19:34 06 August 2020
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    Laut dem Abgeordneten des tschechischen Unterhauses und Leiter des Unterausschusses für Polizei, Zdeněk Ondráček, hat das EU-Parlament mit der Aufhebung der Visumspflicht für die Ukraine und Georgien einen falschen Schritt getan. "Und wir werden uns sehr bald davon überzeugen“, so Ondráček.

    In einem Interview für Sputnik Česká republika nahm der Abgeordnete Stellung zu der Entscheidung des EU-Parlaments.  

    Dem Abgeordneten zufolge könnte mit dieser Entscheidung in allernächster Zeit, innerhalb eines Monats, die 43-Millionen-Bevölkerung der Ukraine sich in Bewegung setzen. Von der Visafreiheit verlockt, werde ein großer Teil der Ukrainer ihre schwere wirtschaftliche Situation verbessern und zu diesem Zweck nach Europa einreisen wollen.

    In Tschechien mangele es an hochqualifizierten Fachleuten, und die ukrainischen Migranten könnten diesen Bedarf teilweise decken, so Ondráček. Er befürchtet, dass die Ukrainer den Tschechen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt machen würden. Ein Unternehmen würde immer einem Ukrainer den Vorzug geben, einfach aus dem Grund, weil diese Arbeitskraft billiger sei, so der Abgeordnete.

    "Die Bevölkerung der westlichen Gebiete der Ukraine, aber auch des Zentrums des Landes, wird in der EU, genauer gesagt in Mittel- und Westeuropa, nach dem Glück suchen. Hier entsteht selbstverständlich die Gefahr, dass mit diesem Menschenstrom auch Abenteurer verschiedener Couleur eindringen können“, so Ondráček. Als erste würden die an die Ukraine angrenzenden Länder wie Polen, Tschechien und die Slowakei mit dieser potentiellen Gefahr konfrontiert. 
     
    Der Abgeordnete betonte, die Ukrainer sollten sich nicht durch „Geschenke“ des Europäischen Parlaments verblenden lassen, sondern sich Mühe geben, das Leben innerhalb ihres Landes zu regeln.

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    Tags:
    Entscheidung, EU-Parlament, Zdenek Ondracek, Tschechien