der Vereinigten Staaten gewesen, ist sich Albani sicher.

    Die syrische Regierung habe, vor allem im laufenden Jahr, viele Abkommen mit den Rebellengruppen geschlossen, um sie zu überzeugen, ihre Waffen niederzulegen und sich erneut der  Zivilgesellschaft anzuschließen, sagte Albani.  Die „humanitären" Vorschläge  von Washington seien dagegen immer „sehr schwach" gewesen, so der  Journalist. „Einige Vorschläge sahen das Einsetzen von  Nichtregierungsorganisationen oder Gruppen vor, die in der Theorie humanitär sind, in der Tat aber die Rebellen unterstützen, wie die „Weißhelme" zum Beispiel", sagte er.

    Die Terrorgruppierungen, die  zuvor  Teile  von Aleppo kontrolliert haben, haben nichts für die Bevölkerung getan, so Albani. „In den Stadtteilen, die sie kontrollierten,  gab es lauter Plünderungen, Tötungen  von Zivilisten und Benutzung der Zivilisten als menschliche Schutzschilde".

    Allerdings könne man offenbar nicht erwarten, dass in den  zurückeroberten Gebieten sofort ein ruhiges friedliches Leben beginnen werde: „Wir müssen  noch sehen, wie die Stadt wiederaufgebaut werden wird.  Man muss berücksichtigen, dass viele Terroristen entkommen konnten,  und einige  von  ihnen setzen ihre Tätigkeit in Aleppo weiter  fort", so Albani weiter. 

    Etwas Ähnliches passiere im Norden Syriens, wo kurdische Truppen fast alle Gebiete  befreit hätten, erläuterte Albani, es gebe dort aber einige Kämpfer von den Terrorgruppierungen, die ihre Angriffe und Massaker weiter verüben würden. „Sowohl die syrische Armee als auch Russland müssen auf neue Terroranschläge gefasst sein", sagte er.

    Jedenfalls werde der Waffenstillstand weder in Aleppo noch in Syrien insgesamt von Dauer sein, betonte Albani, weil die Terrorgruppierungen ihn nicht annehmen würden und weil sie nicht  imstande seien, einen Dialog zu führen. 

    „Pläne zur Versöhnung und zum Wiederaufbau funktionieren am besten dann, wenn Russland  daran beteiligt ist", sagte er.

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    Tags:
    Befreiung, USA, Aleppo, Syrien