09:15 21 November 2017
SNA Radio
    Kindergarten in Harasta, Syrien

    Pentagon-Anweisung: Nicht mehr als zehn Zivilisten auf einmal töten

    © AFP 2017/ Sameer Al-Doumy
    Politik
    Zum Kurzlink
    3871744169

    Das Pentagon hat seine Anweisung für die Kampfführung revidiert, um die Verluste unter den Zivilisten zu minimieren. Dabei wurde eine Zahl der „zulässigen“ Verluste festgelegt – bis zu zehn Menschen pro Einsatz. Die neue Direktive wurde am Dienstag veröffentlicht, wie das US-Onlinemagazin „Military Times“ berichtet.

    Im US-Kriegsrecht tauchte demnach ein neuer Abschnitt auf, der das Kommando dazu verpflichtet, alle Pro und Contras bei der Planung von Operationen abzuwägen. Dabei sollen die potentiellen militärischen Vorteile der Operation mit der vermutlichen Opferzahl unter Zivilisten verglichen werden und „alle möglichen Maßnahmen zu ihrer Verhinderung“ getroffen werden. Nach „Military Times“-Angaben spiegelt dies die bereits existierende Praxis der US-Truppen angesichts der großen Aufmerksamkeit der Gesellschaft bezüglich Opfer und  „Begleitrisiken“ im Irak und Syrien wider. Die bisherige Anweisung wurde im Juni 2015 veröffentlicht, das erneuerte Dokument formalisiert diese Regeln.

    In der neuen Direktive werde auf die Notwendigkeit verwiesen, militärische Ziele unter Berücksichtigung dessen auszuwählen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich dort Zivilisten befinden können, und wie hoch deren Zahl ist. Wie das Onlinemagazin berichtet, werden dabei Beispiele angeführt, bei denen Militärs die Entscheidung getroffen hätten, auf bestimmte Einsätze wegen der potentiell großen Opferzahl unter den Zivilisten zu verzichten. Darüber hinaus werde in der neuen Anweisung zu verstehen gegeben, dass die Untergeordneten keine Befehle befolgen sollen, die „eindeutig illegitim“ seien, darunter Fälle, bei denen das Kommando den Befehl zur Durchführung einer Operation erteile, die zu einer überaus hohen Opferzahl unter Zivilisten führen könnte.

    Zugleich bekamen die US-Truppen, die gegen den sogenannten „Islamischen Staat” (IS, auch Daesh) im Irak und in Syrien kämpfen, das Recht, Operationen durchzuführen, an denen potentiell bis zu zehn Zivilisten getötet werden dürfen, falls das Ziel als „kritisch wichtig“ eingestuft wird. Diesen Punkt hatte es in der vorherigen Version nicht gegeben, hebt „Military Times“ hervor: Als legitim waren bislang nur jene Operationen eingestuft worden, bei denen laut vorläufigen Einschätzungen kein Zivilist betroffen sei.

    Laut Pentagon-Vertretern wurde dieser Punkt wegen Befürchtungen ins Dokument aufgenommen, dass die Militärs nicht „ausreichend aggressiv“ ihre Operationen planen.

    Zum Thema:

    „Es waren Tausende“: Moskau zweifelt stark an Zivilopfer-Zahlen des Pentagon
    Pentagon gesteht: Luftschläge in Syrien und Irak forderten Dutzende zivile Opfer
    Was US-Koalition in Syrien hinterlässt: 300 tote Zivilisten in zwei Jahren – AI
    USA melden Koalitions-Luftschlag auf Klinik in Mossul
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Irak, USA, Syrien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren