10:47 30 März 2017
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    Kindergarten in Harasta, Syrien

    Pentagon-Anweisung: Nicht mehr als zehn Zivilisten auf einmal töten

    © AFP 2017/ Sameer Al-Doumy
    Politik
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    Das Pentagon hat seine Anweisung für die Kampfführung revidiert, um die Verluste unter den Zivilisten zu minimieren. Dabei wurde eine Zahl der „zulässigen“ Verluste festgelegt – bis zu zehn Menschen pro Einsatz. Die neue Direktive wurde am Dienstag veröffentlicht, wie das US-Onlinemagazin „Military Times“ berichtet.

    Im US-Kriegsrecht tauchte demnach ein neuer Abschnitt auf, der das Kommando dazu verpflichtet, alle Pro und Contras bei der Planung von Operationen abzuwägen. Dabei sollen die potentiellen militärischen Vorteile der Operation mit der vermutlichen Opferzahl unter Zivilisten verglichen werden und „alle möglichen Maßnahmen zu ihrer Verhinderung“ getroffen werden. Nach „Military Times“-Angaben spiegelt dies die bereits existierende Praxis der US-Truppen angesichts der großen Aufmerksamkeit der Gesellschaft bezüglich Opfer und  „Begleitrisiken“ im Irak und Syrien wider. Die bisherige Anweisung wurde im Juni 2015 veröffentlicht, das erneuerte Dokument formalisiert diese Regeln.

    In der neuen Direktive werde auf die Notwendigkeit verwiesen, militärische Ziele unter Berücksichtigung dessen auszuwählen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich dort Zivilisten befinden können, und wie hoch deren Zahl ist. Wie das Onlinemagazin berichtet, werden dabei Beispiele angeführt, bei denen Militärs die Entscheidung getroffen hätten, auf bestimmte Einsätze wegen der potentiell großen Opferzahl unter den Zivilisten zu verzichten. Darüber hinaus werde in der neuen Anweisung zu verstehen gegeben, dass die Untergeordneten keine Befehle befolgen sollen, die „eindeutig illegitim“ seien, darunter Fälle, bei denen das Kommando den Befehl zur Durchführung einer Operation erteile, die zu einer überaus hohen Opferzahl unter Zivilisten führen könnte.

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    Zugleich bekamen die US-Truppen, die gegen den sogenannten „Islamischen Staat” (IS, auch Daesh) im Irak und in Syrien kämpfen, das Recht, Operationen durchzuführen, an denen potentiell bis zu zehn Zivilisten getötet werden dürfen, falls das Ziel als „kritisch wichtig“ eingestuft wird. Diesen Punkt hatte es in der vorherigen Version nicht gegeben, hebt „Military Times“ hervor: Als legitim waren bislang nur jene Operationen eingestuft worden, bei denen laut vorläufigen Einschätzungen kein Zivilist betroffen sei.

    Laut Pentagon-Vertretern wurde dieser Punkt wegen Befürchtungen ins Dokument aufgenommen, dass die Militärs nicht „ausreichend aggressiv“ ihre Operationen planen.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Irak, USA, Syrien
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    • HSV FanAntwort ander15.Franzose(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      der15.Franzose,
      Und wie viel Zivilisten werden für den Abschuss freigegeben bei russischen Bombardierungen?
      Ihr Trolle glaubt wirklich daran, russische Bomben nur Terroristen töten.
      Lachhaft, aber bleib dabei ansonsten hätte ich hier nichts zum Lachen.
    • zivilistAntwort anHSV Fan(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      HSV Fan,

      Konzentration !
    • zivilistAntwort anbillyvor(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      billyvor,

      Je weniger Menschen im Allgemeinen und Zivilisten im Besonderen, getötet werden, desto besser.

      Sie haqben ein gutes Argument gefunden, um das den US- Streitkräften zu verkaufen, vielleicht klappts, man sollte Mc Donalds für die Kampagne gewinnen !
    • Politikscanner
      Pervers und inhuman. Da wird am Reißbrett abgelegt, wieviel zivile Opfer vertretbar sind. Wenn es die WallStreet treffen würde, wärs ja egal, ja sogar zu begrüßen, dann würde es auch eine Ursache, US amerikanischer Hegemnonie treffen. Aber so ?
      8-10 Zivilisten werden so "offiziell" zum Abschuss freigegeben, vergleichbar mit einer Jagdlizenz.
      Ich denke, wer in Guantanamo lebenslänglich eingebuchtet gehört, stet zweifelsfrei fest.

      Mfg
    • sieben.worte
      10 Zivilisten ? Die haben doch viele zehnmillionen Zivilisten in ihren Kriegen getötet, selbst ein Ernest Hemingway schoss wahllos auf Kinder und dann haben wir Korea, Vietnam und ihre Kriege im Nahen Osten noch gar nicht erwaehnt. Wenn sie für alle Menschen, die sie in ihrer Geschichte getötet haben, einen eigenen Bürger opfern müssten, waere die VSA ein menschenfreies Land.
    • avatar
      KARLSSEN
      Die Amis halten sich nicht mal an den UN-Resolutionen, die sie selbst angestrebt haben. Die eigenen Militär"gesetze" sind einfach ein abstruser Text im nirgendo.
    • Piero DoldiAntwort anHSV Fan(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      HSV Fan, haben Sie Zahlen, wie das Verhältnis von getöteten Zivilisten zu eliminierten Soldaten und Terroristen war?
      Die Kriege finden doch genau deshalb in den Wohngebieten statt, weil sich die darin versteckenden Kämpfer von den sie umgebenden Menschen eine Art passiven Schutz versprechen, in dem sie annehmen, dass der Angreifer dann Skrupel hat dort zu bomben. Tut er aber doch und zwar auf beiden Seiten, weil sonst die Menschenverächter, welche die Bewohner mit ihrem Kampf mitten unter ihnen somit zu Geiseln machen, bald die Welt beherrschen würden.

      Zahlen wären zwar interessant, aber sie können es ja abschätzen, wenn für die USA ein Terroristenleben zehn Zivilistenleben wert ist. Menschen zählen in Wirklichkeit nirgendwo auf der Welt etwas, nur wenn man sie politisch einsetzen kann und die öffentliche Meinung damit steuern kann, zählt urplötzlich jedes Leben. Die ganze Diskussion darüber ist doch pure Heuchelei.
    • zivilistAntwort anPiero Doldi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Piero Doldi,

      wie soll das gehen mit den Zahlen? Der An Nusra Kämpfer zieht sich einen weißen Helm auf und ist reif für den alternativen Friedensnobelpreis, Zivilist sowieso.

      Mal von Libyen abgesehen, wie ist das mit dem US- Drogenkiller, nach Feierabend, am Wochenende, im Urlaub ist der doch Zivilist ?
    • zivilistAntwort anzivilist(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      zivilist,

      'abgesehen von Syreien', sollte es heißen.
    • Gameas
      Der Fuehrer befiehl, fuer einen gefallenen deutschen Soldaten sollten 10 Russen sterben.
    • Piero DoldiAntwort anzivilist(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      zivilist, die Frage nach den Zahlen war mehr rethorisch gemeint, weil es da sicher nur Schätzungen gibt und man diese Opferzahlen hier mit denen endernorts zu vergleichen, ja auch Erbsenzählerei wäre und mir auch respektlos schiene.
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      jurgensteinmann
      Hallo BUO,das währe doch mal einen Kommentar wert.
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      jurgensteinmannAntwort ander15.Franzose(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      der15.Franzose, Das sehe ich auch so.Diese Offiziellen Regelungen haben aber auch etwas gutes,sie schüren den Hass auf die Amis und ihre Kriegspolitik.
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      jurgensteinmannAntwort anThomas(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Thomas, Genau so ist das.Mit solchen Massenmördern,die sich Präsident nennen,verbündet sich unsere Regierungschefin.
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      jurgensteinmannAntwort anHSV Fan(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      HSV Fan, Sie glauben doch nicht ernsthaft,dass es solche Einsatzbefehle in der Russischen Armee gibt.Wir Reden hier über einen menschenverachtenden offiziellen Einsatzbefehl.Diesen Befehl hat ein Land gegeben,dass für uns Normalos als das die Ausgeburt der Demokratie und Beschützer der Menschenrecht hingestellt wird.Sicher ,daran Glauben immer weniger auf der Welt,aber immerhin uns Bürgern wird das fast schon verzweifelt,eingeredet.
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      jurgensteinmannAntwort anHSV Fan(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      HSV Fan, Im übrigen,Sie Schlaumeier,niemand glaubt daran,dass Russische Bomben nur Terroristen töten.Ich möchte bei ihnen nur in Erinnerung rufen,wenn die westliche Wertegemeinschaft all diese Länder ,wie Irak,Libyen oder Syrien in Ruhe gelassen hätte,die Völker selbst hätte entscheiden lassen welche Weg sie gehen wollen,dann gäbe es überhabt keine Bombentoten.Sie sollten nicht so sehr den Schwachsinn über Flüchtlingsursachen in unseren Qualitätsmedien hinterherhecheln,sondern die den wahren Ursachen dieses Völkermordes auf den Grund gehen.Da hätten Sie nämlich gar keine Zeit solchen Unsinn zu schreiben.Ich will mich aber gar nicht beschweren,es ist ja ihr gutes Recht.
    • HSV FanAntwort anjurgensteinmann(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      jurgensteinmann,
      Ach ja?
      Und wer hat den Befehl gegeben Grozny im II Tschetschenien Krieg zu bombardieren mit beinahe 70.000 zivilen Opfern?
      War das nicht etwa zur Zeit des Wladimir Putin?
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      jurgensteinmannAntwort anHSV Fan(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      HSV Fan, Der Krieg in Grozny,da haben sie ja Recht,hat viele Opfer gefordert.Wir waren beide nicht dabei und Wissen nicht um die Geschehnisse.Darum geht es hier aber nicht.Ich glaube auch nicht das es da einen direkten Befehl gegeben hat ,im Zweifel Zivilisten zu töten.Aber genau um diesen Befehl geht es bei den Amis.
    • HSV FanAntwort anjurgensteinmann(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      jurgensteinmann
      Dann lies doch mal paar Berichte von Sputnik und wirst du feststellen, dass Russen IMMER behauptet haben keine Zivilisten mit ihren Bomben getötet zu haben.
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      jurgensteinmannAntwort anHSV Fan(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      HSV Fan, Nun wir sind nicht dabei.Es ist sicher auch unwahrscheinlich das in einem Krieg keine Zivilisten getötet werden.Das ist sicher auch in Syrien so.Die Dementis beziehen sich,nachdem ich weis,auf konkrete Vorwürfe zum Beschuss von Krankenhäusern und ähnlichem,aber nicht generell auf Verluste von Zivilisten.Aber noch einmal,in diesem Beitrag geht es um konkrete Anweisungen,der Regierung zum ABSICHTLICHEN töten von Zivilisten.So eine Anweisung ist mir von Russland nicht bekannt.Das traut auch Russland niemand zu.Eigentlich wundert sich über so eine Anweisung von denUSA schon niemand mehr.
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